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Was nehme ich denn nun den Notizblock, oder das Smartdings?

Digital, oder mit Stift? Wie man einen Einkauf erledigen kann


Spätestens wenn ich den Lebensmittel-Einkauf plane, fällt es mir auf: Mensch, du suchst dir lieber irgendwo einen Zettel, oder die Rückseite einer Verpackung als es in die Notizfunktion deines Telefons einzugeben! 

Warum ist das so?


Zum Einen ich bin kein gebürtiger Digitaler und werde es auch niemals sein (weder in Seattle noch in Berlin ;-)). Zum Anderen, ich beherrsche noch eine alte Kulturtechnik: das Schreiben (wobei meine bäuerlichen, schlesischen Vorfahren vermutlich erst seit Bismarcks Schulreform schreiben konnten).

Mir erscheint die flüchtige Zettelnotiz einfacher. Schon die Vorstellung im Supermarkt laufend das Handy vor den Augen zu haben und jedesmal wieder das Display zu aktivieren, schreckt mich ab (kein gebürtiger Digitaler). Im Sinne meines alten Egos frage ich auch weiter:
Warum meine Einkaufswünsche mit Google und Co teilen?  So bleibt also der Einkaufszettel eine der letzten, nicht vernetzten Medien in meinem Leben.
Wichtige Notizen?
Und die Konsequenzen?

Weitergedacht hieße das natürlich auch, ich sollte nicht via Messengerdienst mit meiner Frau abklären, was noch fehlt! Mist – jetzt wissen sie, dass ich einkaufe und das Hygieneartikel aus sind. Werden Sie es zu irgend jemandes Vorteil nutzen? Die jedoch kulturtechnisch viel relevantere Konsequenz: Die Kinder lernen nicht mehr zwangsläufig eine gebundene Handschrift.
Was musste ich mich als Kind quälen. Am Ende war ich stolz, dass ich verschiedene Stile drauf hatte, wenn ich mich konzentrierte. Ich konnte sogar den Handschriften meiner Eltern ähneln, mal geschwungen und klein (Mutter) mal eckig und spitz (Mutter mit Bart). Nur die runde Buller-Schrift meiner Schwester konnte ich nie.
Nun mag das Schreiben mit Stift, Hand und Papier keine Lebenswichtigkeit sein.
Ja, vielleicht uns nicht einmal voranbringen, doch die Schönheit eines guten Manuskriptes, dass in einem Archiv, oder im Briefkasten uns ab und an erreicht – unschlagbar!
Schon 1995 meinten viele zu einem Freund (der Einladungen zu Feiern und Infobriefe zum Vereinsleben, stets per Hand verfasste um diese dann zu kopieren).
Warum nimmst du nicht den Computer? Bis heute kommt er ohne diese Technik aus. Doch vor 20 Jahren wusste wohl keiner, wie das händische Schreiben abnehmen wird.
Ich arbeite derzeit viel mit den guten alten Akten, in denen viele handgeschriebene Briefe sind. Wer sollte aber in 100 Jahren noch unsere textlichen Hinterlassenschaften prüfen können? Wer wird Handschriften entziffern können, geschweige denn, Textdateien von 2015 öffnen.
Was fange ich denn nun damit an?
Mittlerweile ärgere ich mich, wenn ich sehe, dass sich meine Handschrift mangels Übung sich verschlechtert. Wenn ich die Wahl habe zwischen Notizbuch und Laptop, siegt meistens das Notizbuch (außer bei Protokollen und Internetrecherchen ; )). 
Dieser Doppelhaushalt ist für mich eine gute Lösung. Außerdem schreiben wir (als Paar) uns Briefe, nach wie vor. 
Auch wir (als Eltern) schreiben den Kindern Briefe in der Hoffnung, dass sie es im Erwachsenenalter lesen können  und wollen.
Aber wer weiß das schon bei meiner ungeübten Hand?
Schreibt Ihr noch Einkaufszettel, oder alles per digtaler Notiz. Wählt ihr die E-Mail, oder den Brief? Lasst es mich wissen.
K.

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2 Comments

  • NadineM/BerlinerKinderzimmer
    18. September 2015 at 16:07

    Ich bin ganz bei Dir 🙂 Erstens geht es oft einfach schneller und ist unkomplizierter, was auf einen Zettel zu krickeln. Zweitens merke ich mir Sachen leichter, wenn ich sie händisch aufgeschrieben habe- und deshalb auch nur einen Papierkalender führe…aber ich hab ja auch eine gedruckte Tageszeitung abonniert, ich pre-digital native 🙂

  • Anneke
    24. September 2015 at 08:58

    Unser Einkaufszettel wird ordnungsgemäß auf Notizzettel geschrieben – die aus nicht mehr benötigten,einseitig bedruckten, zerschnittenen A4-Zetteln bestehen. 😉 Ich schreibe oft Mails. Hin und wieder, und weil es auch viel persönlicher ist, schreibe ich Karten oder auch Briefe. Und merke, dass mir nach einem langen Brief die Hand weh tut…Zu wenig beübt vermute ich.

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