Religion mit Kindern| Im Glauben erziehen| grossekoepfe.de
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Elternleben

In der Adventszeit: Im Glauben erziehen?

Ich bin katholisch sozialisiert und ich habe es geliebt. Es war stets meine Basis, meine Erfüllung, meine Freude. Die Gemeinschaft, die Vertiefung im Glauben an den Dreifaltigen Gott, das Erbe der Kirche und die Pflicht der Christen in dieser Welt zu wirken. Dabei sind mir die Widersprüche meiner Kirche auch aufgestoßen, doch was geschieht schon ohne Widerspruch im Leben.

Und da ich meinen Glauben nun einmal katholisch erlernt habe, kann ich dem Laden auch nicht einfach den Rücken kehren. Denn jedes andere Aquarium wäre eben nicht meins. Das bedeutet nicht, dass man nicht auch an seiner Gemeinschaft leidet und zweifelt.

Im Glauben erziehen_Konstantin Manthey

Eher klassisch.

Nun habe ich Kinder mit einer konfessionslosen Frau.

Ein Mensch voller Werte und Moralvorstellungen. Jemand, der so wie ich Treue, Verbindlichkeit, Menschlichkeit, nachhaltiges Handeln, Vertrauen, Erbarmen und Gnade schätzt. Eine typische Blüte der atheistischen DDR: standfester und religiöser als viele getaufte Menschen. Dabei ist diese Grundlage zu leben für Sie kein Problem, doch eine Glaubenspraxis einzuüben, dass ist ihr von sich aus nicht wichtig. So bin ich es, der allein sich durchsetzen muss wenn es darum geht regelmäßig zur Kirche zu gehen. Wobei so ganz stimmt es nicht mehr. Wir haben sehr gute, katholische Freunde und Familie. Neulich wies eine Freundin Alu auf einen Gottesdienst mit anschließendem Familientreffen hin. Darauf schlug meine Liebste den Messbesuch vor. Und es funktionierte ganz gut, der Gottesdienst war auch kurz und die Predigt gefiel mir und gab mir einiges.

Dabei merke ich aber, dass die Selbstverständlichkeit, in der ich in der DDR von zwei katholischen Eltern großgezogen wurde, die sich in der kirchlichen Jugendgruppe kennen- und lieben gelernt hatten, nicht mehr vorhanden ist.

Im Glauben erziehen_Konstantin Manthey

Auch ein Ziel.

Sie kommt nicht mehr zurück.

Und es wäre in meiner Situation wohlfeil diese herbei zu konstruieren. Das was wir haben ist ein Schatz. Auch wenn mir als glaubendem Vater vieles nicht gelingt den Kindern beizubringen, so merken sie doch, dass es mir ernst ist. Es ist klar gewesen, dass wir alle drei Taufen lassen. Selbstverständlich richten wir unsere Feste am Kirchenjahr aus. Wenn wir Halloween begehen geht das nicht ohne Allerheiligen, dessen Vor fest das Hausierspektakel ist. Weihnachten, Epiphanie (3 Könige), Ostern, die stillen Vorzeiten Advent und Fastenzeit alles ist bei uns Thema. Vielleicht nicht paradigmatisch, doch es ist durchaus klar. Ebenso wie die biblischen Geschichten.

Was ich sein wollte und wer ich bin

Immer wenn ich kann, erzähle ich von Gott, meinem Glauben und meiner Beziehung zum eucharistischen Christus, dem wirbelnden Geist im Leben der Menschen und der Übermutter Maria. Ja, die Kinder zappeln in der Messe, sie können das Kreuzzeichen nicht perfekt und gähnen und sind unruhig. Doch wenn ich sage es ist mir wichtig achten sie es. Wenn Gott in der Eucharistie zu uns kommt, dann wissen Sie mir ist es wichtig ich spüre es und sie somit auch – ein bisschen.

Im Glauben erziehen_Konstantin Manthey

Ein Licht im Dunkeln.

In der Schule besuchen Sie Religionsunterricht.

Im Alltag besprechen wir moralische Dilemmata und Alu und ich geben unsere Werte und Grundlagen weiter, fast immer achtsam und voller Respekt gegenüber der Einstellung der anderen. Dies taugt nicht zu militanten Welterneuerung in die eine oder andere Richtung. Es erzieht auch nicht konsequent im Glauben, doch das ist es was ich, was wir, leisten kann/ können. Und wenn meine Kinder später wissen, was es bedeutet und dass ich es geglaubt habe und es respektieren. Wenn Sie Geschichten kennen den Begriff Gott und wenn Sie damit etwas anfangen können, dann kennen Sie mehr als viele andere mit Taufschein. Das ist ein Anfang, von dem es losgehen kann, dass offene Leben – wie ich es Ihnen wünsche vielleicht bewusst mit Gott.

Konsti

Im Glauben erziehen_Konstantin Manthey

You Might Also Like...

3 Comments

  • Steffi
    16. Dezember 2019 at 11:05

    Vielen lieben Dank für den Beitrag.
    Bei uns steht gerade die Überlegung an, ob sich unser Sohn konfirmieren lassen möchte. Er sagt, er glaubt an Gott, muss aber dafür nicht in die Kirche gehen. Wir beten zum Essen und vor dem Schlafengehen und reden auch oft über Gott.
    Lieben Gruß, Steffi

  • JesS von feierSun.de
    17. Dezember 2019 at 20:56

    Super spannend. Hier ist es andersrum ähnlich gleich. Mein Mann respektiert meinen Glauben aber nicht nur, er unterstützt die Gemeinde und somit mich und trägt vieles mit. Aus Liebe. Unsere Tochter hat mal mehr und mal weniger Lust auf den Kindergottesdienst – wie so ein stinknormales Kind eben – aber immer Spaß und große Interesse an den geschickten.

    Ich glaube Gott wirkt in viel mehr Menschen, als es Taufscheine geben kann 😉 Lg

  • Alu und Konsti
    22. Dezember 2019 at 22:17

    Hallo Steffi,
    ich denke das es die Kirchen schon braucht, vielleicht nicht immer und in voller Gänze aber als die Institutionen,
    die eben Glauben vertreten und konstituieren.
    Daher wäre ich natürlich für Konfirmation – doch Glauben hat viele Formen.
    Nur Gutes
    Konsti

Leave a Reply