Wie funktioniert mein digitaler Alltag?

Ich habe meinen ersten eigenen Computer mit 18 bekommen. Ich
kann mich noch sehr genau an den Kauf und an das Einrichten dieses Rechners
erinnern. 
Neulich ertappte ich mich dabei, wie ich diese Story K1 erzählte. Ich glaube
sogar, dass ich in diesem Moment ein Augenrollen bei dem Kind gesehen habe.
Dabei wollte ich ihr doch nur verdeutlichen, wie sehr sich das alles geändert
hat und dass es nicht selbstverständlich war mit acht Jahren bereits am Rechner
zu lernen, oder als Zehnjährige schon ein Smartphone zu besitzen.  Ich versuche mit den Kindern über diese
Veränderungen zu sprechen, Kommunikation ist alles, oder??
Wir haben nämlich vor einiger Zeit angefangen die
Kinder ab und zu auf unserem Handy spielen zu lassen. Besonders beliebt sind dabei
sogenannte Jump and Run Spiele. Ich habe
für mich kein einziges Handyspiel heruntergeladen, besitze aber nun Legospiele,
Petterson, Monster füttern usw. Genauso wie auch Fernsehen, Computer usw. ist
es stark reglementiert bei uns, aber eben doch möglich. Sie sehen ja einen
täglichen Umgang mit allen Medien bei uns und wollen daran teilhaben. Es wäre,
aus meiner Sicht, unklug ihnen das komplett zu verwehren. Genauso unklug wäre
es aber auch, aus meiner Sicht, ihnen das nicht zu erläutern.


Denn, mein #mydigitalday sieht nun mal genau so aus:
  • Der Handywecker klingelt. Ich lasse mich seit geraumer Zeit
    vom singenden Clueso wecken.
  • Während der Mann aufspringt und ins Bad gleitet, stelle ich
    den Offline Modus des Handys aus. Kurzes Twitter checken. Die üblich Verdächtigen sind wach.
  • Das nächste Mal schau ich auf das Handy morgens, auf dem Weg
    ins Büro. Ich setze mir meine Kopfhörer auf und höre Musik. In letzter Zeit
    probiere ich einen Musiktitel auf Twitter mit @herrpfarrfrau und @VGEBlog zu
    teilen. So starten wir alle beschwingt in den Tag.
  • Ich checke meine E-Mails und schreibe
    kurz mit Freunden. In der U-Bahn ist immer wenig Netz. Das stört.
  • Im Büro kommt das Handy in die Schreibtischschublade im
    Vibrationsmodus. Den lasse ich immer angeschaltet seit ich mal einen sehr
    wichtigen Kitaanruf verpasst habe.
  • Ich schalte  meinen Rechner ein. Oh lala, über Nacht sind
    ca. 6426385236632655238 neue E-Mails dazu gekommen. Puhh erstmal abarbeiten.
  • Bei einem Kaffee mit meiner Kollegin schaue ich aufs Handy
    und teile meine neusten Blogartikel bei Twitter und Facebook. Eins, zwei
    Nachrichten und dann kommt das Handy wieder weg.
  • Zur Mittagspause lese ich meine E-Mails auf dem Handy und
    beantworte Rückfragen. Ich finde tippen auf dem Handy doof, aber es geht schon
    irgendwie.
  • Auf dem Weg nach Hause setze ich mir meist die Kopfhörer auf
    und mache keine Musik an. Es ist mein Ausgleich von den vielen Gesprächsrunden
    am Tag. In der U-Bahn schreibe ich mit dem Mann und organisiere noch einige
    Dinge. 
  • Vor der Kita werden die Kopfhörer weggepackt und das Handy auch. Jetzt
    ist Kinderzeit.
  • Sollten wir am Nachmittag unterwegs sein, so frage ich die
    Kinder auf dem Spielplatz ob ich mitspielen darf, oder in die „Elternecke“
    soll. 
  • In der „Elternecke“ hängen die bekannten Gesichter über den Telefonen.
    Manchmal reden wir, aber manchmal erledige ich dann auch noch Dinge am
    Smartphone.
  • Bei uns gibt es kein Handy zum Essen, oder dem zu Bett
    gehen. Sollte sich Einer von uns nicht daran halten, darf der Andere auch
    vehement daran erinnern.
  • An jedem zweiten Abend gibt es bei den Kindern ein Hörspiel.
    Am anderen Abend wird gelesen. Nach einem Rotationsprinzip lesen wir erst dem kleinen Kind und dann dann zusammen mit dem großen Kind vor.
  • Wenn die Kinder im Bett sind, sprechen wir über die
    Abendplanung (wenn wir mal Beide daheim sind, was eher selten ist).  Meistens setzt sich der Mann an sein Buch und
    ich mich oben ins Wohnzimmer vor den Rechner, oder vor den Fernseher. Beim
    Serien gucken nutze ich unser Pad und schreibe viel mit Freunden, oder denke
    über neue Texte nach.
  • Wir besitzen keine einzige Spielebox. Wir liebäugeln immer
    mal wieder damit, aber bis jetzt konnten wir uns nicht durchringen, so nutzen wir also eher nur den Fernseher gemeinsam.  
So viel los in der Flimmerkiste.

Ich denke oftmals, dass ich sicherlich kein wirklich gutes
Vorbild bin, denn JA (und das ist nun mal einfach so) Ich habe immer mein Handy
irgendwie dabei, bin „on“ , fotografiere, kommentiere usw. auch ad hoc Dinge aber, ich glaube  auch, dass das eben zu
unser Generation dazu gehört. Das unsere Kinder so aufwachsen werden. 

Sie werden
nicht ihr erstes Handy mit 16 bekommen, sie werden den Computer in der Schule
nutzen, sie werden einen anderen Umgang damit lernen. 
Sie werden die
Zwischenschritte, die wir noch gegangen sind, nicht mehr gehen müssen. Deswegen will ich den Kindern von meinem
ersten Rechner und meinen Erinnerungen daran erzählen. Ich will mit Ihnen über einen bewussten Umgang sprechen. 
Ich weiß aber auch, dass wir als Eltern wohl eher an unserem Eigenbild
dazu arbeiten müssen, denn Zeiten ändern sich und auch #mydigitalday kann sich
jeden Tag verändern und anpassen und somit auch ihrer.
Dies ist ein Beitrag zur Blogparade #mydigitalday von @Mamaontherocks mit der wir gemeinsam mit Zwillingswelten im Elternbeirat von Scoyo sind.

Alu