Studieren mit Kind: Isch habe da Watte im Hirn - bleibt tapfer ihr Eltern.
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Elternleben

Studieren mit Kind: ISCH HABE DA WATTE IM HIRN – bleibt tapfer ihr Eltern.

Seit Oktober studiere ich nun und ehrlich manchmal fühle ich mich als wäre mein Kopf aus Watte.

Ich schleiche mich in die Uni und bin dann so eingehüllt, in Watte irgendwie. So viel Wissen, so viel Neues zu entdecken. Ich  sauge alles auf und trinke zwischendurch gefühlt einen Liter Kaffee um noch mehr Wissen aufnehmen zu können – es fühlt sich an als ob es rauspurzeln könnte nach links und rechts das Wissen.

Früher, ja früher da konnte ich auch ohne Kaffee und überhaupt konnte ich da noch viel mehr direkt lernen und rezipieren, aber ich werde älter und statt weiser zu werden, bin ich müder geworden.

Studieren mit Kind? Kein Problem?!

Vor einigen Monaten habe ich darüber geschrieben, dass man immer wieder neu beginnen kann als Mutter und das ich mich so doll freue auf das Studieren mit Kindern und da stehe ich nun am Ende des ersten Semesters und muss sagen

„Fuck, ist das anstrengend. Ich bin echt fertig. Das hätte ich ja nicht gedacht.“

Ich war naiv, ja anscheinend total blind als ich leichfüssig an den Master herangegangen bin. Ich dachte „Man, das war doch früher auch kein Problem“, aber anscheinend hatte ich früher eben einfach weniger Probleme und deshalb war es anders.

Im letzten Semester habe ich etliche Vorlesungen wegen Krankheit verpasst. Nicht nur die Kinder waren krank, ich auch. Die drei kleinen Menschen haben Viren mit nach Hause gebracht von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Ich habe Vorträge gehalten die ich abends gegen 22 Uhr erarbeitet habe und ich habe Vorlesungen mit nur einem offenen Auge gelauscht. Ich habe nicht gefrühstückt und meinen Kaffeekonsum gesteigert. Ich habe zwei Mützen und drei Handschuhe verloren. Ich habe einmal vergessen das große Kind abzuholen (upps).

Studieren mit Kindern, das ist verdammt noch mal eine Mammutaufgabe merke ich und während ich im ersten Studium nur ein kleines Kind hatte und mich organisiert und leichtfüssig durch den Alltag bewegt habe, habe ich nun drei Kinder in verschiedenen  Altersstufen, Einrichtungen, mit verschiedenen Rhythmen und diversen Hobbies.

Unser Familienkalender sieht aus wie ein Regenbogenmandala.

Ich habe gefühlt weniger Schlaf intus und auch weniger Gehirnkapizitäten als früher frei, denn viel Gehirnleistung wird schon von „Einkauf, Leben, Krankheit, Schule, Freundschaften, Sorgen, Familie, Paarbeziehung“ genutzt. Kurzum die Vereinbarkeitsdebatte hat mich im Griff.

„Man was sind diese Eltern alle toll die mit Kindern studieren oder sich weiterbilden“, denk ich mir. Jemand sollte ihnen RESPEKT zollen.Was sie alles schaffen, was sie leisten und was sie ihren Kindern dadurch auch mitgeben an Wissen und Willensstärke. WOW. YOU ROCK!!

Wie sehr all diese Familien die großen Debatten der Politik „Lebenslanges Lernen“ bereits leben und eigentlich beeinflussen sollten, das  allerdings wissen die Wenigsten, denn müde Mütter und Väter haben gar keine Zeit sich auch noch politisch für studierende Eltern einzusetzen. Ein wahres Dilemma für unsere zukünftige Familien- und Bildungspolitik.

Das erste Semester ist nun langsam vorbei und während ich an einer Hausarbeit für die Uni sitze, nach Jobs schaue die uns weiterhin über Wasser halten und einen Termin zur Paarzeit einplane, reden die Kinder im Hintergrund und malen die Schränke an. Einatmen, ausatmen. Ist doch eigentlich alles wie immer, nur eben schon am Ende des ersten Semesters. Noch drei  Semester to go. Uff.

