Das Leben mit Kindern | Ich will mich vergleichen| grossekoepfe
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Elternleben

Bitte teilt Eure Erfahrungen mit mir – Ich will mich vergleichen

Immer wieder stehen Eltern, in ihrem Zusammenleben mit den Kindern, vor Unfasslichkeiten. Auch Dinge, für die man dann keine Lösung weiß, die einen verzweifeln lassen. Nur zu gerne würde ich dann von anderen Müttern und Vätern hören wie sie es machen.

Denn, seien wir ehrlich, das vergleichen und verorten, das machen wir alle. Es ist die erste Hilfe für eine Selbsteinschätzung, und auch Abgrenzung, und von anderen lernen tun wir auch. Nun spiegelt sich bei den Eltern aber auch all das wieder, was wir sonst so kennen.

Es gibt Eltern, da ist immer alles ganz rosig und wunderbar und die Kinder sind die besten und es gibt überhaupt keine Probleme.

Dann gibt es die, die zwar verschwörerisch zwinkern und erzählen, dass sie all das auch kennen (und man nimmt es ihnen auch zeitweise ab), doch praktisch vergleichbar macht es die Sache noch nicht.

Doch: Wo sind die anderen Eltern?

Daher bin ich sehr oft sehr dankbar, wenn Miteltern mit praktischen Beispielen ihre Erfahrungen Preis geben. Ich weiß, das ist gerade heutzutage, wo Elternsein keine einfache Normalität mehr ist nicht einfach. Zwischen Helikoptern und ignorieren schwingt alles hin und her.

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Komplex.

Allzu schnell hat man Angst vor der (Vor)Verurteilung.

Doch diese realen Kostproben aus dem Leben anderer Familien trösten und helfen das Heile-Welt-Ideal geradezurücken, das schleierhaft allzu oft Familien umkreist.

Denn (für alle Beteiligten, in egal welcher Konstellation)

Familie ist Arbeit

Familie ist nicht immer nur richtig.

Familie ist nicht immer nur vorbildlich.

Vielleicht ist diese Beobachtung nur Teil eines Ganzen. Denn das Erzählen generell ist außer Mode geraten. Lebensnah von beeindruckenden Erlebnissen berichten wir. Alles was banal ist und vielleicht auch unterkomplex, legt Dinge frei und macht angreifbar. Also lassen wir es. Denn wir und die Mitmenschen, sind reflexhaft mehr denn je konfliktscheue Sonnenscheinchen. Daher sind die Erfahrungsberichte, die Geschichten von ausrastenden Kindern, die Storys von Eltern die keinen Rat wissen und all dem dazwischen sehr wichtig. Wichtig für andere Eltern die sich vielleicht einsam, gebrochen oder belastet fühlen. Sie sind auch wichtig für mich. Ich möchte sie gern weiter hören und lesen. Ihr auch?

Konsti

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15 Comments

  • Ramona
    13. März 2019 at 09:37

    Ich finde das anhand konkreter Fragen einfacher, als einfach ins Internet zu schreiben. Na klar knirscht es hier zwischen den Zahnrädern, mal mehr, mal weniger. Das sind aber keine Themen, die ich im Internet ausbreite. Dafür haben wir hier im analogen Leben viele Austauschmöglichkeiten. Unser Kindergarten bietet jeden Monat einen Elternabend und Elterngesprächskreis, wo genau dafür Raum ist. Dort kann man seine Konflikte und Probleme besprechen und bekommt noch dazu konkrete Anleitungen und professionelle Impulse zum Reflektieren. Das Glück haben natürlich nicht alle Familien.
    Aber hm, meine Kinder sind in einem Alter, wo sie teilweise selbst mitlesen, was ich im Internet schreibe. Deshalb halte ich unsere Familieninternas eher allgemein und oberflächlich. Ich erwähne, dass es nicht immer leicht ist, gehe aber nicht ins Detail.

  • Lara
    13. März 2019 at 09:57

    Guter Punkt.
    Und falls gerade jemand liest, der eine gute Lösung für mein Problem hat: gerne.

    Mein Problem ist, dass unser Kind (3,5 Jahre) gerade sehr unkörperlich ist, um nicht zu sagen bockig (wobei ich das Wort nicht so gerne mag) oder gar nervtötend.
    Das Kind ist super selbstständig, theoretisch zumindest. Kann sich selber anziehen, besteht darauf entweder alles ganz alleine zu machen oder möchte „ein Baby“ sein, also gefüttert werden, angezogen etc. es gibt gefühlt nciht dazwischen und der Übergang dauert ungefähr drei Millisekunden.
    Zusätzlich ist es so, dass das Kind mich als Mutter gerade irgendwie ablehnt? Es sucht gefühlt nach Streit mit mir. Spuckt, tritt, schlägt, schimpft. Es ist wirklich anstrengend.
    Ich versuche freundlich und konsequent zu sein. Häufig wird es aber eher genervt und meist konsequent. Ich weiß echt nciht, warum das gerade so ist.
    Es schlägt auch so schnell um zwischen „du bist die liebste Mama“ und kuscheln zu „du bist eine blöde Mama“ und schreien.
    Seufz.

  • Nathi
    13. März 2019 at 10:34

    Dazu gab es vor kurzer Zeit ja den sehr ehrlichen und sehr passenden Hashtag #ehrlicheEltern (und für alle wie mich, die nicht richtig hingeschaut haben #ehrlicheltern) bei Twitter.
    Natürlich kamen aber wie immer verletzende und beleidigende Kommentare, wenn man sich denn mal getraut hat, einen Tweet zu verfassen. Aber es gab auch viel Zuspruch, einige Favs und beim Lesen der anderen Kommentare dachte ich so oft “bei anderen ist es auch so, wie bei uns”. Das war eine gute Erfahrung.

  • Richard & Hugo
    13. März 2019 at 13:28

    Da sind wir ganz bei Dir: https://www.vatersohn.blog/eltern-sein-aus-der-papa-perspektive/
    LG, Richard & Hugo vom vatersohn.blog

  • Sandy
    13. März 2019 at 20:10

    Ich seh das genau wie du und finde es auch sehr wichtig, nach außen hin nicht immer als “perfekt” zu wirken. Ganz oft hab ich bei Gesprächen mit fremden Müttern Situationen, wo ich mich bewusst über bestimmte Dinge des Mutter-Seins belustigt aufrege/ motze und schwupp öffnet sich die andere Person. Mir nichts dir nichts wird das Gespräch persönlicher und jeder hat sich seinen Frust von der Seele geredet. Ich bekomme wirklich oft Zuspruch darüber, dass ich offen darüber schreibe und rede und ja, im Internet ist es nicht immer einfach, seinen Frust mitzuteilen, aber es geht. Manchmal reichen nur gewisse Situationen die man beschreibt, oder das man einfach mal laut ausspricht, dass die Kids einen heute in den Wahnsinn getrieben haben.
    Mehr davon bitte, denn damit sind wir nicht allein Alu 😅✌💖

  • Anna
    13. März 2019 at 20:39

    Hallo Konsti,
    ich glaube, ich habe das ein bisschen verstanden; das Gefühl, das du beschreibst. Mir tut es manchmal sehr gut, mich maßvoll zu vergleichen. Ich merke, wenn mir andere Familien, ohne bei den üblichen Oberflächlichkeiten zu bleiben, wirklich etwas von sich und ihrem Familienleben erzählen, dass mich das immer bereichert und mir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein. Auch, wenn es da oder dort komplett andere Herausforderungen gibt. Wenn ich dagegen bei den Oberflächen bleibe “ja,alles super”/”unsere neue Couch ist jetzt da”/”der Frank macht ja auch immer…” fühle ich mich viel eher unter Druck, viel eher chaotischer, lauter, unglücklicher,unvorbildlicher als alle anderen. Eine andere Mama aus dem Kindergarten ist mir zur innigen Freundin geworden, nachdem ich mal entschieden habe, auf “Wie gehts dir?” mit “Naja, eigentlich gerade gar nicht so gut” zu antworten. Sowas meine ich.
    Ich bin in dieses ganze Elternschafts-/Familien-/Paarding übrigens ziemlich unvorbereitet hineingestolpert und wäre wahrscheinlich nicht da, wo ich in all diesen Bereichen jetzt bin, wenn mich nicht immer wieder andere (auch auf Blogs, aber eben gerade im offline-Leben mit ihren Geschichten beschenkt hätten. Unser Patchworkmodell ist gerade wieder wirklich ziemlich aufreibend; der Alltag und die Studium-/Arbeit-/Familien-Vereinbarkeit aktuell auch. Davon zu erzählen hilft aber immer zuallererst auch mir, vielleicht über das Erzählen einen (anderen) Rahmen und dann evtl. auch Blick/ Überblick zu bekommen.
    Liebe, liebe Grüße,
    Anna

