Primark ist die Shoppinghölle?

Meine Frau ist krank. Also muss ich Textilien kaufen gehen. Ich lande in der Shoppinghölle. In Steglitz wo man einkauft. Es ist die Steigerung von hundm oder cunda. Orte die den Kaufakt so penetrieren, dass man sich nicht mehr wie ein Kunde fühlt, schon gar nicht wie ein König.
Es ist Primark. Der irische Gewinner. Der dem Textilramsch die Krone aufsetzt. Dabei wird nicht versäumt auf der Internetseite das Ethische bei Produktion und Einkauf zu beschwören (seit dem Unglück in Bangladesch?). Man kann sich gleich als Hersteller für primark dort melden. Klamotten die oft unter 10€  kosten, selten mehr als 20 -das ist fairer Handel in Reinkultur.
Hier wird wieder angestanden, mittags um halb eins. Vor der Kasse, die wirkt wie der Wartebereich des Jobcenters, vor dem Kundenservice -denn es darf 28 Tage umgetauscht werden- und vor den Waren selbst.
„Was hast du noch bekommen?“ „Na, das Kleid war nicht mehr in meiner Größe, aber zwei T-Shirts und die Hose.“ Dialog rastender Kundinnen.
Ja es sind vor allem Frauen. Selten sieht man desorientierte Männer. Ich frage meine Frau per Smartphone warum? Sie stellt fest: billige Mode, das kann sich jeder leisten.

Wo bleibt die Moral bei Primark?

Was soll die Moral, ich greife zu einer Short. Nebenan diskutieren Jungs, hundm hätte bessere Qualität. Ansonsten höre ich englisch, italienisch, spanisch uvm. es steht schon im Reiseführer? Es gibt Manager- und Designerdurchsagen Gefühlt alle dreißig Sekunden.
Ich verlangsame mich. Gucke zu. Warte an der Kasse. Dann fliehe ich. Oh toys`r´us, schnell merke ich – nicht besser, nur bunter. Hier finde ich nichts.
Ob die Hose passt? Denke ich beim Heimweg. Egal, man kann ja umtauschen. Auf Nimmer Wiedersehen, primark.