Alu

Studieren mit Kind

Studieren mit Kind

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11 Comments

  • gitte
    15. Februar 2018 at 17:59

    ganz herzliche bewunderung, mit fünfköpfiger familie studieren und bauen obendrein. alle achtung.

  • Zesyra
    15. Februar 2018 at 20:35

    <3
    Ich hatte ja angefangen nebenberuflich zu studieren. Und was soll ich sagen: n 40h Job neben dem Studium war BEDEUTEND weniger anstrengend als das zu Hause sein mit Kindern neben dem Studium.
    Ich habe mir so oft meinen 40+h Büroalltag wieder gewünscht. Mit Urlaub den ich mir nehmen kann (Bildungsurlaub gibts ja sogar extra), Feierabend und Wochenende.
    Jetzt, hochschwanger und in den letzten Zügen der BA Thesis kann ich sagen: Das würde ich nie wieder machen, aber ich bin froh, dass es bald geschafft ist 🙂

  • Eva
    16. Februar 2018 at 01:52

    Meine Hochachtung! Ich schreibe meine Doktorarbeit mit einem Kind zu Hause und ich kann dir gar nicht sagen, wie schwer mir das fällt. Mir fehlt es so sehr wie früher einfach mal fünf Stunden ohne Unterbrechung am gleichen Thema zu arbeiten… Immer quatscht mir jemand dazwischen oder es ist irgendwas. Aber ich kann es ja wenigstens von zu Hause aus machen und muss nicht noch zur Uni. Aber gleichzeitig denke ich, auch wenn es unglaublich anstrengend ist – man hat auch viel guten Einfluss auf die Kinder. Meine Tochter hat ihren Freunden vor ein paar Tagen ganz stolz erzählt: Meine Mama, die ist eine echte Wissenschaftlerin :-).

  • M
    16. Februar 2018 at 09:50

    Ohne dich zu kennen – ich finde es so super klasse, dass du das machst. Und ich glaube, dass die Kinder davon auch „profitieren“, auch wenn es chaotisch und nahezu ueberhaupt nicht vereinbar ist.

  • Mia
    16. Februar 2018 at 10:37

    Hallo Alu, auch ich studiere im bald zweiten Semester Kindheitspädagogik im Fernstudium, neben dem dreimal Mama sein, davon ist der kleinste zu Hause da er aufgrund einer sehr starken Nahrungsmittelallergie nicht in eine Kita geht, zwei Schulkinder zu Hause, den Blog, Mann, Haushalt usw. Ich freue mich den Artikel gefunden zu haben, denn ja auch mir geht es so du sprichst mir förmlich aus der Seele. Es tut gut mal zu lesen das es anderen Eltern genauso geht. Die Müdigkeit, die Organisationstalente die man entwickeln muss.usw.
    Liebe Grüße
    Mia

  • Martina
    16. Februar 2018 at 14:47

    Meinen vollsten Respekt!

  • Janina
    16. Februar 2018 at 20:21

    Mein allergrößter Respekt, ich würde das niiiiiemals packen!

  • Nicole
    17. Februar 2018 at 14:12

    Großen Respekt und schöner Beitrag! Studieren mit Kind ist definitiv nicht einfach!

  • Sabrina barbara
    19. Februar 2018 at 13:28

    Liebe Alu, ich fühle mit dir, denn meine beiden Kinder sind beide im Studium zur Welt gekommen, lediglich mein 1. Semester war ohne Kind. Mittlerweile peile ich stark die Bachelorarbeit an und bekomme hoffentlich dann den Masterplatz. Wer nie mit Kind studiert hat , kann einfach nicht nachfühlen bzw sich vorstellen , was es bedeutet. Es ist komplett anders als arbeiten mit Kind. Lustig, oder? Ich dachte immer, es sei quasi das gleiche. Seit fast 4 Jahren habe ich keine Zeit mehr für Hobbys o.ä., denn, wann auch? Aber ich glaube, dass es sich auszahlt. Also halte durch, iss viel leckere Dinge, trink viel Wasser und Kaffee und schöpfe Kraft durch deine Family, you rock !

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    2. Juni 2018 at 20:42

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    25. Juli 2018 at 13:02

    […] ist wohl ein Dauerthema für Eltern… Alu vom Blog Grossekoepfe schrieb kürzlich über Watte im Hirn und Kerstin grub – vermutlich aus gegebenem Anlass – einen älteren Artikel über die […]

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