Rollen im Leben - Wahrnehmungen aus der Elternwelt #MentalLoad
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Rollen im Leben – Wahrnehmungen aus der Elternwelt #MentalLoad

Rollen im Leben – Wahrnehmungen aus meiner Welt

Mit großem Interesse verfolgen wir großen Köpfe die „Mental Load-Debatte“. Dabei waren die Beiträge von dasnuf der Auslöser. Seither debattieren wir regelmäßig.

Dabei merke ich, dass ich mir lange nicht mehr so viel Gedanken über die Gleichstellung im Leben gemacht habe (schon einmal etwas erreicht – check). Generell haben wir es in unserer Beziehung schon einmal besser hinbekommen als in den evozierten und sicher zuweilen überspitzten Beispielen. Daran merke ich, dass Frauen um mich herum meist aufgrund ostdeutscher Sozialisation mit arbeitstätigen Müttern groß wurden, so wie ich auch. Dies war bereits die erste Durchbrechung von Rollenvorbild.

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War ja klar!

In dem Comic hat Emma Clit die Veteilungslasten in Beziehungen zum Thema gemacht (Hier in deutsch: Krautreporter). Dieser Bildstreifen ging quer durch die Medien (leider meist nur durch die mit weiblicher Leserschaft). Nahezu alles von dem kann ich unterschreiben.

Auch da ich dies bei mir bekannten Paaren oft bestätigt bekomme.

Bei uns ist die Verteilung gerechter doch die Sorge um den „Mental Load“ sehe ich dennoch. Mein Load scheint  irgendwie weniger stark als Alus. Gleichwie der Cartoon endet mit dem „raising our children as far as possible from stereotyps.”

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Erstmal Nein sagen.

Vorher geht es dabei um die Erfahrungen mit den eigenen Müttern und dass nur Feministenväter die Erziehung der Kinder längerfristig übernehmen.

Da dies bei uns so ist, traue ich mich einmal von der Seite der Bessermacher einige Anmerkungen zu dieser Form der Berechtigungsdebatte zu machen:

  1. Kindheitserfahrungen: Meine Mutter hatte eine volle Arbeit und den Haushalt und uns Kinder (das war in der DDR anders, da war mein Vater noch nicht selbstständig) und meine Mama hatte „Mental Load“. Doch ich habe als Erwachsener bei ihr und auch bei anderen Müttern festgestellt wie schwer es fällt, es ihnen recht zu machen. Dies muss man als Mann durchstehen um das Blatt zu wenden. Mein Papa hat dies im Ruhestand hinbekommen, seitdem kocht er und macht den Haushalt. Lange konnte sie sich nicht lösen, perfekt sein zu wollen. Gleichzeitig hat sie uns Kindern immer klar gemacht, dass ihr diese Verteilung nicht gefällt. Meine Lehre daraus war es, es besser machen zu wollen. So bin ich erzogen worden.
  2. Die Wahl: Bis heute erlebe ich hochintelligente Frauen, die Typen “von Männern zu Väter machen wollen”, deren Familienkompentenz eher gering ausgeprägt ist. Solange hier die einfachen Biologismen funktionieren. Im Sinne von “der sieht gut aus, macht coole Sprüche und ist ein Macho” – ergo er wird mein Samenspender. Später wird dies bei den Verhandlungen der Aufgaben  jedoch auch ein Problem sein. Jemand der stets “sein Ding” machen durfte, tut sich schwer dies seiner Frau auch einzugestehen. Hier dürfen Frauen nicht nachlassen die “Weibchenschemata” zu bekämpfen.
  3. Eigener Nachwuchs: Meine Beobachtungen sind ganz einfach: Lässt man ein Mädchen wählen zwischen Rock und Hose wird sie je nach Vorleben daheim erheblich öfter den Rock wählen als es ein Junge tun würde – Einzelfälle sind eher die Ausnahme die solche eine Regel dann bestätigen. Dieses einfach “Umpolenwollen von Erziehungsmustern” kann also nicht die (alleinige) Lösung sein. Es ist das reflektierende zurückschauen junger Menschen auf ihre Kindheitserfahrungen, die sie anders und bewusster handeln lässt. Ich bin davon überzeugt, dass wir aus unserer Erfahrung lernen.
  4. Der Wille der PartnerInnen: Ich mag meinem Job sehr, aber ich liebe meine Familie. Zum Glück tut dies Alu auch. Daher ist für sie schon klar, dass sie eine zeitlang nach dem Studium nur Teilzeit arbeiten will. Da wir beide wohl bald gleich verdienend sind, könnte gerne sie den Lebensunterhalt sichern. Doch ein Problem dabei ist schwerwiegend: Sie möchte gerade nicht. Sie will Familie und freiere Zeiteinteilung. Wenn dies so ist, kann eine Person schlecht das gleiche wollen wie die andere Person ohne es zu leisten und umgekehrt ebenso.

Das Arbeit und Familie immer schwierig  zu arrangieren sind, wird sich wohl nie ganz abstellen lassen. Doch die Aushandlung von Gerechtigkeitswahrnehmungen in Partnerschaft und Familie ist hierbei unerlässlich.

Ein Lösungsvorschlag – Die Wellenbewegung: Zwei ähnlich engagierte Partner sollten viel stärker probieren nicht einfach die leichte Lösung hinzunehmen, sondern sich auch einmal im Rollentausch probieren. Bei dem oft gleichwertigen Bildungsstand heutiger Paare kann es doch kein Problem sein, dass auch sie der Hauptverdiener ist und er mehr daheim tut. Dabei sollte auch die Mutter keine Angst haben ihre Rollen zu ändern oder bei den Kindern schlechter dazustehen. In der Summe des Lebens gleicht sich das alles aus. Drei Jahre arbeitet sie mehr, die folgenden drei dann er usw. usf.

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Ich merke hier an: Wir Menschen richten uns gerne ein und klagen dann über die Symtome ohne die Ursachen angehen zu wollen. So lange dies so ist, kann ich nur froh sein, dass die Beispiele der Gleichberechtigungsdebatte, wie dieses empfehlenswerte Comic auf unser Leben nur in geringem Maße zutreffen. Zum Glück gibt es Anlass genug zur lebhaften Diskussion.

Und jetzt Ihr:

Konsti

Noch ein Beitrag zu Glücklich scheitern

 

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