Suchen wir mal Apps für die Kinder, Apps für die Kinder, Apps für Reisen
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Schulkind Seine Sicht

Wochenthema: Apps für Kinder. Puh.

Suchen wir mal Apps für Kinder

Die Frau sagt: Es sind Ferien. Bald
fahren wir nach Italien.Vielleicht regnet es da mal. Und die Fahrt
wird lang. Sollten wir nicht nach ein paar schönen Apps für die
Kinder schauen? Also was Gutes, nicht so’n Mist. Ich sage: Ja klar.
Und mache mich auf die Suche. Nach was Gutem, nicht so’n Mist.

Ich mag mein iPad, bin aber der
Ansicht, dass Kinder das Ding nicht vor dem ersten Schuljahr in die
Finger kriegen sollten. Mag es noch so beeindruckend sein, wie
schnell schon Dreijährige das mit dem Wischen und Tappsen und Drehen
raus haben: Die Synapsen zwischen den Ohren sollen sich bitte an der
3D-Welt entlang entwickeln. Seien wir ehrlich: Die pädagogische
Absicht (soll ich jetzt Appsicht schreiben?) kann noch so hehr sein,
für kleine Kinder sind Apps wie Fernsehen mit Anfassen.
Andererseits: Viele der Argumente in der Diskussion um Kinderapps
ähneln denen, die Ende der 1990er Jahre rund um Kinderanwendungen
für den PC ausgetauscht wurden. Es läuft immer auf die selben zwei,
drei Sachen hinaus: Nicht zu lang. Gut zum Lernen. Aber nicht zu
früh: Erst soll die „echte“ Welt erfahren werden. Und OK, es gibt Ausnahmen. Dann darf auch unsere Fünfjährige mal ran.

Kinderapps für Alle

Einsichten, von denen die meisten der
Schreiber weit entfernt scheinen, die auf den diversen von mir
besuchten Empfehlungssites für Kinderapps ebenjene vorstellen.
(Einfach googeln: die besten Kinderapps). Am schlimmsten tatsächlich
das ständige Geseiere, wie schnell „die Kids“ den Umgang mit
„iPhone & Co“ lernen und wie toll das sei. Was noch auffällt:
Ohne den Anspruch, dem Kind explizit was beizubringen, findet
anscheinend kaum eine Kinderapp ins Leben. In den Rezensionen weht
immer so ein verdruckster, lustigerweise bildungsferner Ton herum. „Und lernen tun sie auch was dabei.“ Wie in
einem ganz elenden Beispiel: In „Tic Tac 400“ (oder so ähnlich)
spricht eine dämliche Zeichentrickfigur „den Kleinsten“ die
Bezeichnungen für abgebildete Gegenstände oder Konzepte vor. „Rot“
etwa, oder „Ball“. Auf dass die das dann lernen.

Ich dachte immer, Sprechen lernt man
von den Eltern.

Es geht natürlich auch anders.
Erstens, wenn die Apps sich bewusst an etwas ältere Kinder wenden,
um sie beim Lernen für die Schule zu unterstützen. Hier können
Entwickler auf die Erfahrungen mit Lernsoftware für den PC
zurückgreifen. Mein Eindruck allerdings: Es gibt noch zu wenig. Dann
lieber auf die CD-Rom setzen!
Zweitens, wenn die App in die
„wirkliche“ Welt weist. Da gibt es eine App namens „Experia
Kids“, die den Kindern erzählt, wie sie mit alltäglichen
Gegenständen aus dem Haushalt kleine Experimente aus der Physik oder
der Chemie durchführen können. Und beim „Tiny Paper Zoo“ geht
es darum, aus Papiervorlagen Tiere zu basteln. Die kann man über die
App ausdrucken oder sie vom Bildschirm abpausen. (Und wollten wir
nicht alle schon einmal vom Bildschirm abpausen? Ich find das
großartig. Medienkonvergenter geht’s nimmer.)
Und dann gibt es drittens Apps, die
endlich einmal nichts beibringen wollen. Sondern einfach nur
erzählen. Wunderbare Umsetzungen bekannter Kinderbücher, extra
entwickelte Bilder”bücher” – Apps für Tablets und Smartphones, die
deren mediale Möglichkeiten nicht um ihrer selbst Willen nutzen,
sondern, um Kinder mit einer Geschichte zu verzaubern. Auf solche
wirklich großartige Apps macht zum Beispiel Johanna Rosenfeld in
ihrem Blog www.besonderekinderapps.de aufmerksam. Da, siehe oben, würde ich auch bei jüngeren Kindern keine Bedenken haben.
Fazit: Nur weil man drauf rumtappsen
kann, ist es noch nicht kindgerecht. Kinder sollen ja sowieso nicht
überall drauf rumtappsen, oder? Zum Lernen OK, aber nur für
Schulkinder. Bezaubernd, wenn zurückhaltend erzählt wird und auch
bei Spielen auf einfache Prinzipien gesetzt wird.
Meiner Frau werde ich unter anderem die
Apps vorschlagen, die sich bei Johanna Rosenfeld hier finden:
http://www.besonderekinderapps.de/category/schoengeistiges/page/4/.
Italienisch lernen sie dann beim Bestellen in der toskanischen
Pizzeria.
Jost Burger

You Might Also Like...

1 Comment

  • muell
    24. Juni 2013 at 16:59

    Danke für die Empfehlung

Leave a Reply