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Wochenberliner: Die Streikenden

Die Streikenden

8:15 Uhr am S-Bahnhof Frankfurter Allee. Der Weg zum S-Bahnhof ist gespenstisch leer. Eine alte BR 485 klingelt ab. Sie fährt wohl über die „Ulbrichtkurve“ gen Südosten. Der Weg vor dem Bahnhof zur U-Bahn ist leer. Deswegen ist er heute auch frei von Bettlern, die hier so oft zu finden sind. Leichter Nieselregen, eine Frau rutscht aus. „Scheiß glatte Steine“, sage ich und helfe ihr hoch. Ob die Ringbahn fahren würde, fragt mich eine Frau. „Ab und zu“, sage ich. Sie sollte wohl gucken gehen. (Dabei fährt nur die S8 und die S9 wie ich später feststelle)

8:20 Uhr U5, ich stehe am Bahnsteig. Die U5 ist voll. Ich warte ab. Irgendwann passe ich schon hinein. Ich warte weiter ab! Ich habe, zum Glück, heute nichts weiter am Vormittag zu tun, was ich nicht auch 20 Minuten später beginnen kann. Vor 25 Jahren war es voll. So voll. Bahnen fuhren! Die Stadt übte sich im Einen. Nun bremste uns ein Sachse. Keiner versteht mehr warum, oder? Es geht wohl um Grundrechte. Ich erwische mich bei dem Gedanken: Für singende Balkone gehst du auf die Straße, aber für Grundrechte haste kein Verständnis. 
9:00 Uhr Nach drei vollen U-Bahnen trete ich den Rückweg an. Bleibe ich wohl zu Hause und arbeite da weiter. Am Sonntag ist der große Tag der Einigung und bis dahin üben wir alle weiter. 

Ich denke an 25 Jahre Mauerfall! 

Ein kleiner Artikel, mit historischem Foto, ist auch auf  http://konstantinmanthey.blogspot.de/ erschienen.
Konsti

1 Kommentar

  • Suse / Ichlebejetzt

    November 10, 11 2014 10:04:25

    Alle sind sich einig, wenn es um Grundrechte geht (von denen mit extremen Meinungen mal abgesehen). Aber sobald es um die eigene Bequemlichkeit geht (ausfallende Züge z.B.), wird laut aufgeschrien.
    *Kopschüttel*

    Liebe Grüße
    Suse

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