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Wochenberliner: Eine Berlinerin in Hamburg

Eine Berlinerin in Hamburg

Ich erreiche Hamburg mit der Bahn. Wie immer begrüßt mich
die Stadt mit strahlendem Sonnenschein. Am Hauptbahnhof versuche ich beim
Verkehrsverbund eine Fahrkarte käuflich zu erwerben. Leider können sie den
Magnetstreifen meiner Karte nicht lesen und so kaufe ich am Automaten dann eine
Karte mit meinem letzten Bargeld. Es ist mein letztes Bargeld und ich habe
bereits jetzt Sorge an Geld zu kommen, denn merkwürdigerweise nehmen Hamburger
Automaten meine Karte nicht gern. Ich habe keine Ahnung ob das vielleicht am
Ausspruch „Arm, aber sexy“ liegt, auf jeden Fall lesen viele Automaten meine
Karte nicht und manchmal kichern sie auch über den netten Berliner Versuch. 
Den
Abend kann ich  noch mit der EC Karte
überbrücken. 

Abends am Hafen.

Auf der Busfahrt ins Hotel versucht mich eine Gruppe Rentner als
Alleinunterhalter zu engagieren und bezahlt mir das Busticket. Dafür erzähle
ich einen Witz der Kinder und tue so als ob ich mit meinem Mann telefoniere.
Handy Slapstick. 
Am nächsten Morgen taumele ich aus meinem Hotel. Das
Frühstücksbuffet war in Ordnung, ich werde mich mit Joghurt und Obst über
Wasser halten können. Mein Plan am U-Bhf. eine Fahrkarte zu erstehen wird
dadurch verhindert, dass dieser Automat nur eine Geldkarte nimmt und keine EC
Karten. Ich laufe los, in vollem Wissen, dass ich in 45 Minuten bei meinem
Termin sein muss. Es ist noch früh und an der Elbe entlang zu laufen ist
wirklich schön. Es gibt viele Radfahrer in dieser Stadt und viele Menschen mit
Bart. Einige laufen gemeinsam mit mir ein Stückchen Wegs in Richtung
Speicherstadt. 

Mein Navi und ich

Eigentlich wollte ich da gar nicht hin, aber mein Navi hat mir
ins Ohr gepiepst, dass es da eine Bankfiliale gibt. Die Wege erscheinen mir
länger als sonst, was wahrscheinlich an meiner Panik liegen kann zu spät zu
kommen.

Angekommen in der Filiale, kann auch dieser Automat meine
Karte nicht lesen. Ich versuche mich in Geduld und probiere einfach alle
Automaten in dieser Filiale durch.  Am
letzten Automaten werde ich von einer Bankmitarbeiterin gestoppt.
Sie fragt
mich ob ich Probleme hätte. Sicherlich hat jeder Mensch Probleme, ich bin aber
nicht gewillt meiner mit dieser fremden Frau zu teilen.
 
Ich zeige auf meine
Karte und meine Uhr. Ich wirke vielleicht wirklich „Arm, aber sexy“, auf jeden
Fall schickt sie mich zum Schalter. Dort schickt mich der Herr in die
Goldbarrenabteilung. Ich habe kurz Angst. Ich brauche eigentlich nur Geld für
einen Kaffee und die U-Bahn, aber wer weiß schon, wie genau man hier in Hamburg
bezahlen muss? Man kann mir 50 Euro von meiner Visa Karte auszahlen. Ich nicke.
„Kaffee, Kaffee, Kaffee“, freut sich die kleine Stimme in meinem Ohr. Ich
willige ein. Man händigt mir einen Spielchip aus. Das ist hier alles wirklich
sehr verwirrend. 
Ich meine „Arm, aber sexy“ muss man jetzt auch nicht sooo
wörtlich nehmen. Der Mann versteht diesen Joke nicht…ohhh…und schickt mich
zurück zum Schalter. 
Dort tauscht mir ein weiterer bärtiger Mann den Chip gegen 50 Euro
ein. Ich bin kurz gewählt ein kleines Liebeslied auf mein Geld anzustimmen,
habe dann aber Angst, dass man mir dieses wieder wegnehmen wird. Ich kann also
mit Geld die Bank verlassen und mir einen Kaffee kaufen. 
#Streetart in Hamburg.
Natürlich erledige ich
das sofort und die Preise in der Speicherstadt lassen mich nun auch erahnen
warum es hier eine „Goldbarren Abteilung“ gibt. Gerade noch pünktlich erreiche
ich meinen Termin. 
Dort versuche ich meinen Kollegen die Geschichte
zusammenzufassen, aber sie haben kein Ohr. 
Für die kleinen Anekdoten haben so
viele Menschen kein Ohr, denk ich mir und streichele meine EC-Karte. 
Liebes
Hamburg, du hast mein Herz, aber du hast nicht meine Bankautomaten!
Alu
Da ich HEUTE nach Hamburg reise und wieder tolle Menschen dort treffe, nehme ich mal lieber etwas Bargeld mit!

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