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Wer hat Playmobil erfunden? Die Geschichte von Hans Beck

Die Geschichte von Playmobil

Wer hat’s erfunden? Der Thüringer. In diesem Fall der 1929 in
Greiz geborene Hans Beck. Und zwar: Playmobil. Ohne ihn würden meine
Kinder heute nicht unterm Weihnachtsbaum sitzen und eine
Playmobil-Hochzeitskirche zusammenbauen. Die sie einerseits bekommen
haben, weil ich meine kultürlich-religiöse Schwiegermutter ein
bisschen triezenberuhigen wollte. Die sie andererseits bekommen
haben, weil Weihnachten ohne Playmobil – naja.
Jedenfalls Hans Beck. Nach der Flucht aus dem Arbeiterparadies
arbeitete der gelernte Tischler in Nürnberg als Entwickler in der
Spielzeugfabrik Horst Brandstätters. Traumjob – noch in jedem Text
über Beck heißt es, er habe schon als Zehnjähriger für seine wohl
sehr zahlreichen Geschwister Spielfiguren gebastelt. Bei Brandstätter
entwickelte er 1971 die ersten Playmobilmännle, die früher auch “Klicky” hießen. (Wobei ich mich da nicht dran erinnern kann, und ich bin ja praktisch Erst-Zielgruppe.) Die Ölkrise
soll die Firma dann 1973 bewogen haben, die kleinen Figuren – seit
ihrer Einführung kaum verändert – auf den Markt zu bringen. Der
Rest ist Geschichte. Die Konkurrenz von BIG, “Playbig”,
hielt sich nur wenige Jahre. War ja klar, wer Playbig hatte, war
nicht cool.
Das mit der Ölkrise hatte folgende Bewandtnis: Auf Grundlage
eines sauteuer gewordenen Kilos Rohplastik ließ sich mit vielen
kleinen Playmobilfiguren mehr erlösen als wenn man das Zeug zu
Sandeimern verarbeitet hätte. (Der vorige Satz ist extrem schlampig
formuliert. Aber egal. Ich war abgelenkt: Versuchte mich zu
entsinnen, wann ich gelernt habe, dass man woanders von “Plaste”
spricht. Oder wäre das dann Elaste? Und wie wohl Hans Beck zum
Rohstoff seines Lebens gesagt hat.)
Ihn selbst fragen können wir nicht mehr, er starb 2009. Da war
Playmobil schon längst Legende, und Kinder – ob ihre Eltern nun
Plaste (oder Elaste?) oder Plastik sagten – konnten aus weit mehr als
nur aus der anfangs angebotenen Indianer-, Cowboy- oder Ritterwelt auswählen. Heute
fliegen die Dinger sogar wieder zum Mond und machen in Science
Fiction. Was den Nachfolgern von Hans Beck aber wohl zum angeblich
drohenden Ende der Erdölvorräte einfallen wird? Vielleicht ein paar
Rainbow Warrior aus Biokunststoff.
Jost Burger

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3 Comments

  • muell
    27. Dezember 2012 at 19:01

    OhJa – Ich als Ostblockgöhre – was träumte ich von diesen wohlgestalteten Klein-PVC. Als es einige Retromodelle im Katalog von PlayMo gab, da hatte ich schon den Schein in der Hand, für diesen stilsicheren roten LKW. Doch dann habe ich meinen Kindern lieber die Krippe, die Arche (hieß mal Noas-Arche, jetzt Arche der Tiere in der Serie Wildlife-Säkularisierung ist überall) und die og. Kirche (anglo-amerikanisch lutherisch, wenn man den Pfarrer deutet) – doch egal – wird sicher auch bald in wildlife eingegliedert. 😉

  • muell
    27. Dezember 2012 at 20:49

    Lieber Konstantin, angesichts unserer religiös depravierten Kinder würdest am Ende selbst du deine missionarische Ader entdecken: Die Große belehrt die Kleinen, dass "Der Ansager" zuerst aus dem "Heftchen" vorlesen muss, bevor die Brautleute sich dann heiraten dürfen. Und heißt es denn nun Plaste oder Elaste? PVC ist ja wohl was ganz anderes. Oder? Anderereits – du warst in Naturwissenschaften sicher viel besser als wir.

  • muell
    28. Dezember 2012 at 19:40

    Ich dachte immer PVC ist auch Plaste. Ich war in (neudeutsch:) NaWi, echt mies. Deswegen bin ich ja Geisteswissenschaftler und nicht Wirtschaftsprüfer….

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