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Unser Ausstieg aus dem Weihnachtswahnsinn, wie wichtig das eigene Weihnachtsfest ist.

Weihnachten steht kurz bevor

“Weihnachten steht kurz bevor”, erzählen mir nun alle
und es klingt fast wie eine Drohung, wenn die Freunde das sagen.

Ja, Weihnachten kommt und mit dem Fest und
den Vorbereitungen kommt auch der Stress. Habe ich alles? Wen will ich alles
bedenken? Habe ich alle Karten verschickt? Werden alle zufrieden sein? usw.  

Habe ich genug für Alle besorgt?



Wie wir als Familie feiern


2012 konnten wir endlich formulieren wie wir uns als Familie
Weihnachten vorstellten, schließlich hatten wir das ja seit 2007 reflektiert.
Wir versuchen zu entzerren und Prioritäten zu setzen und genau das ist das Thema des neues Podcast von @fraumierau von geborgen-wachsen und mir @aluberlin.
In der Folge 001 Mutterskuchen geht es um Weihnachtsstress, Spielzeuge, Rituale und die Fahrstuhlfrage! Ich freue mich, wenn Ihr reinhört.

Stress für Alle? Warum?!

Es ist selbstgemachter Stress und in einigen
Punkten haben wir für uns als Familie vor einigen Jahren Entscheidungen getroffen.
Wir feiern seit zwei Jahren zu Hause Weihnachten, haben uns entschleunigt und versuchen alte Traditionen zu pflegen und eigene Rituale zu
finden. Diesen Schritt zu gehen, war nicht einfach, denn niemand möchte die
ältere Generation vor den Kopf stoßen und so haben wir lange mit uns gerungen,
ob und wann der richtige Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem Weihnachtswahnsinn
wäre.

Der Ablauf des Grauens

Ohne die Kinder war es nämlich Jahrelang so: Erst die Feier bei
meinen Eltern, dann zu später Stunde zu seinen Eltern und am nächsten Tag das
Ganze retour. Am 26.12. folgte dann noch das Mittagesse mit meinem geliebten
Opa. 2007, als K1 noch ein Winzling war, da probierten wir das bereits einmal, mit dem
Weihnachten allein in Familie, aber wir scheiterten. Wir hatten uns ein zu
großes, romantisches Bild ausgemalt von der kleinen Weihnacht und langweilten
uns zu Dritt gegen 19 Uhr sehr. Zum Glück waren die Nachbarn so freundlich uns
für den 24. abends aufzunehmen und uns mit Punsch abzufüllen.

Weihnachtspost deluxe

Kein Hin- und Her mehr an Weihnachten

Mit klarem Kopf redeten wir danach darüber, stellten gemeinsam
fest, dass wir noch nicht soweit waren, den Schoss der Familie zu verlassen. So
lebten wir weiterhin das Hin-und Her der Weihnacht. Im Dezember 2010 wurde K2
geboren. Zu Weihnachten war ich noch im Wochenbett und ab dem 24.12. dann auch
wegen einer Streptokokken Infektion mit K2 auf der Kinderstation. Möp. Dieses
Weihnachten war auch so gar nicht nach meinen Vorstellungen gewesen und so
fassten wir einen Entschluss. 2011 starteten wir bereits eine Lightversion von
Weihnachten. Nur bei den Schwiegereltern am Heiligen Abend, vorher das
Krippenspiel. Am 25.12. zu meinen Eltern und den 26. allein. Es waren schöne
drei Tage, weniger Kilometer und bereits ein erster Schritt im Lösungsprozess.


Wir entschieden uns für klare Worte und feiern seitdem zu viert!

