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Wenn das Kind nicht mehr in den Kindergarten gehen will

„Heute ist es heiß, heute gibt es Eis“, fasst das kleinste Kind in diesen Tagen unsere täglichen Abläufe ganz genau zusammen. Denn ja, wir gehen gerade jeden Tag eine Kugel Eis essen. Es handelt sich dabei um ein Bestechungseis, ganz eindeutig.

Jeden Morgen erwacht das kleinste Kind und ruft nach Papa. Sie schaut sich um und sagt als erstes die Sätze „Ich will heute nicht zur Kita“ und „Muss ich zur Kita?“ und wiederholt diese lautstark und in Dauerschleife.  So geht das nun schon wieder seit Mitte Juli. Ich wusste ja, dass es eine gewisse Eingewöhnung nach der langen C Pause geben würde, aber dass es so schwierig wird, das hätte ich nicht erwartet.

Der Tag beginnt immer gleich

In starken Armen wird das erwachte Kind jeden Morgen königlich hinuntergetragen, darf sich dann auf dem Sofa noch kurz ausruhen und bekommt sogar ihr Müsli (auf Wunsch) dort serviert. Die Inhalte der Brotdose werden abgestimmt und immer wieder denke ich dabei: Wenn das Auswärtige Amt jemals qualifizierten Nachwuchs in Verhandlungsprozessen benötigt, das Kind wird es richten. Denn obwohl die Jüngste erst vier Jahre alt wird, diskutiert und argumentiert sie schon wie eine Große, es ist unglaublich.

Nach dem Frühstück, auf dem Sofa oder unserem Schoß, folgt die erste Bitte der Jüngsten doch bitte noch eine Folge „Nur eine einzige Folge, Mama”  Peppa Wutz/ Ben und Holly schauen zu dürfen und ja, das sind diese Probleme die dann eben durch die lange C Krise entstanden sind, Fernsehen am Morgen.

Manchmal schaffen wir diesen Part zu umschiffen, aber meist schiebt ein Erwachsener das mittlere Kind zur Schule und winkt dem großen Kind hinterher, während die Jüngste eben dann doch diese eine Folge gucken darf.

Das Drama nimmt seinen Lauf

Mit dem Rad (oder Auto) in den Kindergarten bekommen wir das Kind schon eher schwerer. „Ich will nicht zur Kita, ich will bei euch bleiben“, sagt das Kind in Dauerschleife und auch wenn das niedlich ist und sicherlich für unsere Bindung spricht, so setzt es uns auch unter Druck und fühlt sich seltsam an.

In der Kita angekommen steigt sie dann schon grummelig aus. Sie möchte lieber im Auto oder dem Rad sitzen bleiben und weint oftmals, wenn einer von uns sie in die Kita trägt (das ist bei uns beiden auch gleich). Das die Abgabe schwieriger ist, seit wir vor einem Jahr umgezogen sind, das begleitet uns schon länger und schlauchte bereits im Winter, ich habe aber wirklich sehr oft das Gefühl, dass sie vielleicht noch gar nicht richtig angekommen ist.

In der Kita verabschieden wir uns immer kurz und liebevoll, um dann doch ein sehr oft weinendes Kind dort zu übergeben.

Wenn ich das Kleinste am Nachmittag  abhole (und in die Kita rase, denn ich will sie ja nicht unglücklich dort lassen), dann will sie allerdings oft  gar nicht gehen. Sie liebt ihre Freundinnen dort, lädt diese aktiv zu uns ein und malt und spielt offen und fröhlich. Die Kita erstattet jeden Tag einen kleinen Bericht, die Jüngste ist voll integriert und es tauchen keine weiteren Tränen den Tag über auf.

Also warum dieses Drama jeden Morgen?

Die Lage ist wirklich verzwickt und die lange Zeit zu Hause hat sicherlich nicht dazu beigetragen, dass eine leichtere Lösungssituation für unser Nesthäkchen entstanden ist. Das ist schwierig für uns als Eltern und ist eine der Dinge die mich an der ganzen Krise auch ehrlich gesagt ziemlich viele Nerven gekostet hat, denn bereits mit dem Beginn des Lockdowns war mir ganz klar: Das wird für unser Kind nochmal ne extra schwierige Nummer werden: Hallo Neueingewöhnung nach dem C.

Heute ist es heiß, heute gibt es Eis

Ich hole das Kind also ab und sage „Los komm, wir gehen jetzt noch ein Eis essen“ und wir zelebrieren den gleichen Ablauf wie jeden Tag, in der Hoffnung, dass irgendwann die Tränen getrocknet sind und der Eisladen Pause macht.

Habt ihr auch so Probleme mit der Wiedereingewöhnung jetzt oder wie regelt ihr das und was sind Eure Sorgen?

