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Wochenbuch: Widerspruch. Oder Welterfahrung – Das Lexikon der Aufklärung aus dem #Beck Verlag

Das Lexikon der Aufklärung aus dem Beck Verlag

Eigentlich wollte ich heute ein paar knackige Sprüche zum Thema Aufklärung ablassen und in diesem Zusammenhang das “Lexikon der Aufklärung” aus dem C.H.Beck Verlag, herausgegeben von Werner Schneiders, vorstellen.

Ein tolles Ding: Kaufte ich mir in der Hoffnung, Halbgewusstes durch Lexikonknallfakten aufmendeln und Verfechtern der Unmündigkeit entgegenschleudern zu können. Als da sind: zettbeh nicht so richtig gläubige hauptberufliche Gattinnen aus Zehlendorf (München: Obermenzing, der Teil, wo keine Ausländer wohnen), die ihre Kinder gleichwohl in die christliche Schule schmeißen, “christliche Werte und so”. Oder eigentlich querdenkende Berlin-Kreative, die beim Thema Moral plötzlich dumpf abendländisch daherkommen: “Ich kann dir sagen, warum es in Indien keine Barmherzigkeit gibt! Weil’s da kein Christentum gibt!” Woran man sehen kann, dass ich als klassischer Viertelgebildeter Aufklärung vor allem als Antagonist zum, uaahh, Glauben sehe. Pustekuchen! Dass Kant himself von Gott die Rede führte, wussten wir ja, aber man lese – um mal aufs Buch zurückzukommen – die Einträge zur Religion (wurde durch die Aufkl. vor allem von historischem Ritualballast befreit, Ausnahme natürlich Katholen) oder Atheismus (kam zumindest in Dtl. kaum vor) – da wirds einem Angst und Bange vor lauter Besserem, das einem da gelehrt wird. Schöner ist’s drum nicht – eher schlimmer. Aber wir werden demütig. (“Demut”! Einer der falschest verstandenen Begriffe des jüd.-christl.-aufgekl. Abendlandes!) Und halten uns am Eintrag zum “Selberdenken” fest und empfehlen statt alledem den Diercke Weltatlas in einer beliebigen Ausgabe. Schön über die Welt schauen. Sich eigene Gedanken machen. Auf die letzten Seiten blättern, die mit den Vulkanen und dem Magma – in 500.000 Jahren sieht alles schon ganz anders aus. Denk ich mir so.

Jost

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