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Wie wir mal mit den Kindern Radurlaub im Regen machten – inklusive alter Räder

Wie wir mal in den „Sommerurlaub“ radelten.

Gepäckschatten

Ungefähr im Mai dieses Jahres hatten wir eine Idee. Wir wollten
den Sommerurlaub mal nur mit den Rädern gestalten. Nach dem Kauf einer Radkarte
des Bodden-Darß Kreises war klar, auch für uns „Radhonks“ sollten die Strecken vom
Bahnhof zum Ferienhaus und dann zum Laden machbar sein. 15 km per Rad, hin und
zurück? Kein Problem. 

Einkäufe mit dem Rad vom Ferienhaus, jederzeit möglich.
Wir bereiteten also die Reise vor, besorgten uns Radtaschen (danke an Familieberlin) und
ließen die Räder durchchecken. Als der Fahrradradladenmann mein zwanzig Jahren
alten Beachcruiser untersuchte und ich ihm von unserem Radurlaub berichtete,
schaute er einigermaßen unglaubwürdig und wünschte uns beim Verlassen des
Ladens „Viel Glück mit der alten Mühle“. Ähh na gut. 


Das richtige Equipment, kein Problem!

Wir kauften Radpumpen,
packten in drei Radtaschen und weiteres weniges Gepäck und zogen los. Als total
erprobte  RE Reisende (wir reisen
wirklich viel mit der Bahn) wussten wir bereits, dass es sinnvoll ist immer
sehr früh morgens den RE Richtung Stralsund zu nehmen und fanden uns bereits zu
6Uhr am Bahnhof ein. Leider scheint sich inzwischen herum gesprochen zu haben,
das dies für RE- Reisende eine günstige Reisezeit ist und so fanden wir uns
gequetscht in einem Zug nach Stralsund wieder. K2 verschlief einen großen Teil
der Reise, das war angenehm für uns Alle.

Ausblick 

Nach einem abenteuerlichen Umstieg, mit den Rädern am
Bahnhof Stralsund, hechteten wir zum Zug Richtung Barth. Dieser war gänzlich
leer und gab uns die Gewissheit, dass wir Niemals in den Zug gegenüber nach
Rügen einsteigen
werden. Ich möchte sagen, ich habe wirklich durch die
Fensterscheibe gesehen, dass dort Menschen quer auf Gepäckstücken lagen und andere
versuchten sich außen am Zug festzuhalten um nach Binz mitzufahren. Bei uns war
es jedoch leer. Total leer. 


Was soll schon passieren?

Fröhlich gestimmt und die Radkarte lesend stiegen
wir ein. Wir hatten uns einen gut gekennzeichneten Radweg durch die
Boddenlandschaft gesucht, der uns zur Darßgrenze bringen sollte. Hach, ist das
toll, nachhaltiger, voll ökologischer Urlaub. Unsere Outdoorfreunde würden
stolz auf uns sein. Angekommen am Bahnhof bestiegen wir die Räder und bogen in
den Wald ab. Was als „Radweg“ gekennzeichnet war, entpuppte sich als SANDWEG
mit Original Ostseesand. Sicherlich ist das für fortgeschrittene Outdoorprofis
kein Problem, mein gemütliches Damenrad jedoch und auch „die alte Mühle“ kamen
eher sehr langsam voran. Wir ließen die Landschaft also nicht an uns
vorbeiziehen, sondern erlebten sie sehr genau. Wir hatten Glück, denn an diesem
Tag schien zum letzten Mal in unserem Radurlaub die Sonne und so kamen wir dann
irgendwann auch mal im Ferienhaus an. Die Stimmung war gut und unsere Radlust
noch vorhanden.

