Wochenberliner: Alexander - über Homophobie - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Kulturleben Wochenberliner

Wochenberliner: Alexander – über Homophobie

Beinahe Schlägerei in der S-Bahn

Hingegen Spanien. Da sind wir jetzt schon lang zurück von. Wie schön, dass wieder geregelte Abläufe das Leben bestimmen. Die gewohnten Gesichter. Das übliche Trara in der S-Bahn. Dabei wollte ich ja einen Urlaubsbericht erstellen. Zu spät. Aber dafür eine Assoziation. Mit einer Beinahe-Schlägerei in der S-Bahn (tagsüber).
Die Deutsche Bahn hat sich die Unisextoiletten schick gemacht.

Der Typ mit der Bierflasche

Typ 1 mit Bierflasche erzählt Typ 2 mit Bierflasche lautstark, was sein Date gestern so alles mit ihm angestellt hat. Unangenehm genug, sowas. Da merkt unser Don Juan, wie ihn Typ 3 (ohne Bierflasche) anstarrt. So de janze Zeyt so, ey. Ey, wat starrstu mich so an, bistdu schwul oder wat Alter? Typ 3: Nenn mich nich schwul! Nenn mich bloß nich schwul! Typ 2: Ey, klatsch dem halt eyne ey. Typ 1 macht das gottlob erstmal nicht. Dafür versucht er kurzerhand, Typ 3 aus der S-Bahn zu schubsen. Handgemenge. Geschrei. Gepöbel. Dann mahnendes Eingreifen älterer Grundschullehrerinnen. Expedieren des Typen 3 in hinteres Eck. Lautstarkes Weitergemecker von Typ 1, Typ 2 und diversen sich solidarisierenden Umstehenden.


Schwul ist ein Schimpfwort

So weit, so normal. Und natürlich so empörend. Und bestimmt wird in dieser Sekunde von 300 anderen Bloggern beklagt (außerdem von 4.000 Sozialpädagogen), wie schlimm das sei, dass “schwul” ein Schimpfwort ist. Klar, ganz schlimm. Geht gar nicht. Gerade in Berlin! Ich gebe hier allerdings meine Vermutung zu Protokoll, und das hat jetzt wiederum mit meinem Spanien-Urlaub zu tun, dass unter den 300 Bloggern wiederum mindestens 50 Heten sind, die einen Freund haben, der, sagen wir mal, Alexander heißt und schwul ist. Und die es permanent nicht unterlassen können, den Typen “meinen schwulen Freund Alexander” zu nennen. Ist doch nicht schlimm? Irgendwie muss man die Leute doch unterscheiden? Heißt doch nix?
Na, dann erzählt mal ganz normalen Menschen mit Abitur, dass ihr in Sitges, südlich von Barcelona, in Urlaub wart. Ah, Sitges, was? Kicher, zwinker. Sitges! Mit der Famiiilie? Eeecht? Ich mein, kicher, zwinker, das ist doch so ne Schwulenhochburg, oder?


Wowereit, Pobereit – wo ist der Witz?

Ach nee, Leute. Ihr regt euch darüber auf, dass Schwule und Lesben benachteiligt werden. Wenn jemand zu Wowereit “Pobereit” sagt, alarmiert ihr die UNO. Ihr legt “diversity programs” auf. Ihr kokettiert damit, dass ihr das andere Geschlecht vielleicht auch ganz interessant finden könntet. Und haltet Sexualisierungs-Paraden wie den CSD für ne ganz tolle Sache. Aber ihr seid nicht in der Lage, Menschen mit Nachnamen, Berufen, persönlichen Eigenschaften anders zu identifizieren als über deren Sexualität? Und zu Sitges fällt euch nur ein, dass da ganz viele Männer rumlaufen?
Ich sag euch jetzt mal was: Witze über Wowereit sind nicht das Problem. Das Problem sind Heterosexuelle, die sich ständig der sexuellen Orientierung ihres Gegenübers bewusst sind und einfach ihren Schnabel nicht halten können. Wie würde denn das bitte bei euch ankommen, wenn ein heterosexueller Mann über eine Bekannte sagen würde, die sei ja heterosexuell? Komisch, oder. Beziehungsweise einfach ein Fall von beklagenswertem Sexismus, fänden ganz normal feministische Frauen und Männer. Ah ja? Aber wieso denn? Darf man doch sagen, oder? Nein?
Nein. Darf man nicht. Und Alexander hat ab heute einen Nachnamen.
Jost Burger

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply