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Elternleben Kindergartenkind

Denkt auch irgendwer einmal an die Gesellschaft? #Gastpost von Herr Pfarrfrau

Über das Leben in Gesellschaft mit Kindern

Heute gibt es einen Gastpost von einem meiner Bloglieblinge zu lesen. Von HerrPfarrfrau. Ich mag die Art mit Worten umzugehen sehr gern und ich freue mich darauf Ihn und seine reizende Frau und die Kinder demnächst endlich mal persönlich kennen zu lernen. Danke für den schönen Artikel. Das Blog sei Euch hiermit wärmstens ans Herz gelegt.

Ein einsamer Indianer? !
Wenn man ein Kind bekommt, dann steht auch irgendwann die Frage nach der Betreuung im Raum, wenn man selbst wieder arbeiten muss. In Berlin und manch anderen Städten hat man neben den großen Kitas auch die Option einen Kinderladen für das eigene Kind auszuwählen. In Kinderläden werden meistens Kindern von 1-6 Jahren altersgemischt in einer nicht allzu großen Gruppe betreut. Bei uns sind es 16 Kinder in einem Elternitiativkinderladen. 

Die Zeit dort, hat uns viel über die Gesellschaft in der wir leben beigebracht.

Das Großkind und der Kinderladen. Seit guten zwei Jahren geht sie nun dorthin. Und so richtig warm geworden bin ich mit der Betreuungssituation nicht. Zu Beginn lag es vor allem daran, dass wir uns nicht so richtig trennen konnten, dann an einer Erzieherin, die leider viel zu sehr mit sich und damit mit ihren Kolleginnen zu kämpfen hatte. Durch meine Mitarbeit im Vorstand war ich sehr in all die Konflikte eingebunden, wodurch das Vertrauen in die gute Betreuung unseres Kindes sank. Als dieses Thema endlich geklärt war, tauchten jedoch schon wieder neue Probleme auf. Gerne dann mit anderen Eltern.
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Der Mikrokosmos Kinderladen hat manchmal undurchdringliche Hürden.

Ein Kind im Kinderladen zu haben ist immer eine Menge Arbeit. Die meiste Zeit geht es hierbei allerdings nicht um die eigentliche pädagogische Arbeit, sondern um tausend andere Dinge. Ein Kinderladen besteht vor allem aus Diskutieren, die Meinungen anderer aushalten, Kompromisse finden und in vielen Dingen nur schrittweise voran kommen. Zwei Schritte vor, einer zurück. Kinderladen ist Demokratie. Was im Großen oft nicht gut funktioniert, scheitert scheinbar auch im Kleinen immer wieder. Zu den 16 Kindern gibt es 32 Elternteile. 32 Meinungen. 32 Ziele auf die versucht wird hinzusteuern. Es gab die üblichen Grüppchenbildungen, es wurde gemobbt und es wurden Intrigen gesponnen. Vieles davon kennt man aus der großen Politik. Es im Kleinen am eigenen Leib zu erfahren war streckenweise enorm frustierend. Warum ist es so schwer, auf ein gemeinsames Ziel hin zu steuern? Steht bei einem Kinderladen für die einzelnen Elternteile im Vordergrund, dass es nur dem eigenen Kind gut geht?


Wofür kämpfen wir noch?

Dieser Tage geht es landauf, landab viel um das Thema Flüchtlinge, das Gebaren der Politik und der offensichtliche Rassismus vieler Mitbürge*innen. Oft frage ich mich, warum nicht ein jede*r allen anderen Menschen nur das beste gönnt und dafür kämpft, dass alle in Frieden und Glückseligkeit zusammen leben. Wenn ich dann auf unseren Mikrokosmos Kinderladen schaue, dann fällt mir auf: aus irgendeinem Grund herrscht in unsere Gesellschaft ein ständiger Konkurrenzkampf. Jede*r gegen jeden. Dabei verfolgt doch ein jede*r das gleiche Ziel. Wieso ziehen wir dann nicht gemeinsam an einem Strang für das Wohl aller? Im Großen wie im Kleinen. Gerade im Kinderladen, aber natürlich auch in Kitas, werden die Menschen betreut, die einmal die Geschicke unsere Gesellschaft bestimmen werden. Wenn aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt so viel Fokus darauf gelegt wird, dass das eigene Kind bestens versorgt ist und so wenig die anderen im Blick behalten werden, was bedeutet das dann für unsere Zukunft?
Herr Pfarrfrau
Habt Ihr auch einen Artikel den Ihr gerne veröffentlicht haben wollt? Dann schreibt uns gern eine E-mail.

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