20. Februar 2017

Der Wechsel in die Profiliga, sechs Monate Zusammenleben mit dem dritten Kind


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Der Wechsel in die Profiliga - sechs Monate K3

Ich kann nicht schlafen, denn heute wird unser Baby sechs Monate alt, ein halbes Jahr. Vor sechs Monaten habe ich dieses schlafende Baby  in einer Blitzgeburt geboren. Fast kommt es mir vor, als ob das gestern gewesen wäre. „Sechs Monate habe ich nun also schon geschafft“, denke ich hier im Dunkeln und ich murmele wirklich „geschafft“, denn die ersten paar Monate mit drei Kindern fühlen sich trotz all dem überströmenden Glück teilweise so schwer an wie Blei. Die letzten Monate waren wunderschön und gleichzeitig wahnsinnig hart. Ich merke an diesem, meinem letzten Kind, dass ich älter und unruhiger geworden bin. Wenn sie weint bin ich schneller zur Stelle als noch bei den anderen Kindern. Wenn sie ruhig ist gehe ich einmal öfter schauen. Wenn sie lacht fange ich ihr Lachen tiefer ein und denke mir jedes Mal: „Diesen Moment musst du dir merken, genau den jetzt, das kommt niemals wieder.“



Wir sind komplett - thanx


Dieses dritte Kind macht uns irgendwie komplett, sortiert uns neu, macht uns besser und schlechter zugleich als Paar, als Eltern. Ich merke seit der Geburt dieses Kindes, dass meine und Konstis Nerven nicht unbegrenzt stark sind, dass wir beide von einer leichteren, einer händelbareren Situation ausgegangen sind. Wir dachten: „Das dritte Kind läuft so mit.“
Pustekuchen. 

Starke kleine Mädchen sind cool.


Jeden Tag aufs Neue zeigt uns dieses starke kleine Mädchen, dass es sich nicht in Schemen pressen lässt. Essen findet es cool und macht sogar manchmal mit, aber gegen das Stillen ist hier kein Kraut gewachsen. Die Hände hat der Nachwuchs bereits entdeckt, Füße und Bewegung jedoch sind hier noch kein Thema. Am liebsten ist dieses dritte Kind nah an Mama dran, oder auf Mama drauf. Wir nennen es liebevoll das „Profiliga Öko Baby“, denn Papa ist zwar oooookayy, aber Mama muss kuscheln, tragen, stillen und eigentlich immer vor Ort sein. 
Ich kannte solche Babys von anderen Menschen, nun habe ich selbst so ein Exemplar daheim. Seine Geschwister hat der Sonnenschein fest im Griff. Sobald die Großen auftauchen, brabbelt und lacht K3 wie ein Honigkuchenpferd. Es ist schön zu sehen wie sehr diese Liebe hier wächst und gedeiht. Als die anderen Kinder sechs Monate alt waren, war ich bereits wieder auf Reisen. Ich war mit der Uni acht Tage in Spanien, oder ein Wochenende allein verreist. All das wäre hier gerade undenkbar, dieses Baby verlangt Nähe von mir und Ruhe von uns allen. Ich war noch nie so müde wie in den letzten sechs Monaten, ehrlich. 



müder Vater mit schlafendem Baby.

Alles was zählt ist die Familie.


Waren wir früher mit den Kindern auf Festivals, oder am Abend noch unterwegs, so will dieser Nachwuchs am liebsten zu Hause im Kreise seiner vertrauten Personen sein. Sobald wir unterwegs sind, leisten ihre großen Augen Überstunden. Sie kann nirgendwo anders als an mir dann schlafen, schaut immer aufmerksam und sagt keinen Ton. Letztens wurden wir schon gefragt ob das Baby überhaupt mal Töne macht und alle vier mussten wir lachen ob des lauten Gemeckers in der Bauchlage, oder bei anderen Leuten auf dem Arm.


Vom Einsteigermodell, über die Meisterklasse in die Profiliga.


Dieses Baby ist nach dem Einsteigermodell von K1 und der Meisterklasse von K2 nun also Profiliga und darin fühle ich mich nach sechs Monaten auch angekommen. Wir wachsen mit diesem Baby jeden Tag, werden auf uns zurückgeworfen und nicht selten mal über Bord gespült. Manchmal rutsche ich unruhig auf meinem Hintern hin und her, möchte raus, möchte das erste Jahr vorspulen um dann hoffentlich bessere Nächte hinzubekommen, aber dann strahlt mich dieses Baby so sehr mit seinen Grübchen an und lacht glucksend und ich denke „Scheiss doch drauf, stillen wir halt dieses Mal bis das Baby ein Ende findet und tragen wir eben das Baby solange bis es Lust hat sich zu bewegen und und und…“

Unser kleines Mädchen wird heute sechs Monate alt, ein Baby was mir gezeigt hat was für eine andere Art Mutter ich auch sein kann und das man über sich hinaus wächst wenn man sich nur selbst die Zeit dazu lässt, mit jedem Kind ein bisschen mehr.


Kommentare:

  1. Das hast Du toll beschrieben!
    So ehrlich und so herzlich!
    Ich bin 34 Jahre alt.K1 8J.,K2 4J.-und ich denke ernsthaft über K3 nach-obwohl der Versand nNEIN sagt-ist das Herz anderer Meinung..so lange habe ich aber keine Zeit mehr zu überlegen. Jetzt sind die K's schon so selbstständig-und jetzt Alleswieder auf Null?🤔

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    1. Das sollte man sich wirklich gut überlegen, denn die Zeit ist anstrengend, aber es ist auch wunderschön und alle profitieren davon (glaube ich).

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  2. Ein toller Text - hier ist es ähnlich!
    Und an meine Vorrednerin - Verstand ausschalten. Meine großen waren 7 und 4 bei der Geburt von Nr. 3. Sie lieben ihre kleine Schwester über alles und sie freut sich tierisch wenn die großen aus Schule und Kiga wieder da sind. Ja, es ist anstrengend, aber es ist wunderbar die drei gemeinsam aufwachsen zu sehen. Unsere Herzen denken sogar über Nr. 4 nach :-)

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    1. Ihr seid ja mutig. Alles Gute für Euch.

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  3. ....und du bist so stark und so taff dabei! Du hast so viel erreicht und trotz der kleinen und großen Hürden so durchgehalten. Das find ich wirklich bewundernswert. Gerade beim dritten Kind! Wo man eigentlich viel müder und sowieso viel ausgelaugter ist, als beim Ersten. Ihr seid tolle Eltern und ich ziehe meinen Hut!
    Glückwunsch zum 6-Monatigen, ihr 5 :-)

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    1. Ich danke Dir! Es wird besser, oder? Oder?

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  4. jaa, es wird besser! Die dritten orientieren sich an alles , was die zwei grossen machen.. aber meist im doppeltem Tempo als wir das denken oder kannten..viell. ist es deswegen so anstrengend!? Aber ich wünsche euch viel Kraft..und alles Gute! Daumen hoch !!

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