Also Alu und ich haben heute nach Arbeitsschluss daheim noch richtig gerockt, wie so oft. Was jedoch noch einmal mehr bewundernswert ist bei meiner Frau. Die sehr auf sich aufpassen muss. Ich bin stolz auf sie, dass die Liebste wieder so aktiv dabei ist. Außerdem bin ich dafür dankbar, denn es ist nicht selbstverständlich. Auch bei uns holen uns die Folgen von Krebs, Hormontherapie und Nebennierenerkrankung regelmäßig ein – aber heute nicht!
Jede/r übernimmt Aufgaben im Haushalt, klaro
Während Alu die Wäsche sortierte, etwas ganz Wichtiges, das momentan zu kurz kommt. Vor allem seitdem unsere große Tochter ausgezogen ist. Denn Sie hat da immer super geholfen. Ich versuche derweil der Küche Herr zu werden. Von Abwaschen, über Wegräumen bis hin zur Essenzubereitung. Ab und an gehe ich hinauf und helfe beim Verräumen. Mittlerweile sind wir fast zwei Stunden dabei. Da wird der Hunger größer und größer. Nun möchte ich noch schnell parallel, während die Küchenmaschine eine Komponente des Abendessens zubereitet, etwas vorbereiten. Also in meinem Lieblingsmixer, dem mit der Glasschale, wo man von oben die Messer und den Motor aufsetzt, einen Tahin-Zitrone-Petersilie-Dipp zaubern. Doch ich kann das Gerät nicht finden, das ich gefühlt erst letzte Woche genutzt habe.

Und etwas Kleines kochen.
Täter/in, Opfer, Spaß dabei?
Schließlich kommt raus, dass Alu das Gerät weitergeben hat. „Wir können doch auch mit der Küchenmaschine mixen.“ Ich bekomme einen Fön, außerdem weiß ich nicht wie das geht bei den vielen Steuerungsmenüs. Dann beginnt sie zu argumentieren: „Meine Freundin brauchte dringend einen Mixer und im Fach war ja kein Platz!“ „Im Fach war kein Platz? Dann räum doch die Trinkflaschen daraus!“ Na klar, dass sie den Mixer nicht vermisst, nur ich habe ihn regelmäßig benutzt. Dann kommt raus, dass das letzte Mal mehr als 8 Monate her sein muss, vermutlich bei der letzten Herstellung dieses Dips – denn solange ist die Wundermaschine schon abgängig. Eigentlich bin ich darüber sauer, dass ich jetzt ausgebremst bin, denn die Küchenmaschine kocht und wir haben trotzdem Hunger auf das komplette Mahl.
Das Dilemma in einer ausgeglichenen Beziehung ist die Mündigkeit des/r Partner/in
Weiterhin kenne ich meine Gattin und weiß, dass sie in diesem Moment nicht daran dachte, ob ich das Teil verwende. Ok, ich gebe zu ich treffe andersherum ebenso Entscheidungen. Schließlich hätte ich mir gewünscht gefragt zu werden. Aber jetzt einige Stunden später merke ich vor allem, dass es immer kompliziert, ist mit der Kommunikation zwischen Menschen. Zudem wollen bei uns beide Partner effizient sein, d.h. auch Entscheidungen treffen, ohne den anderen bei allem zu fragen. Außerdem freue ich mich, dass Alu es einsieht. Zum Glück erwächst daraus keine größere Sache. Was bei uns auch mal passieren kann.
Schließlich essen wir gemeinsam das fertiggewordene Abendmahl und können stolz sein, dass wir alles hinbekommen, haben heute, auch wenn der Mixer nun weg ist. Vermutlich fällt es mir erst in Monaten auf. Also Tränen trocknen, Sand von den Hosen ab Wedeln, Aufstehen und Weiterleben!
Euer Konsti
Rollentausch bei Eltern mal anders (vom wechseln des Klopapiers)



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