Den 24.12. besuchen wir nun immer gemeinsam mit den Kindern das
Krippenspiel, allein der Spaziergang und die Stille in der Stadt ist schon eine
Besonderheit. Danach essen wir vier gemeinsam in unserer Wohnung und hören
Musik. Die Tradition der Weihnachtsmusik haben wir dabei gnadenlos von meiner
Familie abgekupfert. Wenn der Mann gute Laune hat, dann spielt er Gitarre und
wir singen eins, zwei Lieder mit ihm, das ist der Einfluss seiner Eltern.
Danach gibt es Geschenke, wir packen nacheinander aus. Der Kleinste in der Runde
darf beginnen. Ich bemühe mich jedes Jahr, mich mehr und mehr zu beschränken,
auch darin übe ich mich. Am 25.12. kommt meine Familie mit bereits gekochtem
Essen zu uns. Wir haben einen großen Tisch und viel Platz, auch meine
Schwester, Nichte und Neffe sind da, jede Partei bereitet etwas für das Essen
vor. Wir tauschen Geschenke aus und erzählen bei Punsch und Stolle. Am 26.12.
geht der Mann mit den Kindern nochmals in den Weihnachtsgottesdienst. Ich habe
dann einen Moment für mich, vermisse meinen Opa und backe. Zum Mittag gehen wir gemeinsam
mit den Schwiegereltern essen und erzählen dann bei Kaffee und Kuchen. 


Zeit für die Kinder ist Zeit für uns

Wichtig
ist bei all der Planung für uns immer wieder, dass die Kinder Zeit zu spielen
haben. Einfach Zeit. Zeit, die man beieinander sitzt und keinem Termin
nachhetzen muss. Die letzten beiden Jahre hat das bereits super geklappt. Kein
hin und her mehr für die Kinder und uns. Kein “Sorry, wir müssen los”,
mehr und kein “Packt uns Reste ein.” 

Kleine Rituale stehen uns bei

Von allen Familien haben wir uns
kleine Rituale gestohlen, oder kopiert, und haben so ein Weihnachten für uns
VIER ohne größere Stress Potentiale zusammengebaut. Es ist nun unser Fest,
unser eigenes und ich bin froh und sehr zufrieden damit, dass wir uns unterm
Tannenbaum auch mal in Ruhe hinsetzen können. Die Erkenntnis, dass wir uns
selbst Rituale und Traditionen schaffen müssen hat gedauert, aber nun ist sie
da und ich genieße jedes Jahr mehr Zeit in Familie.
Mich würde interessieren: Wie feiert Ihr Weihnachten in Familie? und welche Rituale sollten wir unbedingt noch ausprobieren?
 Alu

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12 Comments

  • Micha
    22. Dezember 2014 at 08:21

    Wir versuchen auch immer wieder Weihnachten möglichst stressfrei zu gestalten. In diesem Jahr bietet es sich ja auch an, Besuche auf das sich anschließende Wochenende zu verschieben. Trotzdem holt uns der Weihnachtsstress irgendwo immer ein, wenn ich da an meine To-do-Liste denke und jedes Jahr überlege ich, was ich im nächsten Jahr verbessern kann.
    LG und entspannte Tage,
    Micha

  • JesSi
    22. Dezember 2014 at 08:32

    Ich kann genau nachvollziehen wie schwer und wichtig aber auch dieser Entschluss war. Wir leben es gerade und in diesem Jahr hab ich das erste Mal komplett gesagt das ich Heilig Abend mit den Kindern und dem Mann allein sein möchte.
    Jahrelang fuhren wir 400 km zu seine oder meinen Eltern. Wenn wir bei meinen waren waren wir manchmal nur 24 Stunden in der Heimat weil wir seine Eltern dann am ersten Feiertag besuchen wollten. Andersrum war es minimal besser weil wir dann die Weihnachtstage in Wuppertal blieben und erst nach diesen nach Hause fuhren, aber es war an sich sehr stressig und anstrengend. Selbst mit Baby noch haben wir das gemacht und dann beschlossen – ne so geht das nicht weiter. Wer uns zu Weihnachten sehen möchte kann sich auch mal hier hoch bewegen. Seit dem das Haus fertig ist feiern wir nun nur noch hier. Das erste Jahr allein, dass weiter mit Schwiegereltern und den beiden Neffen von denen einer nun unser Pflegekind ist und in diesem Jahr ist der Plan allein hier zu bleiben mit den beiden Kindern. Wenn die kleine im Bett ist möchte der große zu seinem Bruder – das ist ok und am nächsten Tag ist geplant bei den Schwiegereltern zu sein – wenn die Oma bis dahin aus dem Krankenhaus wieder da ist – weil was wäre ein Weihnachten ohne Katastrophe??