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 21:37

    Hallo Ramona,
    ja du hast recht. Mir ging es nicht besonders um Austausch im Netz. Generell ging es darum, dass man auch beim Elterncafé selten zu den Fakten kommt. Oft auch weil die anderen Eltern keine Freunde sind. Auch befreundete Familien tun sich hiermit schwer. Ich denke man kann aber auch im Netz Beispiele geben ohne Privatsphären zu verletzten. HG Konsti

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 21:39

    Hallo Lara, ich glaube das es ein Ausprobieren ist. Die Nähe – Fremdheit – Erfahrung machen Sie alle. Mir hat einmal eine erfahrene Erzieherin von K1 gesagt, dass dies vor allem dann geschieht wenn die Sicherheit und Geborgenheit groß ist. Dann traut sich der Kompaktmensch solche (anstrengenden) Experimente.
    LG Konsti

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 21:41

    Liebe Nathi, Danke für den Hinweis. Ja, das Meckern bei diesen Dingen ist im Netz extrem. Als wäre dies die reine, weiße Pädagogik-Wunderwelt…. Dein Konsti

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 21:43

    Liebe Anna,
    DANKE! Genau das gibt mein Gefühl wieder.
    Diesen Austausch könnte ich mehr gebrauchen als Höflichkeiten.
    Nur Gutes!
    Konsti

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 21:46

    Hi Sandy, ja das ist es wir sind imperfekt und berichten zu oft von unserem Leben als sei es das einer Werbefamilie.
    Ganz gleich ob als BloggerInnen oder im Analogen. Mut zu mehr, könnte die Devise der 2020er werden. Dein Konsti (mit Grüßen von Alu)

  • Lili
    13. März 2019 at 22:37

    Was willst Du den hören?
    Das nach Kaiserschnitt und nicht stillen und tragen können( weil sie eine Schiefhaltung hatte) ich mich ziemlich mies gefühlt habe?
    Oder eher davon das ein Kind auch ein Stresstest für eine Ehe ist?
    Oder von Großeltern die gesundheitlich sehr angegriffen sind oder nicht so agieren, wie ich es mir vorstelle?
    Oder das meine zweijährige bei mir schläft?
    Oder oder oder…

    Das Leben ist kein Ponyhof. Aber mit Einhornpower und Feenstaub wird es besser 🧚🏻‍♀️ 🦄.

  • Alu und Konsti
    13. März 2019 at 23:16

    Liebe Lili,
    was du schreibst ist leider auch platt.
    Ich verstehe auch nicht deine Aggression, zumindest spüre ich welche.
    Du solltest hier keinen Seelenstriptease machen (hast du ja auch nicht wirklich).
    Es ging um ehrlichen Erfahrungsaustausch. Das wünsche ich mir und dir und dazu noch alles gute – aber bitte kein Einhorn.
    Dein
    Konsti

  • Sarah
    15. März 2019 at 01:49

    Euer “Arschlochkind”Blogpost… der war so etwas wie ein Austausch für mich. Einseitig zwar, da ich ja nur gelesen und nicht kommentiert habe, aber es war ein Stück weit wie ein Selbstgespräch. Und es tat so gut, zu sehen, dass man mit diesen großen Gefühlen nicht alleine ist, auch wenn man sich einsam fühlt.
    Es gäbe so viel zu berichten: von dem zermürbenden Alltag, von dieser Heile-Welt-Perfektion, lähmenden Schuldgefühlen, wenn ich genau das den Kindern nicht bieten kann, klopfendem Nachbarn und dem ätzenden Leben als Exot auf dem Dorf inmitten von gut erzogenen Kindern und Familien in neuen Einfamilienhäusern. Elternängste und Elternliebe ganz ohne die schönen Instagrambilder von Apfelschnitzen auf Grimm’s Regenbögen, sondern voelmehr mit einigen Amazon Prime Kinderserien, um den Tag rumzubekommen, einer Aufbackpizza und einer erschöpften Mama, die mit Tränen im Familienbett liegt und ihre größten Schätze im Arm hält.

