Gestern saß ich in der Uni und unterhielt mich mit den anderen Student*innen darüber wo wir die Utopie einordnen würden. Die Utopie, sie überschreitet die Grenze des Möglichen, liegt am Rand, oder wabbert am Ende der Unmöglichkeiten, kann zum Wunsch und zur Vision werden.Wir dachten und sprachen gemeinsam über das Phänomen Zeit und die sich verschiebenden Grenzen von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten und plötzlich stand die Frage im Raum: Was sind unsere derzeitigen Utopien? Woran glaubt die Allgemeinheit noch, könnte man fragen. Was ist ein Traum der Masse? „Nichts konkretes“, sagten dann Einige und „vielleicht ist das gar nicht mehr möglich“, sagen die Anderen.

Ich kaue auf dem Thema herum und nehme es mit nach Hause.

Utopien werden manchmal zu Visionen, erscheinen wie Unmöglichkeiten, verändern sich durch den Status quo und werden möglich. Mir fällt spontan die Suffragettenbewegung ein, deren Utopie ein Wunsch und dann Wirklichkeit wurde.

Immer wieder lasse ich Gedanken wie „Die Freiheit der AFD ist nicht meine Freiheit“ durch meinen Kopf gehen, so unterschiedlich sind die Wünsche und Visionen von Menschen die sich schon in einem Bezirk, ja vielleicht sogar in einem  Mietshaus bewegen.

Keine Träume, keine gemeinsamen Utopien mehr möglich in dieser Generation? Ist das wirklich so?

Ich fahre nach Hause und wie so oft, wenn mir Dinge nicht klar sind, mich beschäftigen, dann erzähle ich sie den Kindern. Ich frage sie einfach was ihr Traum für alle wäre und das große Kind sagt einfach „Das alle Menschen in Frieden leben“ und das kleine Kind sagt „Das jeder lieb gehabt wird.“

 

Frieden und Liebe für alle

Manchmal, da sollte man einfach die Kinder fragen statt die verkopften Student*innen!

Da sind sie die gewünschten und übrig  gebliebenen Utopien aller Generationen.

So schwer waren sie eigentlich nicht zu finden und doch war da wie ein Brett vor meinem Kopf für einen Moment. Ich habe nur noch an Digitalisierung, Technikfolgen, Familienstrukturen und Nachhaltigkeit gedacht – schon so verkopft erwachsen fühl ich mich manchmal.

Was habe ich für ein Glück, dass ich manchmal einfach die Unbedarftheit fragen kann.

Wie schön, wenn manche Dinge einem plötzlich doch gedanklich möglich erscheinen, nicht nur als Utopie sondern als ausgesprochener Traum einer neuen Generation für den es sich zu kämpfen lohnt, oder?

Alu

wuensche der Kinder