Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Wochenende in Bildern

Tagebuchbloggen am 5. August 2026 – WMDEDGT #Rehatagebuch

Tagebuchbloggen am 5. August 2026 – Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Hallo August, ich habe wirklich sehr auf dich gewartet. Ich starte nämlich heute mit meiner Reha. Eine Reha, das ist eine Rehabiliationsmaßnahme, die man bei der Rentenversicherung beantragen kann, wenn man gesundheitlich eingeschränkt ist und sozusagen Aufbauhilfe benötigt. Beantragt habe ich diese Reha im Januar 2026 und kann nun endlich starten. Sicherlich lag es auch daran, dass ich gern wieder ans Meer wollte, denn das Meer tut meiner Seele einfach immer wieder gut und so bin ich seit Tagen aufgeregt.

Der Tag beginnt also früh und mit dem Packen des Autos. Der Liebste bringt mich hin, was schön ist und den Abschied etwas leichter macht. Eigentlich wollen wir um 8 Uhr starten, aber irgendwas ist eben immer und so starten wir erst zu 9 Uhr mit unserer Reise. Bei der Ankunft in so einer Reha-Klinik gilt immer “Ankunft bis 12 Uhr”, also ab die Post. Wir fahren also ohne große Verzögerungen und hören unterwegs weitere Folgen vom Podcast “Kunstverbrechen” vom NDR. Ich mag diesen Podcast, er ist unterhaltsam und man lernt immer dazu, find ich gut. Heute ging es um Kunst aus der Nazi-Zeit und eine gestohlene Bronze. Erst 2024 gab es dazu eine große Ausstellung in Arnheim, ein spannendes Thema, gerade wenn man sich die derzeitigen Strömungen in der Politik anschaut.

Reha in Boltenhagen

Wir schaffen es (kurz vor knapp) zu 12 Uhr in die Klinik und während ich mich anmelde lädt der Liebste alles aus und hilft. Reha Kliniken sind sehr besondere Orte, denn dort trifft man eigentlich immer nur Menschen, die alle was haben. Hier sind es vor allem (wie ich) onkologische Patientinnen oder auch Patientinnen mit Herzerkrankungen. Die Begegnungen mit solchen Menschen sind für mich inzwischen total normal, aber ich würde zum Beispiel niemals mit einem der Kinder in  so eine Klinik fahren, denn die täglichen Begegnungen mit kranken Menschen (auch vielen Patientinnen, die palliativ behandelt werden) machen schon etwas mit Einem.

Warten auf das Gespräch

Warten auf das Gespräch

Nach meiner Ankunft gibt es gleich das erste Gespräch, ein schnelles Mittag und danach muss ich mich erstmal hinlegen. Ich bin so fertig von dieser Anreise und einfach richtig geschafft. Auch wenn bei meiner Fatique Schlaf nicht alles lösen kann, so hilft es eben doch etwas und so lege ich mich einfach nochmal hin. Als ich aufwache merke ich schon, dass meine Tablettendosis nicht stimmt heute, ich habe das Gefühl mir ist etwas schwindelig und auch daran merkt man, dass solche Reisetage eben nicht ohne sind.

Am Nachmittag findet dann mein Arztgespräch statt. So ein Gespräch ist intensiv, denn man geht ALLES durch. Was hatte man für Therapien? Was tut einem gerade weh? Wie fühlt man sich? Zudem hat man eine körperliche Untersuchung und neurologische Einschätzung. Danach wird dann der Anwendungsplan besprochen. Jede Anwendung wird sich angeschaut und geguckt was gerade gebraucht wird. In meinem Fall heißt es: Krafttraining, Atemtechniken, Ergotherapie zwecks meiner Polyneuropathie. Es wird also jetzt geguckt wie und wann alles zusammenpasst und dann bekommt man, im Schnitt, alle 5 Tage einen Reha-Plan mit vielen Anwendungen.

Zum späten Nachmittag gehe ich dann noch “einkaufen”. Ich hatte nämlich Doppelkekse für mich gekauft, aber irgendwie haben die Kinder sie mir weggeschnappt und nun hätte ich gern eine Rolle für die nächsten Woche, die mich am Nachmittag (zu meiner täglichen Tasse Milchkaffee) ab jetzt glücklich machen soll. Ich sag es mal so, die berühmten Doppelkekse, gibt es nicht, aber wenigstens Dinkel-Doppelkeks.

Scherben bringen Glück?

Scherben bringen Glück?

Außerdem möchte ich gern eine Teetasse kaufen, denn beim Ausräumen heute ist mir die Tasse kaputt gegangen. Auch wenn Scherben sicherlich Glück bringen (haha) so bin ich doch traurig, denn ich habe die Tasse selbst gemacht. Eine Tasse find ich leider heute nicht, da muss ich wohl morgen nochmal los. Heute Abend dann also kein Tee aus einer Tasse.

Nach dem Einkauf geht es dann zum Abendbrot. Ich sitze (was ich echt schräg finde) am gleichen Tisch wie bei meiner hier vor Ort! Das ist doch mal verrückt! Mir gegenüber sitzt eine Mama mit einer großen Tochter, nach Kommunikation war mir aber noch nicht.

Nun sitze ich in meinem Zimmer und tippe diesen Text. Ich kann das Meer sehen und die Möwen hören, war aber noch nicht am Strand. Ich muss sagen, dass ich das in Ruhe angehen will. Ich möchte dort stehen und atmen und heute war irgendwie ein Tag des Ankommens, da hatte ich dafür noch keinen Kopf. Im Übrigen frage ich mich die ganze Zeit ob ich das letzte Mal Schokocreme gekauft hatte, für mein Frühstück hier? Ich kann mich nicht mehr erinnern und bin daher gespannt was es denn morgen am Frühstücksbuffet zu finden gibt.

Heute gehe ich einfach ins Bett und hoffe darauf, dass die erste Nacht gut und ruhig wird.

Was für ein Reha-Start am Meer.

Wie war euer Tag?

Alu

WMDEDGT bei Bruellen 

 

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply