Über Mark Carson

Mark Carson kannte kein Mensch. Bis er voriges Wochenende erschossen wurde. Carson war in New York in Greenwich Village unterwegs gewesen. Eine Kugel traf ihn ins Gesicht, auf dem Weg ins Krankenhaus starb er. Abgeschossen wurde die Kugel von einem Vertreter des nach dem Rassisten widerlichsten Typ Mensch: von einem Schwulenhasser.

Er war schwul

Mark Carson war schwul, und deshalb musste er sterben. Es ginge an, mehr über ihn herauszufinden. Nicht hier jedoch. Hier soll es genügen, daran zu erinnern, dass in deutschen KZs auch zehntausende homosexuelle Männer starben. Dass nicht nur in der „Kulturnation“ Russland Homosexuelle staatlicherseits verfolgt werden, sondern, nur so ein Beispiel, in der Kulturnation Kroatien vorerst der Aufklärungsunterricht gestoppt wurde. Weil die katholische Kirche nicht gut findet, dass im Unterricht Homosexualität als normal dargestellt wird.
Über die Rolle der Kirchen – jedweder Couleur – bei der Verfolgung Homosexueller – bis heute, und auch in Deutschland – braucht man nicht hinzuweisen. Jeder Depp weiß das. Nein. Es geht darum, woran man den Grad der Zivilisiertheit einer Kultur ablesen kann. Wo Frauen schlecht behandelt werden, wo Behinderte versteckt oder umgebracht werden, wo andere Völker/Nationen/Rassen unterdrückt oder verfolgt oder umgebracht werden und wo die die Alten nichts zählen, da lebt ein primitives, unterentwickeltes, tierhaftes Volk. Und auch dort, wo es irgendein verficktes Arschloch in irgendeiner verfickten öffentlich-rechtlichen Institution – Kirche, Partei, Schule, CDU-Fraktionsvorsitz, sonstwas – auch nur eine Sekunde lang juckt, mit welchem Geschlecht jemand Sex hat: da auch. Und deshalb heute nur der kurze Hinweis auf Mark Carson.
Jost Burger