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Eltern sind sehr produktiv – an die neue Bundesregierung

Was Eltern so alles machen, berichten wir und viele andere Eltern(blogger) immer mal wieder. Dabei scheint es immer noch nicht ausreichend angekommen zu sein. Gestern gab es einen neuen Bundeskanzler, also wird es mal wieder Zeit eine neue Geschichte übers Elternleben zu schreiben. Wir sind nämlich sehr produktiv!Als Beispiel dient dieser Tag. Ich tippe diese Geschichte kurz vor 10 Uhr abends. Davor habe ich bereits einen weiteren Text fertig gestellt. Darüber hinaus trank ich schon eine Tasse Glühwein (Vielleicht ist dies der Grund für das hier 😉). Gleichwie, ich werde noch einen Text schreiben. Davor habe ich für Abendbrot gesorgt und da Alu nicht gut laufen kann (dafür macht sie ganz viel anderes), habe ich alle Kinder versorgt und ins Bett gebracht. Das lief alles zwischen 18 und 20 Uhr.  Wir hatten Lust auf Kaffee also bereitete ich schönen Milchkaffee. Vorher musste dringend eingekauft werden, denn dazu kam ich Anfang der Woche noch nicht. All das während Kinder irgendwas benötigten: Die Hausaufgaben wurden kontrolliert, die Schultaschen entpackt und die Briefe gelesen und beantwortet.

Den Kontrollbogen über den freiwilligen Selbsttests aufgrund der Corona-Pandemie füllte ich für die Kita ebenso aus. Zudem hat K2 mehrfach etwas vergessen zu erledigen, also antworte ich der Lehrerin mit der Bitte um Aufschub. Bei K1 muss eine Note unterschrieben werden (diesmal eine gute, sogar in Mathe). Währenddessen organisiert die Liebste anderes. Sie schreibt E-Mails an den Therapeuten und sorgt für die Weihnachtsgeschenke usw. usf. 

Manchmal fragen mich Unwissende, wie wir das alles hinbekommen.

Naja, das ist schwer beschreibbar. Oft führe ich es dann auf den einfachen Satz:

„Wir sind als Eltern nicht mehr die Bestimmer:innen unserer Zeit. Wir können nicht frei entscheiden, wann der Arbeitstag bzw. die Freizeit beginnt oder endet.“

Denn irgendein Kind muss immer irgendwo hin. Derzeit schließt die Kita wegen Personalengpass früher und beginnt später. Alu kann noch nicht Auto fahren, also habe ich das alles. Darüber hinaus ändert sich das im Laufe des Familienlebens nur bedingt. Mit älteren Kindern braucht es ebenfalls etwas Verbindlichkeit im Familienleben. Die ist beispielsweise der gemeinsame Abendbrottisch.

Zurück zum heutigen Tag, vor dem Nachmittag daheim musste K3 abgeholt werden. Die Kita rief an. Ich raffte also auf Arbeit alles schnell zusammen. Glücklicherweise waren zumindest alle Besprechungen durch. Doch wieder gab es keinen aufgeräumten Schreibtisch und weitere Mails müssen warten. Ob ich das Morgen schaffe, ist fraglich, denn K3 ist ja nun erst einmal zur Genesung daheim. Dafür war der restliche Arbeitstag mit einigen Erfolgen bestückt. Etwas, das ich dankenswerterweise häufig habe (ebenso wie verständnisvolle Kollegen und Chefs)! 

Jedoch war auch dieser Tag vor dem Eintreffen im Büro schon 3 Stunden alt.

Aufstehen, K2 fertig machen, K3 zur Kita bringen, zur Arbeit fahren. Ohnehin kommen wir Eltern in diesem Ablauf zu kurz. Ich bin schon froh, wenn ich nicht vor lauter Eile schmutzige Kleidung angezogen habe. In dieses Tagen denke ich zudem oft an eine Fernsehwerbung von einem Haushaltsgerätehersteller, darin fasst eine Mutter Ihre Fähigkeiten in einem Jobgespräch damit zusammen, dass sie bisher ein erfolgreiches Familienunternehmen geleitet habe. 

Liebe Arbeitgeber, liebe Politik, liebe neue Bundesregierung, lest das und nutzt eure Erfahrungen und Vorstellungskraft.

Ich hoffe ihr kommt dann zu einem ähnlichen Ergebnis wie ich:

Familien, d.h. Eltern und Kinder (egal in welcher Konstellation und mit welchen Voraussetzungen) sind unkompliziert zu unterstützen und zu fördern. Und das obwohl die größte Wählergruppe in einem Alter ist, in dem sie diese Sorgen und das Leben meist nicht mehr leben.

Gerne fasse ich es auch einmal ein bisschen wirtschaftlicher, kurzum:

Eltern sind sehr produktiv (vermutlich mehr als viele andere, erfolgreichen Mitmenschen)!

Das ist eine große Leistung und nicht nur selbstverständlich und essenziell für das Vorankommen einer gesamten Gesellschaft. Sämtliche Ängste die man hat, wenn man Eltern einen guten Job übergibt, arbeiten diese für normal mit hohem Durchblick, guter Praxistauglichkeit, Stressresistenz und Einsatzbereitschaft. Dagegen ist es nahezu kleinlich, wenn man ihnen Unproduktivität unterstellt. Ebenso ist das vermeintliche “mehr an Krankentagen” kein Grund bei dem mehr was an Leistung geboten wird. Dies gilt übrigens für Alleinerziehende, Pflegende Eltern, Eltern in Teilzeit und alle anderen Formen von Arbeit und Sorgeperson ebenso. Wer Leistung ganzheitlicher beginnt zu verstehen kommt nicht drumherum: Eltern sind sehr produktiv und wertzuschätzen.

Familien sind kein kleiner Nenner sondern ein Grundpfeiler dieser  – unserer – Gesellschaft!

Fall ihr noch Fragen habt, ihr wisst wo ihr mich findet.

Euer Konsti

Die Bundestagswahl 2017 steht an, wer sollte die Stimmen der Familien wirklich bekommen? #DubistDemokratie #GERWOMANY #Familienpolitik

Eltern sind produktiv und Familien sind ein Grundpfeiler der Gesellschaft

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