Wir testen Radstrecken mit den Kindern

In den nächsten Tagen jedoch testeten wir weitere
Radstrecken mit den Kindern. Dazu muss ich sagen, dass K1 zwar Rad fährt, aber
wohl niemals an einem Radrennen teil nehmen wird und K2 nur Laufrad fährt, denn
er sagt noch sehr deutlich „Mehr brauche ich noch nicht“ und so immer ein
Umstieg für ihn, auf den Fahrradsitz, ermöglicht werden muss. Wir haben
wirklich in diesem Urlaub jeden Tag eine Radtour gemacht, aber selbst nach 5 KM
Radtour flossen Tränen und nur gutes Zureden konnte ermutigen. Es ist auch echt
richtig doof, wenn es jeden Tag im Urlaub regnet und man nur mit den Rädern
unterwegs ist. Das war sehr demotivierend für die Kinder. Aber die Momente in den das Sonnenlicht sich zeigte belohnten uns dann doch alle irgendwie.

Glücksmoment.

Was ich gemerkt habe, 

Erstens:
Radwege die als solche auf Karten gekennzeichnet sind, können auch seit 2010
verschwunden sein (oder völlig zugewachsen!)
 
Zweitens: weniger Gepäck ist echt
immer gut und 

Drittens: nur im Regen zu fahren macht einfach keinen Spaß. 

Es
ist so doof wenn man immer wieder von irgendwelchen Stürmen und Regenschauern
heimgesucht wird. Radurlaub im Regen, dafür sollte es ein Extra-Coaching geben.
Ich bewundere Familien, die wirklich diese Radurlaube machen mit kompletter
Ausrüstung und alle (Eltern und Kinder) sehen immer glücklich und zufrieden aus
und ziehen an uns vorbei (Ja, ich hab euch Alle gesehen!!) aber ich glaube wir
werden wohl immer die Leute sein, die vom Bahnhof zum Ferienhaus, zum Laden,
zum Strand und dann wieder zurück radeln. Ich habe gemerkt, dass ich mich
diesem Radfamiliendruck nicht unterwerfen werde. 

Man braucht Beine und Kinder für einen Radurlaub

Man braucht nämlich kein
Super-Dupper-Top Rad und die sich selbst aufblasbare Radtasche mit Extras um
schöne Ferien zu machen. Man braucht einfach nur Zeit und eine „alte Mühle“.
Wir werden zwar nie ein Rennen gewinnen mit den Kindern, aber wir haben dafür
so viele tolle Stopps gemacht und sogar sehr nah Rehe beobachten können. Alles
in allem fand ich es also richtig toll und wir planen auch schon eine nächste
gemütliche Tour. Sollten unsere Outdoorfreunde uns jedoch  fragen wollen, ob wir als nächstes mit ihnen
und den Kindern über die Alpen radeln, werde ich dankend ablehnen. Alternativ könnte
ich nach einem Elektrolastenrad recherchieren, wo ich dann weniger Aufwand habe,
aber soweit wird es einfach nicht kommen. 

Hier einige Urlaubsimpressionen von
unserer Darß-Bodden-Reise:
Wir fahren dann mal los. Fotos: Konstantin Manthey
Durch die Gegend radeln.
Bei Wind und Wetter immer unterwegs.
Für K2 haben wir noch kein Rad, daher hieß es Laufrad und Fahrradsitz bei Erschöpfung.

Bei Regen haben wir viel gespielt. Zum Beispiel Carcassonne, was beiden Kindern gefiel.
Eier kaufen fahren.
Ermüdungserscheinungen bei Ausflügen inbegriffen.
Am Abend wurden die Sachen vor dem Kamin getrocknet.
Auf dem Rückweg mussten alle ihr Gepäck selbst tragen.

Im Zug dann vorbei an Traumbahnhöfen
Wir reisen natürlich nur in Top Zügen.

Es gab bereits auch schon ein chaotisches Wochenende in Bildern von unserer Reise, natürlich mit anderen Fotos als jetzt hier zu sehen sind.

Alles in Allem empfehlen wir solch einen Urlaub dann doch. Reisen ohne Auto, es ist möglich und macht Freude.

Alu

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2 Comments

  • nochmehrzwillingsblog
    11. August 2015 at 19:29

    Sehr gut! Mein Plan ist ja noch die Umradelung des Bodensees. Der Mann hat schon angeboten, immer mit dem Auto vorzufahren und das Zelt aufzubauen. 🙂

  • Ute
    12. August 2015 at 09:11

    Oh toll, den Mann will ich auch 🙂

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