Das Märchen von der Inklusion

Mein Schlüssel dreht sich im Briefkastenschloss. Ein dünner Brief, von einer der Gemeinschaftsschulen an denen wir das mittlere Kind beworben haben, liegt in meiner Hand. Dünne Briefe sind niemals gute Briefe, das weiß ich längst und so öffne ich den Umschlag schon mit wenig Hoffnung. „Wir können ihnen leider keinen Platz für ihren Sohn Konstantin anbieten, da wir ihn nicht optimal fördern können.“ Vollpfosten, Arschkrampen, Idioten. Mein Sohn heißt nicht Konstantin. So heißt mein Mann und Vater des Kindes, für das wir einen Schulplatz benötigen. Für den Vater suchen wir nicht seit mehr als sechs Monaten einen Platz auf einer Gemeinschaftsschule! Wahrscheinlich wäre er aber schneller unterzubringen, da er keinen Integrationsplatz benötigen würde. „Nicht optimal fördern“ können sie dieses Kind also. Na danke! Das Kind, was einen Integrationsstatus bei sich trägt, auf den wir lange warten mussten und einen Weg gegangen sind, der auch schmerzhaft für uns war. Nicht eine der Schulen, an denen wir uns beworben haben, hat den Sohn bis jetzt zum Gespräch eingeladen, NICHT EINE! Traurig ist das. Alle lesen nur „Status“ und die dazugehörigen Diagnosen und schwups springt anscheinend der Drucker automatisch auf ABLEHNUNG. Dabei verpassen diese Menschen so viel. Sie verpassen einen Sohn, der sozial … Das Märchen von der Inklusion weiterlesen