Wer war Konstantin der Große?

Wer heute genau wissen will, wann einer wo gelebt hat und warum, der sei auf dieses Dings, das Internet verwiesen. (Dies der Hinweis für alle über 40-Jährige.) In unserem Fall wird er allerdings finden, dass das Geburtsjahr vom heutigen Dings nicht klar ist, wohl aber das seines Todes: 337, und die Rede its von Konstatin dem Großen, dem vrmtl. bedeutendsten römischen Kaiser dieses Namens. Warum hier und heute? Das Kolosseum, vor einer Woche aktuell besucht mit drei bildungshungrigen (naja) Kindern, zeigt eine schöne Ausstellung, die sich ganz subtil um das „Chrismon“, das Kreuzzeichen rankt, für dessen Verbreitung Konstantin, dessen Triumphbogen 50 Meter neben der antiken Schlacht- und Folterstätte steht, der Legende nach sorgte – nachdem er 312 die Schlacht an der Milvischen Brücke gegen irgend so einen Gegenkaiser im Zeichen der neuen christlichen Religion gewonnen hatte. Hatte halt den falschen Kandidaten für eine zwangsweise verordnete europäische Grund- und Hauptreligion im Köcher, der Gegenkaiser. 
Konstantin jedenfalls sorgte – irgendwie – dafür, dass die Christen im Kolosseum („Papa, warum haben die Römer die Löwen mit kleinen Kindern gefüttert?“) nicht mehr den, eben, Löwen, zum Fraß vorgeworfen wurden. 
Darüber freut sich die Kurie bis heute, denn sonst müsste Papst Franziksus ja im Mithrastempel Stiere opfern, während Europa seinen Kindern anerzöge, sich bei Prügelattacken auf dem Schulhof auch mal zu wehren. Der Witz ist, natürlich, dass bis heute kein Schwein weiß, ob der Konstantin das mit dem Kreuz und der Schlachtenpropheizeiung („In diesem [Zeichen] siege!“) wirklich ernst gemeint hat bzw. wie geschickt seine PR-Agenten damals waren. 


Die Legende hält sich

Die Legende halt hält sich, und wahrscheinlich war es der eigenen Gottifizierung einfach dienlich, so einen Quatsch zu verbreiten. Wie gesagt, die Details stehen alle in diesem Dings, dem Internet, oder in guten Büchern, aber so ein kleines Grundquäntlein an Wissen ist ja auch schon interessant. Zumal, wenn man grad zwei Wochen in diesem Italien verbracht hat (Rom: Mehr Kirchen als Eisdielen) und danach einen Vormittag am bayerischen Schliersee. 
Dies eine, Verzeihung, urwüchsige Landschaft, in die, zumal bei Sonnenaufgang zwischen 3000ern vom Null-Meter-Level des Sees aus betrachtet, so ein zünftiger Sonnengottkult viel besser passen tät. Als die Hirngeburt von so einem albernen PR-Gag von so einem wahnsinnigen Kaiser vor bald 2000 Jahren.
Jost Burger