Wochenbuch: Den Gebrüdern Grimm auf den Zahn gefühlt - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Kulturleben Wochenbuch

Wochenbuch: Den Gebrüdern Grimm auf den Zahn gefühlt

Die Gebrüder Grimm feiern Jubiläum. Vor allem ihre Märchensammlung. Schön, dass die publizistische Huldigung diesmal vor allem vom steten Verweis darauf geprägt ist, dass die Brüder ihre ach so teutschen Volksmärchen keineswegs den süßen Mündchen hessischer Bauerntöchtern abgelauscht haben. Sondern die Geschichten vom Aschenputtel, Rotkäppchen und Co. in der Mehrzahl von gestandenen (und sicher auch mit süßen Mündchen ausgestatteten) Bürgerstöchtern diktiert bekamen, die qua hugenottischer Herkunft vor allem in der französischen Märchenwelt bewandert waren
Mit anderen Worten: die ihren “Perrault” kannten. Genauer – die Märchensammlung Charles Perraults, geboren 1628 in Paris, gestorben 1703 in Paris: das französische Gegenstück zu den nach deutschem Volksgut lechzenden Brüdern. Naja, war damals mit der deutschen Nation halt alles noch nicht so abschließend geklärt.
Jedenfalls: Vergesst’s mal die Grimms. Ein Exemplar steht ja vrmtl. in jedem deutschen Haushalt, pädagogisch aufgemotzt. Am Ende geht’s immer gut aus, ja ja, Kinder brauchen Märchen, na klar. Beim Perrault hingegen! finden sich die Geschichten mal ganz anders – umso spannender – ohne Grimm’sches Getöse – yeah.
Nämlich so: Manchmal bleibt der Wolf der Sieger. Und das Rotkäpchen einfach: tot.
 
Jost

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply