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Wochenberliner: Der revolutionäre 1. Mai

…begann für mich mit Bauarbeitern auf der Baustelle gegenüber. Was ist das für ein Tag der Arbeit bei dem südosteuropäische Gastarbeiter den Quadratmeter Wohnraum für mindestens 3500€ am staatlichen Feiertag errichten müssen? Die späteren Bewohner halten sich bestimmt gerne an das allgemeine Freihaben. Doch wie sehr ich auch überlegte, Gesetzestexte las, verboten ist es nicht und natürlich irgendwer muss ja immer arbeiten. Am Ende hatten die Männer, fern von daheim, vielleicht einfach Langeweile?

Historischer Beginn für Massenproteste

Historischer Beginn für diesen freien Tag waren Massenproteste in Australien für bessere Arbeitsbedingungen, Mitte des 19. Jahrhunderts, an die angelehnt ein Generalstreik in den USA, 1886, stattfand. Es ging immer um Arbeitsrechte. Ab 1919 staatlich anerkannt in der ersten deutschen Demokratie, dann nationalisiert, später bundesrepublikanisch und sozialistisch verwendet der schließlich, 1955, durch Pius XII auch zum Tag des arbeitenden Ziehvaters Jesu  gemacht wurde.
Vielleicht sind wir heute als freelancende Medien- und Kommunikationsarbeiter längst nicht mehr vergleichbar mit denen auf deren handfester Arbeit unser Wohlstand ruht. Doch besser fühle ich mich nicht, nur weil ich zwei linke Hände habend, die Notwendigkeit eingesehen habe, einen Handwerker zu bezahlen.
Sicher geistige Arbeit ist eine wertvolle, die des Stahlbetonflechters ist es auch. Um diese zu würdigen sollte er am 1.5. nicht arbeiten wollen oder müssen (dafür arbeite ich heute)!
Konsti

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