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Wochenbuch: Handbuch der Heiligen

Ach du heiligs Blechle, wer sich heute über den Heiligenhimmel informieren möchte muss lang nicht mehr ein Buch zu Hand nehmen (heiligenlexikon.de).
Doch es kann sich nach wie vor lohnen. Heutige Übersichtswerke kommen dem Wissensbedarf unsereins näher als die Klassiker wie „legenda aurea“ oder „Schillers Ikonographie“.  Neben dem derzeit nur gebraucht zu erhaltenden „Lexikon der christlichen Kunst“ von Jutta Seibert nutze ich mittlerweile für den guten Überblick,

Esther Meier, Handbuch der Heiligen, Darmstadt (WBG) 2010.

Für einen Einbänder gib die Autorin einen guten Einblick. Sie sortiert die Heiligen nicht alphabetisch sondern baut den das Buch chronologisch auf.
Vorteil: Die Entwicklung der Hagiografie und Ikonografie der Heiligen wird historisch einordnbar.
Nachteil:  Einträge zu einzelnen Heiligen findet sich an mehreren Stellen, da es in verschiedenen Zeiten unterschiedliche Bezüge gab (z.B. Petrus I/II/III).
Esther Meier, Kunsthistorikerin an der TU Dortmund, bearbeitet die gesamte Bandbreite. Der Anfang durch Märtyrerverehrung, der Umgang mit Reliquien und Fragen der Kanonisation finden sich über die Epochen verteilt gut abgehandelt wieder. Leider kann die Verfasserin für die Gegenwart mit wenig Hintergrund aufwarten (das wäre die Herausforderung gewesen).
Doch allein die Zahlen sind faszinierend, denn im 20. Jahrhundert wurden mit über 700 Heiligsprechungen
(S. 337) wieder vorreformatorische Mengen erreicht.
Ein gut zu lesendes Überblickswerk mit lexikalischem Teil und wissenschaftlichem Apparat.
Konsti

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