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Wochenberliner: Auf Nimmerwiedersehen du Blume des Handels: die Blumenverkäuferin

Der Blumenladen am Alexanderplatz

Ein Samstag am Alex. Der
Rummelplatz tobt. War nicht gerade noch Oktoberfest? Fest des Lachens? Veganer
Fest? Egal was für ein Fest hier gerade stattfindet, ich suche den Blumenladen. 
Meine Wahl fällt auf Blume 2000. Diese Kette dürfte wohl allen, spätestens seit
dem Spinnenbiss vor zwei Jahren, bekannt sein.
Blumen, sind schon schön.

Kunden sind Hindernisse

Im Laden bereits eine
Schlange aus Kunden. Es sind vor allem ältere Damen und Herren die sich hier
eingefunden haben, in ordentlicher Reihe stehen sie an, sie möchten bezahlen.

Wo ist denn die Floristin/
Aushilfe im Blumenfachgeschäft? Dann höre ich es poltern. Frau Bolle (Name von
der Redaktion geändert) erscheint aus der Lagertür. Ich habe Angst!
Angst vor Frau Bolle und
ihrer Körpersprache und Gestik. Diese sagt mir nämlich, dass Frau Bolle mir
lieber eine reinwürgen will, als mir etwas zu verkaufen. Ich bleibe standhaft!
Ich wähle Blumen aus, Fair Trade. Meine Wahl fällt auf Zierkohl, allein schon
deshalb weil ich die Idee Kohl als Blume zu verschenken, wirklich witzig finde.
Neben dem Kohl steht das Ziergestrüpp. Ich wähle auch davon einen Bund. Ich
gehe beschwingt zur Kasse.

Wer einmal im Handel gearbeitet hat

Ja, beschwingt. Ich begegne
Menschen mit schlechter Laune, meist mit überbordender Freundlichkeit. Das
liegt daran, dass ich lange genug selbst im Buchhandel gearbeitet habe. Ist ja
immer gut, mal auf der anderen Seite gewesen zu sein, denk ich dann. Manchmal
ertappe ich mich dabei wie ich selbst eine Tüte anbieten will, beim Einkauf.
Vor mir an der Kasse steht noch ein älteres Paar. Ohne kurze Ankündigung ist
Frau Bolle einfach ins Lager verschwunden. Kleine Plastikbehälter wegbringen.
Vielleicht will sie die Kunden einfach nur schützen vor Spinnen, oder Blumendreck
und muss deshalb wegen eines Plastikbecherchens gleich nach hinten laufen, wer
weiß?! Das Paar wird abkassiert, kein Bitte. Kein Danke. Sichtlich geknickt,
verlassen die beiden Rentner den Laden.

Ich bin endlich an der Reihe:

Ich „Guten Tag“
Frau B: „…“
Ich „Das sind aber wirklich
schöne Blumendingsda, können sie mir die beiden noch binden?“
Frau B: „Kostet extra“
Ich: „ Um welche Summe
handelt es sich denn da?“
Frau B: 1 Euro 50isch.
Ich: „Ach, wissen sie. Ich
kann das auch schnell selbst zusammenlegen, wenn sie mir die Schnüre
aufschneiden“
Frau B: SCHNAUFT.
Sie schneidet die Bänder auf.
Ich: „Vielen Dank, haben sie
noch Papier zum einwickeln?“
Frau B: SCHNAUFT.

Sie krallt sich meinen
liebevoll zusammengestellten Gestrüpp-Zierkohl-Strauch
.


Frau B: „Wollen sie et etwa auch noch
auf eine Länge geschnitten haben?“
Ich: „Oh ja gern, und wenn
möglich ein Band zum zusammenhalten.“
Ich ducke mich weg, Frau
Bolle wird scheinbar größer als Hulk.
Sie gibt mir den Strauß ohne
Papier und mit losem Band. Ich knote selbst, hinter mir steht wieder eine
Schlange an Kunden.
Frau B: „Wat ist mit
bezahlen?“
Ich: „Würde ich gern.“
Frau B: Kostet 8,67 plus
1,50isch binden.
Ich stutze, ich bezahle und
bedanke mich beim rausgehen für ihre überaus freundliche Bedienung.
Frau Bolle lässt die Kunden
stehen und verschwindet mit einer Plastikfolie im Lager.

Auf Nimmerwiedersehen du
Blume des Handels.

Alu

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1 Comment

  • Suse
    3. November 2014 at 07:41

    ???
    Ich kann nur staunen über so viel. Ja, wie nennt man das?
    Gruselig auf jeden Fall.
    Der Kunde ist König. Leider sehr oft eben nicht. Schade.
    Dir trotzdem eine wunderschöne Woche!

    Liebe Grüße
    Suse

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