  • Flo
    18. März 2019 at 19:02

    Ich glaube, Du hast den Kern vieler heutiger Erziehungsprobleme bereits erkannt, denn dieser Satz von Dir trifft den Nagel auf den Kopf:
    „Denn wir und die Mitmenschen, sind reflexhaft mehr denn je konfliktscheue Sonnenscheinchen.“

    Viele von uns scheuen die Auseinandersetzung, die Anstrengung, den Kampf, die Entbehrung und insgesamt alles, was mit Blut, Schweiß und Tränen zu tun hat. Aber das muss nicht so sein.
    Man kann seine Einstellung hierzu ändern. Ich habe folgende (eigentlich paradoxe) Erfahrung gemacht:
    Je mehr ich in meinem Leben hart zu mir selbst und anderen wurde, desto respektvoller und freundlicher begegneten mir meine Mitmenschen.
    Da spielt auch die eigene Körperlichkeit eine Rolle. Wer mit breitem Kreuz, fester Stimme, geradem Blick und aufrechtem Rücken durch das Leben geht, wird mit mehr Respekt behandelt., sowohl von den eigenen Kindern, als auch von Fremden. Da können letztlich auch keine Vergleiche mit Anderen helfen. Man kann es nur bei sich selbst trainieren.

    Ich bekomme so gut wie nie irgendwelche unerwünschten Erziehungsratschläge von anderen und wenn das ausnahmsweise mal doch versucht wird, dann verweise ich die betreffende Person sofort auf ihren Platz.
    Ich toleriere auch keine dummen Blicke. Wenn jemand mich oder meine Kinder anstarrt, dann stelle ich mich dem Blickkontakt und zwar so lange, bis die andere Person mir entweder sagt, was ihr Problem ist oder den Blick senkt.

    Viele Menschen halten dominantes Auftreten für ungehörig oder gar autoritär.
    Das aber sehe ich gänzlich anders: Gerade die Tatsache, dass ich mir bewusst bin, dass meine Kinder mir in Situationen, in denen es wirklich darauf ankommt, bedingungslos folgen, lässt mich in den kleinen Alltagsdingen viel entspannter und antiautoritärer sein als die meisten Eltern.

    Natürlich heißt dieses dominante Auftreten nicht, dass man sich wie ein Rüpel verhalten sollte. Es heißt aber, dass man „Arschlochverhalten“ niemals bei irgendeinem Menschen durchgehen lassen, sondern sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren sollte.
    Dies gilt aus meiner Sicht in Bezug auf jeden Menschen, auch auf die eigenen Kinder.

    Meine Kinder haben von mir vollste Rückendeckung und Unterstützung. Vor allem bringe ich ihnen auch bei, dass sie sich wehren sollen. Man muss sich nichts gefallen lassen und falls sie es tatsächlich mal mit einem übermächtigen Gegner zu tun haben, haben sie immer noch mich. Ich regele das dann.
    Auf der anderen Seite würde ich es aber auch niemals akzeptieren, dass meine Kinder Schwächere drangsalieren.
    Wenn ich diese Form von „Arschlochverhalten“ sehen würde, dann wäre es mit Freundlichkeit meinerseits vorbei und zwar nicht, weil es mich interessiert was andere Leute über meine Kinder denken, sondern schlicht und einfach, weil diese Art von Verhalten meinen rasenden Zorn erregt.

    Ich glaube, dass das Leben tatsächlich einfacher und sogar friedfertiger wird, wenn man kein konfliktscheues „Sonnenscheinchen“ mehr ist und endlich aufhört, sich der eigenen Aggression zu schämen.
    Dann muss man sich auch nicht mehr mit denen vergleichen, die das noch nicht verstanden haben, denn im Zweifel geigt man denen, die einen verurteilen oder belehren wollen, einfach mal so richtig die Meinung.
    Und wenn man diese Einstellung erst einmal bei sich kultiviert hat, passiert etwas fast schon Magisches: Die Dinge, die man vorher schlimm fand, sind es plötzlich nicht mehr.
    Die Ratlosigkeit ist verschwunden. Man geht seinen Weg. “Walking Tall” um mal den Titel eines alten Trashkult-Filmes zu zitieren.

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