    Also entspannt Euch und macht genau das, was Eure Herzen Euch sagen – aber da mach ich mir bei Euch keine Gedanken – Ihr könnt das sicherlich noch besser wie ich….

    Schöne Tage und liebe Grüße
    JesSi Ca

  • Tafjora - eine deutsche Familie in Frankreich: Und noch ein Mama-Blog!
    22. Dezember 2014 at 09:15

    Das tut sehr gut zu lesen. Bei uns ist es ähnlich. Da mein Mann und ich, später mit dem Löwenjungen, immer von der Familie weiter weg wohnen, sind wir immer in die Heimat zurück. "driving home for Christmas" war unsere Hymne auf der Autobahn. Das war auch ok als es "nur" 600 Kilometer waren.
    Jetzt sind es 1200 und letztes Jahr haben wir das 1. Weihnachten zu viert in Frankreich gefeiert. Irgendwie war es zwar komisch, aber nur für uns, für die Kinder war es endlich mal entspannt. Und rückblickend für uns auch. Keine Fahrerei und Hetzerei von einem Familienessen zum nächsten. Nicht aus dem Koffer Leben sondern am 1. Feiertag im Schlafanzug frühstücken und nebenbei mit den neuen Sachen spielen.
    Nächstes Jahr wohnen wir wieder in D und das Familiennah. Und die Familie ist groß. Mal sehen wie es dann wird. Dieses Jahr werden wir unser Weihnachten erstmal noch einfach so genießen 🙂

    Euch Wünsche ich frohe Festtage. Genieß es!
    LG
    Tanja

  • MaMaNo
    22. Dezember 2014 at 09:29

    Sehr schöne Rituale habt ihr!
    Wir feiern dieses Jahr zum ersten Mal zu viert Heilig Abend. Geplant hatten wir das schon im letzten Jahr, aber dann kam spontan mein Vater vorbei, was sehr schön war.
    Der erste Feiertag wird gemütlich angegangen, nachmittags gehen wir ins Kino und am zweiten Feiertag werden wir mit meiner Mutter und meinen Schwiegereltern brunchen.
    Ein sehr wichtiges Ritual bei uns ist der Spaziergang an Heilig Abend. Wenn wir zurück kommen, finden wir immer Goldstaub vor der Tüt, manchmal auch eine Strähne Engelshaar. So wissen wir, dass das Christkind da war 🙂

  • alu
    22. Dezember 2014 at 20:30

    Euch auch.

  • alu
    22. Dezember 2014 at 20:31

    Das klingt auch nach einer Entscheidung! Find ich gut und wichtig. Ich hoffe ihr habt entspannte Tage. Alu

  • alu
    22. Dezember 2014 at 20:32

    Geniesst ihr das auch, vlt haben sich die Dinge ja auch schon verschoben wenn ihr zurück seid, im nächsten Jahr? Euch auch schöne Festtage. Alu

  • alu
    22. Dezember 2014 at 20:33

    Oh, das mit dem Goldstaub find ich ja eine super Idee. Vlt machen wir das in diesem Jahr auch. Sehr schön, danke.

  • Tabea
    22. Dezember 2014 at 20:46

    Ich höre gerade das erste Mal euren Podcast und bin nun auf deinen Blog gestossen 🙂

    Schöne Weihnachtsrituale habt ihr! Bei uns ist das alles erst noch am wachsen. Heiliger Abend wird dieses Jahr bei den Schwiegis gefeiert, der 1. Feiertag mit einem Teil meiner Familie zu Gast bei uns mit Putenbraten und am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt mein Papa dann für zwei Tage … dieses Jahr ist das ja praktisch mit dem Wochenende.

