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„Wir wurden enttarnt“, wie ich mir den Glitzerstaub aus den Haaren klopfte

Das Ende des Glitzerstaubs

Leute, wir wurden enttarnt! Ich wusste, es würde eines Tages kommen. Der gefürchtete Moment
der Wahrheit. Bereits seit Jahren bereite ich mich auf dieses Gespräch vor und
versuche den Ablauf vor meinem inneren Auge zu erfassen. Doch, dann kommt das Gespräch eben plötzlich und man kann sich nicht darauf
vorbereiten. Nein, es geht nicht um Aufklärung, puhh keine Angst. Es geht um den
Zauber der Weihnacht, der Osterhasen und der Zahnfee. Das Ende des Glitzerstaubs.

Weiße Mäuse gibt es, oder nicht?


Der Moment der Wahrheit

Ich hole das Kind bei einem Freund ab, sie ist recht still
auf dem Weg nach Hause und kündigt mir bereits ein „ernstes Wörtchen“ an. Zu
Hause zieht sie mich in eine Ecke. X&Y aus der Klasse würden herumerzählen,
das es gar keinen Osterhasen geben würde. Ich tue geschockt, setze mein DAS
KANN DOCH NICH WAHR SEIN
 Gesicht auf. Jedoch anscheinend nicht besonders
erfolgreich. Sie hat mich bereits ertappt. Ich habe zuwenig den Blick einer
völlig geschockten Mutter trainiert. Sie schaut ernst und stemmt die Hände
in die Seiten. „Also stimmt es, ja Mama?“ Ich sehe ihre Kindheit wieder ein
kleines bisschen mehr davonfliegen. „Ja!“ Mehr kann ich dazu nicht sagen. „Heißt
das Ihr habt all die Geschenke versteckt, auch X und Y und Z in den ganzen
Jahren?“
„Ja, wir waren das.“ 
Ich schaue mich um und flüstere. Schließlich achte
ich penibel darauf, das K2 nicht in unsere Nähe kommt. Ein weiterer Abflug
vom Glitzerstaub der Kindheit kann sonst nicht ausgeschlossen werden. 

Das Kind richtet die
Lampe in mein Gesicht 

„Auch Weihnachten? Die Zahnfee? Der Nikolaus? Trägt Papa
all die Sachen erst all die Treppen hoch und dann verpackt wieder runter?“
„Ja, ja und Ja. Das
waren alles wir.“
„Du hast dir also den goldenen Becher zum Nikolaus selber
geschenkt, Mama?“
„Neeeee, das war Papa.“ (man muss dem Kind ja nicht erzählen, das ich ihm schon eine Geschenkeliste mitgegeben habe) Erleichtertes Aufseufzen vom Kind. „Ach,
ich dachte schon, schön blöd. Ich hätte dir den ja auch schenken können. Aber wenn
ich das jetzt alles weiß, dann will ich auch verstecken zu Ostern. Darf ich
dann mitmachen? Ich erzähle es auch nicht weiter.“
 
Der Becher der Wahrheit, geschenkt vom Nikolaus?

Indianerehrenwort?

Habe K1 daraufhin natürlich den feierlichen Indianereid abgenommen und ihr
was von geheimen Logenaktivitäten erzählt. Danach wurde sie eingeschworen dem
kleinen Bruder nichts zu verraten. Sie ist begeistert und muss plötzlich noch
schnell was basteln gehen. Und ich? Ich sitze hier mit etwas weniger Glitzerkinderzauber und muss an Gru denken, der sich in „Ich einfach unverbesserlich 2“
auch als Glitzerfee verkleidet und die kleine Agnes ihm danach ins Ohr flüstert,
dass sie ganz genau weiß, dass er es ist. Aber das sie es Niemandem verraten wird. 
Ungefähr so fühlt
sich das also an, wenn dann der Glitzerstaub zur Erde fällt.
Gleich mal das „Schocking Gesicht“ vor dem Spiegel üben gehen. Ich meine, wenn sie eines Tages entdeckt, dass der Sandmann gar nicht die Träume bringt, will ich vorbereitet sein.

Alu

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3 Comments

  • nochmehrzwillingsblog
    24. März 2015 at 08:11

    Logentätigkeit, hihi, das gefällt mir!

  • emmaundlukas
    24. März 2015 at 09:33

    Hallo,
    ich hoffe mit jedem Weihnachten, Ostern oder ausgefallenen Zahn, dass mein Großer weiter glaubt. Er beginnt zu zweifeln, seine Fragen werden immer tückischer, doch er lässt sich noch nicht vom Glauben abbringen. Er glaubt der Mama noch mehr, als den anderen Kindern in der Schule.
    Letzte Frage erst gestern: Zettel an die Eltern- 2€ für "O" mitbringen. Mama was heißt O? XY sagt, das sei Ostern. Wieso muss ich für Ostern 2€ mitbringen? Kriegt der Osterhase etwa auch Lohn? Was sagt man denn da so ganz spontan???
    Liebe Grüße, heike

  • KW
    8. November 2018 at 16:03

    Kein Lohn. Das ist das Geld für die Straßenbahn. Der Osterhase hat sich keinen Fuehrerscheun 😉

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