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Advent – Warten, aber worauf? #ReligionmitKindern

Es ist Advent. In dieser Vorweihnachtszeit bereiten wir uns auf das große Fest vor. Dabei ist es ebenso eine kommerzielle Vorbereitung. Diese ist verbunden mit viel Stress. Außerdem sind es nicht wenige Menschen, die Besinnlichkeit suchen. Fürderhin wissen viele nach wie vor von der friedlichen Kraft des Weihnachtsfestes.

Sehr lang kam es mir komisch vor. Jedes Jahr das gleiche, ich fragte mich, warum wir solch kurzen Takt haben, so dass alle 365 Tage das Gleiche anfällt. Inzwischen habe ich die Einsicht gehabt, dass wir, dass ich, es brauche.

Stellen wir uns beispielsweise nur kurz einmal vor, dass noch mehr Feste nur einmal im Leben begangen würden. Das würde kaum reichen. Ich benötige diese Jahrestakt, dieses regemäßige erinnert werden. Wie schön, wenn die Dinge verlässlich vorbeikommen. Für mich gliedert es sich, übrigens, sehr anhand des Kirchenjahrs. Natürlich auch anhand vieler anderer Höhepunkte wie politische Ereignisse und Gedenktage oder sportlicher Events.

Das geht alles nicht spurlos an mir vorüber. Wenngleich mir nicht alles gleich wichtig ist, nehme ich viele wahr und warte daraufhin.

Abermals soll am 25. Dezember einem Kind gedacht werden. Wir feiern es ebenso, als würde es jährlich neu geboren. Das ist gut so. Zudem feiern wir auch die Geburtstage unserer Kinder, denen wir in die Welt geholfen haben. Es ist das zweite Mal Weihnachten mit Corona. Zwar habe ich es im letzten Jahr nicht gedacht, doch befürchtet habe ich es schon ein wenig. Wir werden es unbeschwert feiern können. Überdies waren wir sowieso nicht auf lange Fahrten oder verreisten über die Weihnachtstage angewiesen. Trotzdem bedrückt mich diese Dauersorge. Wenngleich Alu und ich wesentlich glimpflicher durchgekommen sind als andere. Wir fühlen die Anspannung und die Probleme dennoch. 

Dieser Advent ist für mich auch das Warten auf eine nachhaltige Lösung mit Corona.

Ich erhoffe eine Entwicklung, die uns wieder etwas mehr in Nähe des Davors bringt. Umso mehr warte ich auf das Kind im Stall. Ein besonderer Mensch kommt schutzlos in den Trubel der Welt. Er wird sie durchleben und es wird etwas bleiben. Die Geburt und das Leben Jesu sind ebenso das Symbol einer Familienleistung, eine Geschichte von einem unangepassten Menschen, der Anfang einer neuen Glaubensform – u.a. meiner. Die Sehnsucht vieler Menschen bündelt sich zum Jahresende hin. Es ist nicht nur die Materialschlacht, bei den wenigsten ist es Glauben es ist der althergebrachte Wunsch in dieser trüb-kalten Jahreszeit etwas Warmes zu erzeugen, zu verschenken, zu erhalten.

Kaum ein Jahr zuvor ist mir das so deutlich geworden. Corona drängt uns nahezu zurück ins Kleine – für die, die so etwas haben und nicht allein sind vermutlich zumeist sehr schön.

Für uns ist es Glück. Darüber hinaus ist es auch Stress und Druck und Tränen flossen Weihnachten ebenfalls bei uns in den vergangenen Jahren. Nichtsdestotrotz stelle ich eine Beseeltheit bei allen Familienmitgliedern fest, die nicht allein die Summe der Freude über die erhaltenen Geschenke ist. Abgesehen davon haben wir als Familie viele christliche Elemente von Adventsliedern im Vorfeld bis hin zur Weihnachtsgeschichte, der Musik und dem Gottesdienst. Zu Weihnachten vergesse ich, übrigens, immer die Zeit. Es ist die einzige Phase im Jahr, wo ich nicht sagen könnte welcher Wochentag und welches Datum gerade ist. Darauf lohnt es sich für mich zu warten.

Dieses Weihnachten wird wieder emotional, sowas von

Des Weiteren gibt es für mich persönlich ein eigenes Motiv. Es ist ein religiöses Moment, das ich mit euch teile. Obwohl ich weiß, dass es viele nicht nachvollziehen. Doch vielleicht könnt ihr mitdenken und es tolerieren. Es ist die Bitte im Vater Unser, deren lateinische Version die Verwandtschaft zur vorweihnachtlichen Rüstzeit deutlicher werden lässt: „Adveniat regnum tuum“. Dass „Dein Reich komme“ wünsche ich mir immer mehr. Dies gibt mir Kraft für so viel Gutes und auch für das Aushalten. Es ist der Wunsch, dass es besser werden kann, besser wird. Für mich ist es verbunden mit einem Gott. Doch kann so etwas vielleicht auch allein durch uns erreicht werden.

Es ist viel zu tun. Ebenso wie hunderte Male zuvor, haben wir das Gefühl: das wird nichts mehr mit diesem Besser. (Abgesehen davon könnte ich die Hoffnung nicht sinken lassen.) Es lohnt sich zu warten, auf das Christkind, darauf das es besser wird und auf einen Schluss, hinter dem Neues beginnt.

Gleichwohl müssen wir selbst etwas tun.

Ein Motor dafür könnte Hoffnung sein. Hoffnung, die beim Warten auf ein Ziel hin sich ausprägt, die angereichert wird u.a. mit unseren Wünschen. Ich wünsche euch schöne Weihnachtstage und lasst die Hoffnung nicht los!

Was gibt euch gerade Hoffnung?

Euer Konsti

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2 Comments

  • Daniela R.
    8. Dezember 2021 at 20:18

    Danke für diesen berührenden Text im Advent. Ja wenn äußerlich gesehen vieles zerbricht, ganz anders ist und uns Not macht, warte ich auch umso mehr auf meinen Gott. Danke fürs dran erinnern.

  • Alu und Konsti
    9. Dezember 2021 at 16:37

    Danke für dein Feedback
    HG
    Konsti

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