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Glauben und Leben meiner Kinder, Gedanken eines Vaters


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Die Kinder und Ich.


Wie funktioniert Glaubensvermittlung bei Kindern?

Immer mal wieder stoße ich auf einen Widerspruch, den ich auf mich
bezogen oft ausblende, denn ich persönlich fühle mich nicht betroffen.

Es ist die Frage, woher ereilt uns die Gnade glauben zu können.
Dabei ist es im ersten Schritt unerheblich was geglaubt wird!

Es ist die Suche in mir danach ob es ein Feld gibt, das der
Zweifel nicht einnehmen kann? Eine Region die ich nicht intellektuell
ausschließe bevor sie entstehen kann. Wie kommt es heute noch zu substanzielleren
Glaubenserfahrungen? Neben der immer noch weit verbreiteten Hoffnung auf
irgendwie mehr?
Dann bin ich schnell weg von mir, dann bin ich bei den Kindern –
bei meinen Kindern.


Der Glaube und Ich

Wie schaffen wir ein Aga-aga, das den Glauben für sie nicht ausschließt.
Bei unserer Kirchengemeinde finde ich es nur begrenzt, dort zählt: Komm, oder
komm nicht und wer nicht kommt gehört (eigentlich) nicht zu uns. Übergeordnete
Strukturen sind noch weiter weg. Und x-beliebig soll es auch nicht sein. Denn
ich bin Christ, ich bin katholisch.
Dabei schöpfe ich aus der unglaubhaften Erfahrung eines geborgenen (Auf-)Wachsens in der Gemeinde. Fast alles war dort: Freunde, Freizeit,
Leitungserfahrung, Lehrraum und Gottesbegegnung.
Gerne habe ich über den Tellerrand geschaut mit nicht religiösen
Freunden gelebt und gestritten, doch diese Säule war unverrückbarer Teil meines
Lebens. 
Ich habe Theologie studiert und wollte in die Gemeindearbeit, habe dann
in meinem zweiten Fach die größere Liebe gefunden und durfte bis heute in der
Kirche tätig bleiben – mit einer erfüllenden Aufgabe und Begegnungen mit Gott und den
Menschen.
Fremde und Freunde bei denen ich immer öfter Verzagtheit und Sorge
bemerke und Unvermögen es selbst herumzureißen – das Ruder.

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Kirche in der Stadt, hier die Türme der Luckenwalder Bahnhofs(vor)stadt

Aber all das – wie vermittle ich es den Kindern? Freude am Glauben,
Sorge in der Gemeinschaft und das Erlebnis: Gott.


Wie glauben wir?

Sicher nicht so wie meine Mutter, mein Vater, meine Oma, damals bei mir.
Vielleicht auch in den Augen mancher unzureichend? 
Denn unsere Regelmäßigkeit
zur Kirche zu gehen heißt nicht allsonntäglich. Somit bleiben wir fremd in der
Gemeinde. Doch bisher sind wir es eben auch. Ein Berliner Katholik in einer
Berliner katholischen Gemeinde, der sich fremd und beengt fühlt („Herr eile mir
zu helfen“). 

Noch finden Kinder den Weg zur Erstkommunion, noch ist in
evangelischen Kirche Gottesdienst, noch, noch, noch.

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Herz-Jesu-Figur in St. Bonifatius, Berlin Kreuzberg

Mitten in meine Ratlosigkeit kommt dann meine unkonfessionelle
Frau (die ich allzu oft damit belagere, nahezu nötige mir etwas abzunehmen, was
sie nicht leisten kann). Sie sagt „Lass es gut sein, deine Kinder bekommen viel
mit. Sie singen mit dir die Lieder, halten die Messe durch, beten (ab und an)
und sind gut im Religionsunterricht in der Schule und in der Gemeinde.“ 
Und ja,
wer bin ich, dass mein Leben pars pro toto stehen kann? Ein Leben von Ost nach
West am Rande der Wende? 

Glauben geht weiter als wir es alle denken, über
Grenzen von Gehirnen und Institutionen – das muss (erst einmal) reichen, oder?

