Neulich bin ich mit meiner Familie durch die Rigaerstraße gelaufen. Wir liefen nebeneinander, bis auf den kleinsten, der wurde geschoben. Uns überholte eine mosernde Punkerin. Sie meinte man könne auf dem Gehweg nicht nebeneinander laufen. Ich konterte: Sie könne ja was sagen. Sie zeterte. Kurz bevor sie in den Discountermarkt ging rief Sie noch, wir müssten ja nicht mit unseren „Scheißkindern“ hier leben. Ich darauf hin: Sie müsse hier nicht den Punk spielen.
Wenig später lief Sie an uns vorbei aus einem anderen Supermarkt mit einer Packung O-Saft in der Hand.
Dabei kam Sie nicht an der Kasse vorbei.
Diese Episode kann in vielerlei Hinsicht ausgedeutet werden.
Für mich ist dies vor allen das Zeichen kultivierter Klischees. Wir waren für Sie Vorzeigeschwaben,
sie war für uns der Vorzeigepunk. In unseren Ausweisen steht Geburtsort: Berlin (Nur meine Frau war mal länger als 2 Monate am Stück weg aus dem dicken B.). Vermutlich steht in ihrem auch Berlin. Bestenfalls Bestensee oder Guben (Achtung: Punker-Friedrichshain-Vorurteil, die kommen alle um 1990 aus Brandenburg!).
Meine Erkenntnis bei der ganzen Sache ist folgende. 1. Lass die mosern und
2. Vermutlich haben wir in einem boomenden Kiez, wo mehr als 1000 Wohnungen noch im Bau sind, mehr Chancen mitzuhalten bei denen die da kommen werden (progostiziert sind: junge mittelständige Familien)
als diejenigen die in Genossenschaftsprojekten wohnen und das Alternative hochhalten. Sie werden irgendwann zahlenmäßig unterliegen.
Und was soll ich davon halten? Kann ich etwas tun?
Konsti