Erinnerungen an die Schulzeit

Zu den besten Erinnerungen an meine Schulzeit gehört die Stunde bei Professor Müller, in der er uns die Sache mit der der Dialektik beizubringen versuchte. Auch ganz vorne in der Rangliste schulischer Glanzstunden:

Wie Pfarrer Kollmann uns mit Inbrunst die Stelle aus dem AT nahebrachte, in der es heißt, es gebe nichts Neues unter der Sonne: „Ist doch immer der gleiche Scheiß seit Anbeginn der Zeiten.“ Bis heute Grundpfeiler meiner Weltsicht. Das mit der Sonne erklärt sich von selbst, und auch wenn ich das mit der Dialektik sicher eher oberflächlich durchdrungen habe – es hilft, sich die Welt als ein ewiges Geschrei von dieser, dann von jener Seite vorzustellen, woraufhin sich dann alle in der Mitte treffen.

Die Anfängerlektüre für Eltern auf der Waldorfschule

Und wo ist jetzt das Thema? Hier: Ich habe ja jetzt einen Sohn auf der Waldorfschule. Heimlich, noch von niemandem bemerkt, tu ich mir auch die entsprechende Anfängerlektüre rein. Und finde meine beiden Lebensprinzipien aufs Schönste bestätigt. Wir erinnern uns: Ich lästere gerne über Eltern, die mit ihren Kindern diskutieren, statt ihnen eine ordentliche Ansage zu machen. Das scheinen mit Leute erzogen wiederum von Eltern, die „Autorität“ entweder als grausamen Disziplinierungswahn verstanden oder aber jegliches Hierarchieverhältnis gegenüber ihren Kindern ablehnten. Sie zeigten ihren Kindern, die nun selbst erziehen müssen: Sehet, es gibt keine Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen. Ich diskutiere gerne mein Liebesleben mit dir und bin dein bester Freund. Die Produkte solcherart „Erziehung“ sind völlig verunsicherte junge Eltern, die sich wie ihre Kinder kleiden und ihre Verunsicherung grad so weitergeben.

Nun aber, neulich beim Waldi-Elternabend die Lehrerin: „Es gibt hier Kinder, die sagen mir, sie dürften zuhause alles.

Steiner lesen lohnt sich. Man muss ja kein Anthroposoph werden.

Jost Burger

waldorf