Über mein erstes Lego und mich.

Heute schreibt Sarah von Mamaskind einen Gastpost für Euch, ich freue mich sehr, dass wir da eine Leidenschaft teilen. Ich empfehle Ihren Blog über das Leben mit drei Männern in einem gemeinsamen Haushalt sehr.

Habemus Lego Kuchen.

A-Lus Kinder sind große Lego-Fans, wie auch mein großer Sohn, mein Mann und ich. 1993, ich war sechs Jahre alt, erwachte meine Lego-Lust. Ich wollte unbedingt diese Lego-Ritterburg haben. Artikelnummer 6086 – die dreitürmige Ritterburg mit Verlies, einem Gespenst und Geheimhang. Sie stand sogar auf einem grünen Sockel, der mir besonders gefiel. Die Burg hatte einfach etwas Magisches. Doch ich habe sie nie bekommen.

So wurde ich zwar stolze Besitzerin des leuchtendes Nachgespenstes, der Hexenmeisterwerkstatt, der Wegelagerer samt Kutsche, Cerlin, dem Zauberer und der fast so großen Räuberhöhle, aber von der Burg fehlte jede Spur. Preislich wäre im Vergleich zu den vielen anderen Sets wohl kaum ein Unterschied gewesen. Ich bin Einzelkind, bekommt man da nicht alles, was man sich wünscht?

Ritter, Baufahrzeuge alles ist möglich


Zu meinen vielen Rittern gesellten sich Lego-Baufahrzeuge, die sicherlich vor allem meinem Papa gefielen. Ich weiß nicht, ob ich damit gespielt habe, aber daran, dass ich mir diese von Herzen wünschte, kann ich mich nicht erinnern. Mein Herz schlug für die Ritterburg. Das hielt ich meinen Eltern lange vor, bis meine Mutter irgendwann zugab: “Dein Vater war dagegen, weil sie so teuer war.” Bämm!
Bauen, oder nicht bauen? Das ist hier die Frage.

Jahre später, ich feierte meinen 27. Geburtstag, bekam ich eine riesige Lego-Ritterburg zum Geburtstag. Ich, nicht mein damals 4-Jähriger. Und wie sehr ich mich freute! Sie hatte mehrere Türme, eine Kanone und sogar einen niedlichen König mit goldenem Schwert und Krone. Leider hielt sie nach dem ersten Aufbau den Kinderhänden nicht stand und wurde nach der zweiten erfolgreichen Errichtung nicht mehr im Zimmer aufgestellt. Diese Burg hat nämlich keinen tollen grünen Sockel, der die Teile sorgsam zusammenhält und Stabilität liefert. Sie liegt in mehreren Kisten verteilt zerrissen und zerlegt in Aufbewahrungsboxen.

Von meiner Ritterburg fehlt bis heute jede Spur. Meine Eltern wollten mich mit dem 21 Jahre verspäteten Geschenk glücklich machen (ich freute mich auch sehr!), doch mein Herzenswunsch, den ich mit sechs Jahren hatte, wurde damals nicht erfüllt.

Muss jeder Wunsch erfüllt werden?
Natürlich nicht. Kinder können nicht alles bekommen, was sie sich wünschen. Das geht finanziell aber auch haushaltstechnisch nicht. Wo soll man das ganze Zeug lagern? Ich denke, dass man herausfinden muss, was die wirklich wichtigen Wünsche der Kinder sind und diese sollte man, wenn möglich, auch erfüllen. Bei meinem Sohn muss ich das erst wieder lernen, vor allem, nicht alles sofort kaufen. Denn auch das ist wichtig: Herzenswünsche reifen lassen. Und vielleicht, eines Tages, findet auch meine Ritterburg zu mir. Die mit der Artikelnummer 6086 von 1993.
Habt Ihr auch Lust mal einen Gastpost zu veröffentlichen? Dann schreibt uns gern eine E-Mail.
grossekoepfe@gmail.com