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Wochenberliner: Ha! Gewonnen! WM Beginn

Die WM beginnt.

Leute, in zwei Tagen beginnt dieses WM-Dings, und ich bin der erste, der sich dazu hier meldet! Geil. Viel habe ich allerdings nicht mitzuteilen. Viel interessanter fände ich den aktuellen SPIEGEL-Titel und seine tiefgreifende Verwurstung Dworkins Idee von einer Religion ohne Gott, aber darüber hoffe ich, morgen mit dem geschätzten Konstantin diskutieren zu können. Wenn ich hier aber schon mit den Blatter-Festspielen beginne, muss ich auch mit ihnen weitermachen. Wie schön übrigens, dass jemand wie Blatter an die Blattern gemahnt, aber diese Bemerkung ist gemein. Ich will auch nicht so viel dazu sagen, dass der ein Idiot ist (‚tschuldigung, Leute), der sich über Korruption in der Fifa aufregt, denn das hätte man wirklich schon lange wissen können. Auch die unfassbare Verschwendung von GEZ-Gebühren für irgendwelche Senderechte raubt mir nicht mehr den Schlaf.

Ach was, ich will nur eine kleine Bemerkung machen so am Rande über Männer, die sich nicht für Fußball interessieren.
Männer, die sich nicht für Fußball interessierne, wird man einwenden, das ist doch ein ganz normales Ding, wozu darüber schreiben? Weil, ihr Lieben, ob ihr es glaubt oder nicht, dieser kleinen Gruppe nach wie vor überl mitgespielt wird. Nachdem auch der letzte Föjettong-Redakteur so tun muss, als interessiere er sich für Stammesrituale, kommt man ganz schön in die bedrängte Minderheit in jedweder Zusammenkunft erwachsener Menschen, bekennt man, seinen Tagesablauf ab kommenden Donnerstag keinerlei Änderung zu unterwerfen zu planen. Wer sich hierzulande nicht für Fußball interessiert, dem schlägt dann sofort und immer noch der Vorwurf entgegen, man sei wohl ein Snob und verachte den Fußball als Proletensport.
Echt, Leute! Heutzutage gern auch von Frauen, was die Sache noch peinlicher macht.
Diese Vorwürfe natürlich nur deshalb, weil die Leute sich mitnichten vom Bild des Fußballs als, Verzeihung, Deppen- und Proletensport gelöst haben. Es ist heut halt schick, sich für sowas zu begeistern. Wer sich nicht interessiert, der kann deshalb ja gar nicht anderes als ein Proletenverächter sein. Womit sich diese ganzen Fußballfreunde mit Abitur als nichts anderes als, genau, Proletenverächter outen.
(Respektive als Verächter jenes Teils in ihnen, der halt den Trommeln wohlich schaudernd zuhört und den gegnerischen Stamm gern mit Stumpf und Stiel augerottet sähe. Was, by the way, der Fußball-Uninteressierte ziemlich häufig in sich freundlich akzeptiert. Aber das ist jetzt echt zu kompliziert!)
Wenn also, und ich bitte darum, das in den kommenden Wochen zu bedenken, ein Typ sagt: „Och, nö, Public viewing, weißte …“, dann heißt das nicht, dass er die anderen doof findet, denen das Rumgekicke interessant erscheint. Dann heißt das einfach nur, dass er das Rumgekicke nicht interessant findet.
Jost Burger

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