Ich lehne mich an die Kinderzimmertür und träume mich ins Büro. #Vereinbarkeit - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Leben mit Kindern Wochenkind

Ich lehne mich an die Kinderzimmertür und träume mich ins Büro. #Vereinbarkeit

Die Gedanken einer arbeitenden Mutter #Workingmom

Manchmal lege ich mein Ohr an die Tür des Kinderzimmers und
lausche den Gesprächen der Kinder. Vor einigen Jahren war es natürlich noch so,
dass eigentlich nur K1 pausenlos erzählte und der kleine K2 nur ab und zu ein „Whaa,
Ähh“, oder „Brrr“ dazu sagen konnte, aber nun mit bereits vier Jahren führen
die Beiden oftmals richtige philosophisch anmutende Gespräche. Es geht viel um
Wünsche und Träume in ihren Abendgesprächen. Es geht darum was sie noch erleben
wollen und was eigentlich Mama alles noch erledigen könnte für Sie.

Momente.

Ich stehe dann vor der Tür und träume mich ins Büro. 

Ich
stelle es mir wunderschön vor, wenn Jemand mit den Stimmen der Kinder mir auf
Arbeit mal meine Tagesaufgaben und die to dos vorlesen könnte. Die nuschelige
kleine Stimme mit den leichten chaotischen Zwischentönen würde mir sicherlich
einige Dinge im Büroalltag erleichtern. Aufgabenpakete wie „Stellen Sie mir X
und Y zusammen um dann daraus ein Fact Sheet zu erstellen“ würden sicher viel
schöner klingen, wenn ein Vierjähriger es mir sagen würde. Allein schon
deshalb, weil er so oft die Worte zu eigenen Dingen macht. Es heißt bei K2
nicht „Hejo, hol die Gaben“, sondern „Hejo, hol die Gabeln“, oder statt „Mutter,
ich habe Durst“, heißt es „Mama ich brauche Trinkitrinki“. Auch in Sitzungen
wäre die Stimmung gleich viel besser. Fragen wie „Was genau meinen sie denn mit, sie haben das noch nicht erledigt?“ würde K2 wahrscheinlich in „Hascht du
das gemacht Mama, oder nisch?“ umgestalten. Sie hätten in dieser Frageform diesen kleinen,
liebevollen Klang einer Kinderstimme. Dazu würde mich auch ein erhobener
Zeigefinger des Vierjährigen nicht stören. 

Nun heißt es ja, vor großen
Auditorien solle man sich die Zuhörer alle nackt vorstellen, was mich
eigentlich immer sehr befremdet hat. 

Ich sehe meine Kollegen/innen gern
angezogen und würde mich eher durch ihre Nacktheit verunsichert fühlen. Sie mir
aber als Gruppe von Kindergartenkindern vorzustellen, die während meiner
Präsentation auch mal „Langweilig“, „Muss trinken“, Weißt du eigentlich, ich
bin Vegegarier“ ins Podium rufen könnten beruhigt mich ungemein und lässt mich
schmunzeln. Denn solch einer Truppe gegenüber wäre ich doch gewappnet, ich würde
sie mit einem Lächeln entwaffnen können.

Und dann stehe ich wieder da vor der Tür und lausche den philosophischen
Gesprächen der Kinder an der Tür und eigentlich unterscheiden sich die Themen
und das Lachen gar nicht so viel von meinen Kollegen/innen wenn sie von ihren
Zeitplänen und ihren Umsetzungswünschen berichten. Ganz ehrlich!
Alu

PS: Vielleicht vermisse ich meine Kollegen auch einfach gerade.

You Might Also Like...

2 Comments

  • Working Mom
    15. Oktober 2015 at 11:50

    🙂

  • Lena
    15. Oktober 2015 at 21:46

    Das ist eine schöne Vorstellung 🙂
    Ich könnte mir auch denken, dass das in mancher Sitzung hilfreich ist *g* Und ja, ich habe es auch so empfunden, dass das Verhalten sich teilweise ähnelt 😉
    LG
    Lena

Leave a Reply