Welche Sorgen #ElterninderKrise in das neue Schuljahr mitnehmen

Alu

Wenn das Kind nicht in die Kita gehen will

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5 Comments

  • Denise
    13. August 2020 at 15:00

    Es tut mir so leid, das zu lesen. Wir hatten das beim Kleinen befürchtet. Es trat aber nicht ein. Kann es sein, dass „nur“ das Lösen und der Abschied ein Problem ist? Sowas wie eher bringen, also ganz schnell und nicht Zuhause die Gemütlichkeit aufkommen lassen, habt Ihr sicher schon versucht. Ich wünsche Euch allen gute Nerven!

    Völlig OT: aber mein Blogfamilia Paket ist bei Euch nicht wieder angekommen? Inzwischen scheinen alle ihre zu haben. Oder gabs nie eins für mich, dass ich irgendwie raus bin? (Mails zur Blogfamiliabsage etc habe ich bekommen)

  • Manuka Goldtopf
    13. August 2020 at 17:28

    Hallo Alu,

    wir haben ein ähnliches Problem. Unser Sohn (3) fragt morgens auch als erstes “ist heute Kita-Tag?” und jammert und schluchzt, wenn das bejaht wird. “Aber ich will nicht in die Kita!” Das fing allerdings schon vor dem Lockdown an. Er konnte auch nicht richtig sagen warum, die Gründe die er benannt hat, “ich soll da schlafen, obwohl ich nicht will” oder “ich soll immer essen” sind soweit geklärt bzw. behoben, aber ich denke er kann selbst gar nicht so recht benennen was es ist. Er will einfach am liebsten bei uns sein und fand den Lockdown super…allerdings ist das Thema bei uns schon vorbei, wenn wir auf dem Weg zur Kita sind. Und hinterher sagt er, es sei ganz gut gewesen, er hat aber dort keine anderen Kinder, mit denen er explizit befreundet ist. Vielleicht liegt da der Hund begraben, oder es ist ihm einfach zu stressig, die Lautstärke und die ganzen Regeln. Letztendlich wissen wir es nicht, aber es bleibt einfach immer ein saublödes Gefühl, wenn du merkst das dein Kind eigentlich gar nicht hin will.

    Liebe Grüße,
    Manuka

  • Inga
    13. August 2020 at 18:02

    Liebe Alu,

    es tut gut zu hören, dass nicht nur mein Kind morgens über Fernsehen verhandelt.

    Ihr habt eine tolle Bindung zu euren Kindern und seid sehr liebevolle Eltern. Wenn du nicht du wärst und den Text lesen würdest, dann würdest du schnell auf das Thema “Grenzen setzen”. Das ist absolut nicht böse gemeint, denn mir geht es in vielen Punkten ähnlich.

    Ich lese: Kind wird aus dem Bett getragen, Kind wird zum Sofa getragen, Kind darf auf dem Sofa frühstücken, Kind darf morgens Fernsehen. Und ich merke: Kind hat die Eltern voll im Griff. Mein eigenes mich übrigens auch. Ich kann also nur sagen: Ich kenne das Problem, ich habe aber keine Lösung. Bzw ist die Lösung, klare Ansagen zu machen. Liebevoll, herzlich, aber deutlich. Das muss ich auch noch üben. Aber ein klares NEIN ist oft sehr hilfreich für das Kind.

    Genauso in der Kita. Natürlich in Absprache mit den Erzieherinnen, aber ein kurzer, klarer Abschied morgen kann helfen, dass das Kind versteht, okay, das ist jetzt so. Denn sobald ihr weg seid, beruhigt sie sich ja und spielt und will am Ende gar nicht nach Hause. Frage gern mal nach einem Elterngespräch mit der Erzieherin, das kann helfen.

    Ich hoffe, du bist mir nicht böse. Ich kann das mit dem Grenzensetzen ja auch nicht 🙂

  • Cosima
    14. August 2020 at 00:38

    Ja, ist bei uns ähnlich! Im September 2019 war der umzugsbedingte Wechsel in die neue Kita. Kind, damals noch 3, war erst im Januar voll aufgetaut. Dann kam Corona und 3 Monate kindergartenfrei. Jetzt ist es noch schwieriger als letztes Jahr, sie dorthin zu bringen! Ich schicke euch jedenfalls ganz viel Kraft und Mut für euch alle für diese Zeit der Neu-Eingewöhnung!

  • susi
    18. August 2020 at 15:34

    Das ließt sich leider, sehr anstrengend.
    Das tut mir sehr leid für euch, das euer morgen immer so aussieht, ich hoffe unsomehr genießt ihr die Wochenenden.
    Einen Tip habe ich leider nicht für dich, meine beiden sind nie in Kindergarten gegangen wenn sie nicht wollten.
    Dadurch das nie ein “muss” war, ist hier genau das Gegenteil, “c” war ganz schlimm und jeden Tag wurde gefragt, wann sie endlich wieder gehen dürfen. Und seit dem wieder ist, wird kein Tag mehr verpasst.

    Meine sind aber auch erst mit 4 gestartet, ab da wollten sie, selbst. Ohne den Wunsch von ihnen, gehen zu wollen, würden sie nicht gehen.

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