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Bei den Kindern wohnen „Jemand“ und „Niemand“ zur Untermiete.

Wir haben Untermieter – sie bezahlen nicht.

Bei uns zu Hause wohnen zwei unbekannte Verliebte. Ich habe sie noch
nie persönlich getroffen, aber in vielen Momenten mit den Kindern spielen sie eine zentrale Rolle.

Zuerst zog vor einiger Zeit dieser Jemand bei uns ein.
Ich
wurde nicht gefragt ob ich eine fremde Person hier wohnen lassen möchte, das
haben die Kinder alles allein entschieden. Anscheinend mögen sie diesen Jemand wirklich sehr gern, denn er ist eine wirklich gefragte Person in vielen
Alltagssituationen. Obwohl doch eigentlich wir die Erziehungsberechtigten der Kinder sind, wird viel seltener nach Mama, oder Papa gerufen, als nach diesem Jemand.

Niemand? Jemand?

„Kann Jemand mal kommen?“ „Kann Jemand mal
helfen?“ „Hat Jemand das schon gemacht?“ „Ist da Jemand?“

Wer ist dieser Jemand?!

Am Anfang war ich sehr irritiert. Ich fragte immer häufiger die Kinder „Wer genau dieser Jemand denn sei, der hier plötzlich aufräumen, Abendbrot machen, Po abwischen und Stifte Boxen sortieren
sollte? Die Kinder gaben mir nie eine zufriedenstellende Antwort. „Na, Jemand sollte das eben machen.“ AHA!
Nach einigen erfolglosen Jagdversuchen von diesem Jemand probierte ich mit einigen mütterlichen Tricks diesen Jemand zum Vorschein zu bringen „Kann das mal Jemand machen?“ Könnte mal Jemand die
Kinder zum Essen holen?“ „Hat Jemand schon den Müll runtergebracht, die Wäsche aufgehangen, die Kinder ins Bett gebracht?“ 
Aber Jemand kam nie zu mir. Ich
blieb weiterhin auf mich allein gestellt und suchte diesen Jemand bei uns zu
Hause vergeblich. Jemand scheint sich also nur im Schatten aufzuhalten.
Ist das dieser Jemand? Foto: K.Manthey

Dann kam Niemand?!

Nach einiger Zeit zog ein weiterer Mitbewohner bei uns ein, der Niemand.
Dieser Niemand ist wirklich ein ganz feiner Kerl. Ich
traf ihn eines Morgens als ich mit den Kindern auf dem Spielplatz war und K2
wieder einmal „Jemand solle doch den Sand aus seinen Schuhen machen“, rief. In
diesem Moment trat Niemand in unser Leben. „Niemand kommt gleich“, rief ich
und da hatten sich Jemand und Niemand auch schon verknallt.
In dieser wilden Paarbeziehung mit Jemand hat sich nun also dieser Niemand einen festen Platz in unserer WG erkämpft.
Sollte nämlich jetzt Jemand gerufen werden, dann kommt einfach Niemand.

Jemand soll das Zimmer aufräumen? Niemand kommt. 

Jemand soll dies tun und das tun!

Jemand soll die Stifte anspitzen,
Wäsche aufhängen, den Müll runterbringen, die Kinder zum Essen holen?“ Niemand ist immer zur Stelle.
Es ist nicht gerade leichter für uns alle Vier geworden, denn
seit Niemand bei uns eingezogen ist, haben wir alle plötzlich viel mehr zu
tun. Wir müssen alle mehr selber erledigen, denn Jemand scheint durch die
neue Beziehung ständig abgelenkt zu sein und bringt sich im Haushalt einfach nicht mehr ordentlich ein. 
Heißt es nun also aus dem Kinderzimmer „Kann
mal Jemand das Kinderzimmer aufräumen kommen?“, dann tönt es aus einem anderen
Zimmer „Niemand kommt gleich mal“ und zum Schluss muss ich dann gehen.

Derzeit sind wir jedoch dabei mit den Kindern über einen Auszug der beiden Verliebten zu verhandeln. Wir denken, dass Jemand und Niemand in anderen Familien sicherlich auch einiges voran bringen könnten und haben bereits erste Erfolge in den Verhandlungen erzielt.
So erklärte K2 uns Erwachsenen nämlich letztens, dass ja eigentlich
Papa Jemand sei und Mama Niemand ist! 


Ich glaube ja, dass nach diesem Gespräch Jemand richtig sauer war und Niemand die Koffer gepackt hat um  bald auszuziehen. Dann kehrt hier vielleicht auch mal etwas Ruhe ein.

Vielleicht ziehen sie ja bald bei Euren Kindern ein, wer weiß?

Alu

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3 Comments

  • lovisasworld
    19. Juni 2015 at 01:58

    haha, musste so lachen!… sehr cool, bei uns war es immer die 'Susi', die durch Sauberhand die Wäsche gewaschen hat, Geschirrspüler ausgeräumt hat… 'Ist die Susi auf Urlaub oder warum läuft der Wäschekorb über' 'Die Susi hat gekündigt, drum steht das Geschirr noch rum'
    liegrü, L

  • Der imaginäre Freund - Wheelymum
    30. Mai 2017 at 10:12

    […] Sie sind gerade bei Kindern Ausdruck eines lebendigen Geistes. Die meisten Kinder die solch einen Freund haben, haben auch Zeit dazu, diese Wesen zu erschaffen. Sie können ihnen helfen, ihren Platz in der Welt zu finden. Im Austausch mit ihm können Kinder ihre Erlebnisse und Eindrücke verarbeiten. Psychologin Marjorie Taylor von der University of Oregon hat herausgefunden,. Dass Kinder mit einem unsichtbaren Freund früher die Gefühle und Emotionen von ihren Mitmenschen wahrnehmen oder sich einfühlen können. Ein wunderbares Beispiel, was diese Freunde alles können gibt es bei Großeköpfe: Dort lebten jemand und niemand. […]

  • Alu und Konsti
    30. Mai 2017 at 17:18

    Danke Dir : )

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