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Der Schatten in meinem Leben #Coronaeltern

Mitten in Corona, während des Aufkommens der 4. Welle – also genau jetzt und genau hier – wird mir klar, dass Covid19 zum Schatten geworden ist. Ich kann mich ihm nicht mehr ausreichend widmen und trotzdem klebt er an mir. Dabei geht es u.a. darum, dass ich müde bin. Das heißt verkürzt die Dauer der Pandemie hat mich abstumpfen lassen. Ebenso kann ich derzeit nicht sagen was richtiger und was falscher Umgang mit dem Virus und seinen Folgen ist. Zwar habe ich alles vermeintlich Richtige getan, habe AHA-Regeln befolgt, bin doppelt geimpft und habe mich dafür auch schon als Herdentier und Gutmensch beschimpfen lassen dürfen, dennoch der Kompass in dieser Zeit fehlt (Ja es ist halt auch Wahlkampf, möchte man meinen). 

Ich arbeite wieder so viel wir vor dem Frühjahr 2020, die Kinder sind in ihren Einrichtungen und das private Leben geht weiter nur mit etwas mehr Maske vor dem Mund. Gestern hat mir erstmals jemand wieder seine Hand gereicht. Das geht mir zu schnell. Obwohl ich auch weiß, dass es weiter gehen muss. Dieses sichere Gefühl von 2019 und davor habe ich jedoch nicht.

Ein Schatten meiner selbst inmitten von Corona

Nun kann man sagen “es kommt nicht wieder” oder “was scheren dich die Regeln, die der Staat macht?”. Aber ich zähle zu den Menschen, die versuchen richtig im Sinne der Gemeinschaft zu handeln. Ungerne überschreite ich Regeln. Ich bemühe mich achtsam durch die Welt zu gehen und mehr zuzuhören als zu reden. Nur neben mir ist dieser Schatten – die Folgen eines kleinen Virus, der in der Darstellung wie ein besonderer Kaktus aussieht.

 

Gerne würde ich meine Liebsten und die anderen schützen, nur wie? Die Kinder müssen lernen, wir müssen arbeiten und das Leben geht weiter. Die Frage ist nur reicht das? „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Ja, aber?

Eine Exit Strategie ist nicht in Sicht. Ebenso vermisse ich gute Argumente für viele derzeit diskutierte Lösungen. Ich möchte vertrauen können, doch dafür muss ich das ganze verstehen und ein Ziel erkennen. Für mich ist dies gerade nicht in Sicht.

Zumindest sollte man jetzt auch innehalten. Kein nur weiter so weder bei Corona noch bei den vielen drängenden Fragen in dieser Zeit. Die Entschleunigung ist schonmal wieder weg, die durch die Pandemie auch gutes gebracht hat (für viele, nicht für alle Menschen). Das hatte ich nicht zu beeinflussen.

Wo sind das Zurückschauen und Resümieren?

Oder zumindest der klare Plan, vielleicht auch inklusive ehrlich kommunizierter Unsicherheiten? 

Ein Schatten meiner selbst inmitten von Corona

Beklommen schaue ich auf den Schatten neben mir. Mit mulmigen Gefühl übe ich mich in Geduld und Vertrauen auf das Handeln der Menschen. Hoffentlich ist der Einsatz diesmal nicht zu gewagt. Na, mal sehen…

Wie ergeht es euch derzeit?

Nachbemerkung: Gestern sagte mir jemand, ihm fehle bei dem Ganzen das Gottvertrauen – ein Stück weit hat er wohl auch recht.

Konsti

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