Ich höre mein Lied vom Glück.

Manchmal da sitze ich ganz still da und höre den Vögeln beim Singen zu. Das erinnert mich daran, dass die meisten Dinge die mich eben noch verärgert, oder aufgeregt haben nicht wirklich wichtig sind. Es ist meine Auszeit. Ich nehme sie mir beim spazieren gehen, beim Musik hören und beim in
der Hängematte liegen. Es ist meine Zeit. Heute Abend habe ich Glück.

Ich spüre das Glück.

Eine Amsel setzt sich zu mir auf den Balkon im Abendlicht und singt. Der kleine Vogel singt mir ein Lied darüber, dass es ist nicht wichtig ist, ob das Kind soeben wieder einmal die Wände mit Buntstiften angemalt hat, denn dank dieses Zauberradierers geht auch das vorbei. Er singt darüber, dass es ist nicht schlimm ist, wenn die Große mir mal wieder vergessen hat einen Zettel aus der Schule zur Unterschrift zu geben, denn nun hat sie ihn ja gefunden.  Es ist nicht schlimm, singt der Vogel, wenn die Kinder mir Worte wie „Doofe Mama“ an den Kopf schleudern, wenn ich mit ihnen gemeckert habe. Es ist einfach nicht schlimm und ich brauche mich nicht ärgern.

Es sind die kleinen Dinge im Leber einer Frau

Da sitzt also dieser kleine Vogel und singt für mich ganz allein ein Abendlied. Er sitzt da und trällert mir was vor. Das ist Glück! Spürbares Glück! Ich kann hier sitzen und einem Vogel zuhören. Wir leiden keinen Hunger, wir sind nicht auf der Flucht vor einem Krieg und wir sind Alle zusammen. Manchmal, da muss mich anscheinend ein kleiner Vogel, ein Spaziergang, oder ein Lied einfach daran erinnern! Dann habe ich auch wieder Kraft und ich kann an die anderen vielen Menschen denken, die nicht so ein Glück haben. Der kleine Vogel singt über die Menschen und ich höre ihm weiter zu.

Er singt mein Lied vom Glück und ich darf es hören.

 Alu