Wochenberliner: Max von Pettenkofer - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Wochenberliner

Wochenberliner: Max von Pettenkofer

Woher kommt der Name Pettenkofer Straße?

Eigentlich hatte er Schauspieler werden
wollen. Doch dann brachte ihn seine zukünftige Frau zurück auf den
Weg der Wissenschaft, den er einige Semester lang schon gegangen war.
So wurde Max von Pettenkofer, geboren am 3. Dezember 1818 bei Neuburg
an der Donau, zu einem der bedeutendsten Wissenschaftler des 19.
Jahrhunderts. Er gilt weltweit als „Begründer der
wissenschaftlichen Hygiene in Forschung und Lehre“, wie das
Mitgliederverzeichnis des Ordens „Pour le Mérite“ schreibt. Der
hatte Pettenkofer 1900 aufgenommen, ein Jahr vor seinem Tod. Da war
er schon längst weltberühmt. Das von ihm 1878 begründete
Hygienische Institut gehört heute als Max von Pettenkofer-Institut
für Hygiene und
Medizinische Mikrobiologie zur Ludwig-Maximilians-Universität
München.

Als Hygieniker sorgte Pettenkofer für
eine gute Trinkwasserversorgung und eine zentrale Kanalisation in
München, das Ende des 19. Jahrhunderts als eine der saubersten
Städte Europas galt. Er erkannte die Bedeutung von Kleidung,
Nahrung, aber auch der Raumluft oder gar der Heizung auf Lebensqualität
und Gesundheit. Ihm verdanken wir die „Pettenkofer-Zahl“:
nämlich die Menge von 1000 ppm oder 0,1 Volumen% an Kohlensäure,
die in einem Raum nicht überschritten werde sollte. Andernfalls
fühlen wir uns unwohl und der Lehrer schreit: Kinder, macht doch mal
die Fenster auf!
Pettenkofer stritt sich mit Robert Koch über die
Auslöser der Cholera (Koch hatte Recht: Es sind die Bakterien. Aber
im Selbstversuch geschluckte Erreger lösten bei Pettenkofer die
Krankheit nicht aus.) Sein Institut in München bekam Pettenkofer,
weil er mit dem Abgang nach Wien drohte. Nicht zuletzt seinetwegen sollen wir
uns so oft die Hände waschen, könnte man sagen. Klar, dass er auch
im blitzblanken Ostdeutschland verehrt wurde.
Bevor er die Hygiene als Hauptquell
unserer Langlebigkeit ins allgemeine Bewusstsein brachte, betätigte
Pettenkofer sich als Chemiker. Entwickelte Nachweismethoden, die
teils heute noch verbreitet sind. Brachte Basel mit Holzgas zum Leuchten. Entwickelte mit seinem Lehrer Justus von Liebig das
Fleischextrakt und baute mit ihm in Argentinien eine Fabrik dafür.
Und beschäftigte sich mit der Frage, warum Ölgemälde altern.
Als er selbst alt war, soll er viel
über den Starnberger See gerudert sein. Gestorben ist er durch
eigene Hand, 1901. Er erschoss sich mit einem Revolver, die
spärlichen Quellen vermuten: in einem Anfall von Depressionen, wegen
starker Schmerzen von einer Erkrankung oder aus Angst, dement zu
werden. Neben der Sache mit dem Händewaschen, dem ewigen Lüften und
dem Fleischextrakt bleibt von ihm auch seine tiefe Überzeugung, dass
jeder Mensch ein Anrecht auf Gesundheit hat – und darauf, dass die
Gemeinschaft ihm dazu verhilft. Damals keine selbstverständliche
Haltung.
Fotocredits von: http://photoseed.com/collection/single/max-von-pettenkofer/
Konsti

You Might Also Like...

1 Comment

  • muell
    18. Oktober 2012 at 10:30

    Einmal große Köpfe lesen und schon weis man mehr!

Leave a Reply