Über das Ankommen.


Dieser Tage feiern wir etwas Besonderes: Ein neuer, ganz kleiner Mensch kommt in dieser Welt an. Gelandet von einem fremden Planeten, der doch näher gar nicht sein könnte. Ich freue mich darüber, sehr. Und denke zurück an unser eigenes Ankommen, weil ich doch rührselig bin. Und weil ich so, so gern daran denke.
Angekommen.

Zweieinhalb Jahre sind es jetzt, sechsunddreißig lange kurze Monate, in denen ich manchmal dachte: Alles hat sich geändert, und dann wieder: Gar nichts hat sich geändert, und immer meinte ich mich. Zweieinhalb Jahre Mutterschaft brachten Unverhofftes und Vorhergesehenes in mein Leben. Garantiert unvorhergesehen warst: Du.


Vor Deiner Geburt habe ich oft gerätselt, wie Du wohl sein würdest,

und wie ich dann wohl sein würde, und welcher Art Kind ich wohl die beste Mutter sein könnte. Völlig sinnlos, denn herausgefunden habe ich es ja sowieso nicht. Und Du bist ganz anders, als ich es mir hätte vorstellen können, denn Du bist ja Du, und warst es vom ersten Atemzug an. Dein Bauplan ist nicht meiner; ich staune, wenn ich Dich ansehe. So mutig, so selbstsicher, so geborgen in Dir selbst. Ich bin froh, dass ich ausgerechnet Dich begleiten darf.

Ein Geschenk bist Du, mein Kind, das ich mit Achtsamkeit behandeln will, auf dass es mir nicht zerbricht. Ob es einen Gott gibt, egal welchen, kann ich Dir leider nicht beantworten, aber mir gefällt der Gedanke, dass es wiederum irgendwem gefallen hat, Dich zu mir zu schicken.  

Ausgemalt habe ich mir allerdings alles in den schwärzesten Farben.

In den Wochen vor Deiner Ankunft war ich mir sicher, dass Du unentwegt schreien und ich depressiv werden, dass wir auf ganzer Linie scheitern und ein heilloses Chaos anrichten würden miteinander. Ich erwartete ein worst case scenario. Bekommen habe ich zwar einen scheußlichen Notkaiserschnitt, aber auch die besten Monate meines Lebens. Ja, genau diese ersten Monate, von denen immer alle sagen, die seien richtig scheiße – ich fand sie großartig.

Einige Wochen nach Deiner Geburt humpelte ich mit einer Freundin spazieren. Irgendwann fragte sie mich vorsichtig, wie es mir ginge, so wegen Schlafen und Schmerzen. Ich starrte eine Weile tiefsinnig in die Gegend und sagte dann voller Inbrunst: „Ich bin so gerne ihre Mutter!“ Gleich danach habe ich weinen müssen. Aus Rührung über mich selbst. Bisschen peinlich ist das schon. Die Hormone, weißt Du. Aber viel wichtiger ist: Es stimmte. Damals, und dazwischen, und heute.   


Danke, dass Du bei mir angekommen bist. Ich hab auf Dich gewartet.

((( Liebes Große-Köpfe-Baby, wir wünschen Dir das allerbeste, schönste, kuscheligste Ankommen auf dieser Welt. Möge sie Dich freundlich empfangen. )))
Liebe Liz, danke für diesen wunderbaren Einblick in Euer Ankommen. Wer mehr von Kiddo. the.Kid lesen mag, dem sei das Blog allerliebst empfohlen.