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Bonbonladen der Gefühle – der Sommergeruch

Am Wochenende haben wir das eine Kind aus den Ferien abgeholt. Es war Zeit, zwei Wochen lang war ein Teil meines kleinen Herzens außerhalb Berlins spazieren gewesen.

Ich hatte den Geruch und die Stimme des Kindes so sehr vermisst und war dann erstaunt wie ungewohnt die Stimme nach einer Sommerreise klingen kann. Hell, fast wie eine Glocke klingt das Kind gerade, ist das die sonnengewärmte Stimme?

 Ich ziehe das Kind an mich heran und sauge den Geruch seiner Haare ein. Ich habe wohl „Sommergeruchsvermissung“

Ein Bonbonladen der Gefühle.

Es ist so seltsam, die eigenen Kinder riechen immer wie der Besuch in einem Bonbonladen der Gefühle. Ich kann von ihren Gerüchen niemals genug bekommen und möchte ihre kleinen Duftstoffe in Gläser packen und für schwere Pubertätszeiten ins Regal stellen.

Ich streichele dem Kind durch die Haare und möchte es einen klitzekleinen Moment länger in den Armen halten, aber das Kind dreht sich schon wieder weg und versinkt in den eigenen Spielwelten.

Ich vermisse ihren Geruch an jedem Tag.

Einige Tage warte ich schon auf die Rückmeldung der großen Tochter von ihrer Meerreise, am Wochenende kam endlich eine SMS und ich habe sie in meinen Gedanken noch mal umarmt und meinen Kopf in ihre Haare gedrückt. Das große Tochterkind ist diesen Sommer so viel unterwegs, ich habe fast Angst ihren Geruch in meiner Nase zu verlieren. Wenn ich an ihren Bonbongeruch denke, dann vermisse ich sie gleich noch einen Moment mehr. Es ist die „Sommergeruchsvermissung“ beider großer Kinder in diesem Jahr.

Heimlich schnuppern, egal ob Sommer oder Winter.

Als die SMS angekommen ist, kuschele ich mich einen Moment an das Baby und atme tief ein. Dank diesem besonders süßen Exemplar schaffe ich es sicher noch bis zum Wiedersehen um dann, wenn sie schlafen, an allen Kindern heimlich zu schnuppern, egal ob Sommer oder Winter.

Bis dahin bleibt mir die „Sommergeruchsvermissung“ aus dem Bonbonladen der Gefühle.

Alu

 

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