Konsti

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5 Comments

  • Karsten
    16. Mai 2016 at 17:52

    Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ist dir jemals in den Sinn gekommen, das Kinder auch ohne Glauben groß werden? Dadurch entgeht den wenigsten etwas.. und viele kleine Kinder, die bis 9 / 10 (also Kommunionsalter) noch Feuer und Flamme für das Christentum waren, könnten später das Interesse daran verlieren. Ob man nun will oder nicht. Das lässt sich selten kontrollieren. Alleine in meinem näheren Umfeld habe ich 4 konkrete Beispiele dafür aus der jüngeren Vergangenheit. Aus teilweise ziemlich religiösen Familien.Ich wurde als Kind nicht religiös erzogen und vermisse nichts.. meine Tochter bekommt Religion nur über die Arbeit meiner Schwiegermutter vermittelt, was meiner Meinung nach schon zuviel ist. Aber wie gesagt: Lass sie mal machen, das "wächst sich raus". ^^

  • Anonym
    16. Mai 2016 at 18:24

    Der Glaube ist so ein Thema für sich. Ich kenne Menschen, die nicht mal ansatzweise glauben, dass es Gott gibt. Man kann es ihnen nicht verübeln, wenn man beispielsweise als junger Mensch seine große Liebe sterben sieht. Welchen Sinn soll das haben, wenn doch alles irgendwie in Gottes Hand liegt. Dann gibt es die verschiedenen Religionen. Keine von ihnen scheint richtig oder falsch zu sein. Und da frage ich mich: soll ich mein Kind taufen lassen? Ich selbst bin es nicht, weiß auch nicht, ob es Götter gibt. Mein Mann ist evangelisch. Aber warum sollen wir unserem Kind dann einen Glauben aufdrücken? Vielleicht ist ihr der Buddhismus oder Hinduismus lieber?Warum ist es wichtig, dass unsere Kinder der gleichen Religion angehören wie wir? Warum dürfen sie nicht selbst entscheiden?

  • Konsti
    16. Mai 2016 at 20:17

    Lieber Karsten,du trittst mir sehr nahe! Auf deine wohl rhetorische Frage: Ja, natürlich ist es mir in den Sinn gekommen. Du hast ja sicher bemerkt, dass ich aus MEINER Perspektive schreibe (siehe letzter Abschnitt: "unkonfessionelle Frau")! Ansonsten halte ich es mit dem Mann aus dem Eso-Laden um die Ecke: Das muss jeder mit sich ausmachen! Vielen Dank für deine Meinung!Frohe Pfinsgten,deinKonsti

  • Konsti
    16. Mai 2016 at 20:24

    Oh ja, Glaube ist ein Thema für sich. Ich freue mich nur, wenn man auch einmal darüber ins (Streit-)Gespräch kommt. Ich bin gegen jede Form von Aufzwingen! Für mich und die Kinder war es bisher eben kein Zwang und meine Frau und sie ließen sich darauf ein. Am Ende können sich auch unsere Kinder selbst entscheiden! Ich kann nicht sagen, wie ich mich verhalten würde wenn mein Leben nicht weiter glatt verläuft, wenn das Leid zuschlägt, dann werde auch ich mich sortieren müssen.Herzlich dankend, grüßtKonsti

  • JesSiCa Schonk
    17. Mai 2016 at 07:29

    Ein schöner Text. Und passend – nicht wegen Pfingsten,sondern weil der Glaube momentan eine große Rolle in meinem Leben spielt. Selbst Katholikin habe ich eine lange Zeit der Zweifel hinter mir und habe dieses ZUM Anlass genommen, mich nochmal ganz neu und aus einer anderen Perspektive damit zu beschäftigen. Mit der Beziehung und einer anderen Kirche. Eine die mich nicht auf die Knie zwingt und unterdrückt. Diese Gemeinde ist mir zugänglich und lebensnaher wie es nie in meiner Kindheit und Jugend war…hach ein spannendes Thema und ich hab manchmal das Gefühl meiner Kind etwas zu enthalten weil sie (noch) nicht getauft ist….Danke für Deine Gedanken, sie gesellen sich zu meinen uns sind auf der Suche nach Antworten….. Lieben Gruß Jessica

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