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Wochenberliner: Weihnachtswirtschaft

Was ist die Weihnachtswirtschaft?

Die vergangenen Tage habe ich mit dem
Ausfüllen von Excel-Tabellen verbracht. Ich mach das altmodischerweise noch von Hand: Einnahmen, Ausgaben, brutto
netto welcher Mehrwertsteuersatz Abschreibung und wie viel Prozent
kannst du davon ansetzen wo ist denn nur die Quittung für den neuen
Laptop: So bekommt das Jahr Struktur und Form. Ach, das war im
Februar? Und sieh an, das Jahr davor hatte ich viel weniger
Portokosten … Insgesamt zwei bis drei Wochen übers Jahr verteilt verbringen Menschen,
denen diese Arbeit nicht die Personalabteilung abnimmt, mit dem
Zurichten ihrer buchhalterischen und steuerlichen Existenz.
Zeit, die Nackenschmerzen verursacht,
für schlechte Laune sorgt, Zeit, die man „besser nutzen“ könnte.
Zeit aber auch, die für Verortung und Bodenhaftung sorgt. Auch
Gregor Gysi muss ’ne Steuererklärung machen, auch Frau Wagenknecht
führt ein Haushaltsbuch (bzw. ihre Assistenten). Wirtschaften müssen
wir alle, immer schon. Selbst als es noch um die Vergewisserung ging,
genug Nüsse gesammelt, ausreichend Äpfel für den Winter getrocknet
zu haben. Trivial? Schon oft genug gesagt?
Immer noch fordern Schwarze Blöcke
„selbstbestimmte Freiräume“, innerhalb derer sie sich per
Marktwirtschaftshandys über das Nichtmitmachen beim „System“
verständigen. Und wenn eine gemeinnützige Stiftung Berliner Schulen
eine Million Euro für Projekte zur Verfügung stellen will, weist
die örtliche Lehrergewerkschaft darauf hin, dass man sich an solch
garstigen Kapitalistendingen nicht beteiligen müsse. Um sich dann
wieder dem Streik für höhre Löhne, Padong, mehr Jerechtichkeyt
zuzuwenden.
Ich will ja über dieses Zeugs gar
nicht immer schreiben. Aber was soll ich tun? Es liegt ja als Thema
nicht nur auf der Straße. 


Es quillt durch alle Ritzen. 

Stattdessen
könnten wir auf großen Schwingen der Zukunft entgegen … dauert
noch. Jetzt ist erst mal Weihnachten. Dieses Jahr schenken wir uns
ganz viel!
Jost Burger

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