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In mir #StudierenmitKind

In mir da stürmt es, steigt das Wasser hoch und brechen die Wellen tief. Ich bin nicht zufrieden mit mir, nicht zufrieden.

Seit einem Monat wohnen wir nun im neuen Zuhause und eigentlich war der Plan sich am 15. des letzten Monats an die Masterarbeit zu setzen, aber wisst ihr was? Das ging nicht. Erst wurde das kleine Kind eingewöhnt und dann war es das mittlere Kind was sich umgewöhnen sollte und Schwupps war das große Kind in Sorge mit dem Schulweg und ständig gibt es Reparaturen und ich drehe mich im Kreis. So fahre ich seit einem Monat jeden Tag hin und her, sammle Kinder ein und lade andere Kinder wieder aus und erledige noch diese tausend Dinge, die es zu tun gibt, jeden verdammten Tag in der Woche.

Das macht mich nicht glücklich, ich spüre das. Manchmal laufen mir vor Wut die Tränen, wenn ich wieder irgendwas erledigen muss und manchmal starre ich vor Ärgernis in meinen Kaffee. Manchmal winke ich den Büchern im Masterarbeitsregal und denke „Scheisse. Ich sollte euch eigentlich lesen.“

Seit heute kann ich dieses Gefühl aber anders benennen. Ich bin im VermeidungsMasterSchockstarrenBlues. Ich habe Angst (sogar große), riesige Angst vor diesem Berg der Masterarbeit. Dieses Studium mit den Kindern, in den letzten zwei Jahren, war wirklich ein Kraftakt für mich, jede wissenschaftliche Hausarbeit ein Kampf. Nun sehe ich diesen Berg vor mir, diese riesigen Wellen der Masterarbeit und ehrlich: Ich habe Schiss. Ich fühle mich wie einer kleinen Nussschale auf das Meer geworfen, ausgesetzt den Gezeiten und vor allem voll mit der Angst des Versagens. Was wenn das doch alles keine so gute Idee gewesen ist mit dem Studium und den Kindern? Wie soll ich das schaffen bis Ende November? Wie geht das eigentlich alles so mit dem Geld in den nächsten Wochen? Was mache ich eigentlich danach? usw. usf.

Studieren_mit_Kind

Vielleicht kann K3 das Ding einfach schreiben…

In mir stürmt es, lässt mich erstarren vor dem Berg dieser ca. 80 Seiten und streut mir Salz in die Augen. Ich steuere Rad und Auto zu diversen Einsammelstellen der Kinder und bin so unzufrieden mit mir selbst, dass ich demnächst wahrscheinlich eine Masterarbeit schreiben muss, um dieses Gefühl loszuwerden, wirklich unangenehm. Aber vielleicht starte ich damit erst ab dem 15. dieses Monats.

Alu

 

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4 Comments

  • Rica
    3. September 2019 at 08:39

    Hallo!
    Ich weiß, dass Sie das sicher nicht lesen wollen, aber für meine Zulassungsarbeit habe ich mir irgendwann vorgenommen jeden Tag eine Seite zu schreiben. Und es war erstmal egal ob die gut oder schlecht ist- überarbeiten kann man die immernoch. Ich kann die Lähmung gut nachvollziehen. Das hatte ich auch. Bei mir kam sie daher, dass ich meine Bachelorarbeit anrechnen lassen wollte, der Lehrstuhl das aber nicht gemacht hat. Ich hatte mich ein wenig in meine Wut hineingesteigert. Aber sich einzugestehen, dass es gerade nicht so läuft wie es sollte, ist ein guter Anfang.
    Ich drücke die Daumen.

  • Kunstliebe
    3. September 2019 at 09:40

    Liebe Alu, oh wie gut ich dich verstehen kann!! Habe im März mein Staatsexamen (Lehramt) endlich geschrieben und auch bestanden. Habe auch drei Kinder im fast gleichen Alter,wie eure. Mädchen fast 12, Junge 7 und Mädchen fast 2. Das Studium plus Arbeit war sehr anstrengend und hat mich die letzten Jahre viel Kraft gekostet. Hast du die Möglichkeit deine Masterarbeit zu verschieben? Es ist ja ganz schön viel was du bzw. Ihr jetzt zu bewältigen hattet bzw. habt. Umzug, Eingewöhnung und Hausbau mit drei Kindern. Hut ab! Da kann die Masterarbeit etwas warten. Lass dich nicht stressen und unterkriegen! Liebe Grüße

  • Nina
    3. September 2019 at 17:28

    Wie gut ich Dich verstehen kann, Alu. Aber weißt du was? Wir hören die Angst. Lassen sie da sein. Und machen dennoch weiter. Besenstrich für Besenstrich. Und in einem Jahr werden wir zurückblicken und arschstolz auf uns sein.

  • Stefanie
    5. September 2019 at 23:13

    Alu, du schaffst das. Ich weiß genau wie du dich fühlst. Ich habe vor einem Jahr meine Masterarbeit abgegeben. Neben 2 Kindern. Damals fast 3 und 5. Und einer 75 % Stelle. Den Hausbau haben wir damals übrigens um ein Jahr verschoben und sind nun mitten drin. Du schaffst das. So kurz vor vorm Ziel gibst du nicht auf. Ein Schritt nach dem anderen gehen. Jetzt hat die Masterarbeit Prio. Und danach kannst du dir über deine Zukunft Gedanken machen. Ich drück dir die Daumen.

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