    MaMaNo: euer Ritual mit dem Goldstaub ist wirklich sehr fein – das merk ich mir!

    ~Tabea

  • Marisa
    22. Dezember 2014 at 21:29

    Finde es total toll, dass Ihr Euch da abgenabelt habt. Ich will das auch gerne machen, aber ich schaffe es jetzt auch noch nicht. Früher waren wir an Heiligabend bei meinen Eltern, seit die Kinder da sind, kommen alle zu uns. Volle Bude, ich steh den ganzen Tag in der Küche und betüddel die Gans. Bei uns MUSS es nämlich Gans geben an Heiligabend. Letztes Jahr schlug ich mal vor, was einfacheres zu machen – großer Aufschrei in der Verwandtschaft. Mein Mann würde auch gerne Rituale aus seiner Heimat einführen. Er kommt aus Südafrika, wo am 25. morgens beschert wird. Aber auch das kollidiert mit den Vorstellungen vom Rest der Familie. Es bleibt kompliziert… 😉

    Letztes Jahr habe ich das erste Mal versucht, mit dem Großen in die Kirche zu gehen. Eigentlich wollten wir alle gemeinsam gehen, aber der Kleine hat verpennt und so gingen wir nur zu zweit. Der Große fand es allerdings so langweilig, dass er eingepennt ist und wie ein Sack Kartoffeln auf meinem Schoß lag und schnarchte!!! Dieses Jahr probieren wir es mit einem (frühen) Krippenspiel, vielleicht kommt das besser an 🙂

    Für Euch frohe Weihnachten zu Viert!
    Marisa

  • Kai
    22. Dezember 2015 at 18:54

    Dein Beitrag ist zwar schon ein Jahr her, aber ich finds klasse. Allein die Idee, an Weihnachten nicht mit dem Strom zu schwimmen und diesem wortwörtlichen Weihnachtsstress zu entkommen ist toll. Wir haben seit Jahren eigentlich schon sehr besinnliche Weihnachtstage, ohne großartigen Stress. Aber ich habe mir geschworen, dass ich mich von dem Stress der Vorweihnachtszeit nicht anstecken lasse.Problematisch wird es ab nächstem Jahr, wenn die Schwiegereltern ca. 300 km weit weg wohnen. Da muss dann noch eine akzeptable Lösung her. Aber sie wird so aussehen, dass keiner von unserer kleinen Familie unter irgendwas zu leiden hat.

  • Anke
    22. Dezember 2015 at 19:37

    Also für mich war irgendwie klar, dass wir alleine mit unserer kleinen Familie Heiligabend Weihnachten feiern, als unsere Große geboren war (dann 12 Jahr alt). Da gab es auch keine Diskussionen. Vielleicht hat es die Enfernung (350 km) für uns auch irgendwie einfacher gemacht. Einige Jahre sind meine Eltern dann an den Weihnachtsfeiertagen zu uns gekommen (in der Zwischenzeit waren wir dann auch zu viert). Jetzt hat mein Bruder auch Familie, der wohnt noch vor Ort und wir fahren erst nach den Weihnachtsfeiertagen hin. Da es ansonsten auch sehr wenig Verwandtschaft gibt, bekommen wir nur am 2. Feiertag abends Besuch. Und ich genieße das! Drei Tage fast nur für uns, niemand quatscht beim Essen rein, keine festen Termine. Es war schon die letzten zwei Jahre sooooo schön, dass wir alle zusammen in Ruhe die Geschenke anschauen, ausprobieren und bespielen konnten. Herrlich. Und ich habe (trotzdem 😉 ein wunderbares Verhältnis zur Familie! Die Weihnachtstraditionen kommen aus meiner Familie (bei meinem Mann gab es so richtig keine) oder sind selbst entworfen. Viele Grüße, Anke

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