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Das lange letzte Kitajahr – Wie wichtig ist Vorschularbeit wirklich?

 

Wenn Historiker bei Ihren Betrachtungen das Wort „lang“ einfügen, dann meinen Sie es wirklich ernst mit der Betonung. Besonders bekannt beim „langen 19. Jahrhundert“, da diese Zeit von Napoleon bis zur Auflösung der feudalen Systeme alles zu bieten hat, ist es lang – soweit so klar.

Das Vorschuljahr ist das längste Jahr für Kinder und Eltern.

Für mich gibt es derzeit eine Jahr, das diesen Titel verdient hat. Das letzte Kitajahr unseres Sohnes. K2 hat nämlich für die Zeit vor der Schule von uns noch einen Kitawechsel verordnet bekommen. Das war hinsichtlich des zerrütteten Vertrauensverhältnisses zur alten Kitaleitung, dem Weggang nahezu aller großen Kinder und der Hoffnung auf Vorschulförderung genau richtig.

Nun, nach fast neun Monaten muss ich jedoch eingestehen, nicht alles lief so wie erhofft. Das Klima in der neuen Kita ist für das Kind und uns besser. Doch irgendwie gibt es hier bisher auch keine Vorbereitung auf die Schule. Vielleicht ist meine Erwartung auch zu hoch.

Was bedeutet Vorschularbeit überhaupt?

Ich kann es zumindest aus der Erfahrung von mit der großen Tochter spiegeln. Dort wurde Wert gelegt auf selbständige Hygiene. Auf gutes An- und Ausziehen und auf Grundregeln wie Sie in der Regelschule nützen würden. Es wurde Schule gespielt und sich melden gelernt. Und die Erzieherin ging mit der Gruppe der Vorschulkinder jeden Schulweg einmal ab. Auch wenn unsere Tochter schließlich auf einer Montessori-Schule landete, deren Regeln wesentlich weniger streng als die des Schulespielens im Kindergarten waren, war es ein gutes Gefühl – nicht zuletzt für uns Eltern.

Wir waren sehr gespannt aufgrund des Wechsels in das echtere Leben. Ein Stück Kindheit war beendet und schien uns zumindest halbwegs von Erziehungsprofis begeleitet worden zu sein. Ja, denn wir als Eltern wussten und wissen nicht wie man gut auf Schule vorbereitet. Umso mehr freuen wir uns über Hilfe.

Vorschulangebot = Vorschularbeit?!

Und nun beim Sohn, dem etwas Hilfe auch nützen könnte haben wir das Gefühl diese ist nicht im Angebot. Natürlich macht er riesige Schritte, ist wissbegierig und fragt nach Buchstaben und Zahlen und wir bemühen uns gemeinsam mit seiner Schulkind-Schwester viel zu bieten. Doch dieses Mal fehlt ein gutes Vorschulangebot.

In der alten Kita hatte man keine Zeit und sah nach den Heilungserfolgen (!ja, hier war man der Meinung man heile die Kinder) auch keinen Bedarf an Vorschularbeit. Zudem wurde ständig festgestellt man habe alle Hände voll mit den neuen Kindern zu tun und K2 fiel ständig aus dem Rahmen.

 

Was ist schon Schule, dachte ich skeptisch bei mir – und die aufkommende Panik sagte mir zu viel um es zu vernachlässigen. Derweil in der neuen Kita höre ich, man sei noch in der Gruppenbildungs- und Findungsphase (was ich an sich sehr gut finde, denn dort ist man behutsam und vorsichtig). Nun hoffe ich auf die Bezugserzieherin, sie plant ein schulvorbereitendes Programm in den letzten Monaten also nun bald – aber ein Konzept habe der Träger dafür bewusst nicht.

Ist Elementarpädagogik nicht mehr en vogue?

Mein Gefühl scheint hier bestätigt, dass es in der Elementarpädagogik entweder nicht mehr en vogue ist auf die Schule vorzubereiten, oder aufgrund der großen Nachfrage bei Kitas die Kapazitäten nicht mehr gegeben sind. Noch schlimmer wäre es hingegen wenn meine gefühlte Unterstellung zuträfe, man vernachlässigte es wissentlich, denn was sollen einem Eltern schon antun können. Diese müssen doch dankbar sein einen Kitaplatz ergattert zu haben…

 

Was denkt Ihr? Wie wichtig ist Vorschularbeit in Kindertageseinrichtungen?

Liegt die Aufgabe überhaupt dort oder sollen Schulvorbereitung die Eltern leisten?

– und wenn ja, dann sagt mir gern: Wie?

Konsti

 

20 Kommentare

  • Michael

    Mai 16, 05 2017 08:18:19

    Hallo!

    Mir gefällt der Begriff von der SchhulHOFreife, den ich beim Gewünschtkind mal gelesen habe.
    Ja, für die Herausbildung von Kompetenzen, die den Übergang erleichtern, kann und muss Kita etwas tun. Ob „Schule spielen“ dabei hilft, wage ich zu bezweifeln.
    Angebote, die die Selbständigkeit, aber auch das Selbstbewusstsein fördern, wie sie auch hier im Text stehen, finde ich wichtig.

    Mit dem nächsten Übergang von der Allgemeinbildung zur Berufsbildung sieht es meines Erachtens allerdings nicht besser aus. Da passiert auch wenig bis nichts, um Schülern dabei zu helfen, gute Entscheidungen zu treffen.

    Michael

  • Michael

    Mai 16, 05 2017 08:22:25

    P. S. :

    Was Eltern tun können?
    Die Autonomie des Kindes stärken.
    Jedes Kind braucht viel innere Stärke, um mit den Widrigkeiten des Schulsystems zurecht zu kommen.

    Außerdem hilft Selbstbewusstsein beim Ansprechen der neuen Erwachsenen und beim Finden neuer Spielpartner.

    Und ich habs

  • Beatrice

    Mai 16, 05 2017 08:51:39

    Hier steckt auch gerade mein erstes Kind in dem letzten Kitajahr. Und auch hier diskutieren einige Eltern darüber, ob die Vorschulkinder mehr hinsichtlich der nahenden Umstellung gefördert werden müssten.

    Ich finde Jain.

    Aus Grundschullehrerinnensicht, die ich einige Durchläufe Erstklässler begleitet habe, würde ich sagen: Es gibt Kinder die bräuchten dringend eine Vorschule. Das sind aber meistens Kinder aus Elternhäusern, die sich nicht so kümmern können, wie es vielleicht nötig wäre. Da habe ich manches mal gedacht, dem ein oder anderen Kind hätte das gut getan.

    Die meisten „normalen“ Kinder kommen gut klar in der Schule. Auch ohne Vorschule. Kritisch sehe ich die Einschulung von Kann-Kindern. Meine Beobachtung sagt, dass 20% gut zurecht kommen und die anderen Kann-Kinder wirklich noch sehr verspielt sind und mit dem Umstellung Schule zu kämpfen haben. Diesen Kindern tut dann die Wiederholung der Schuleingangsphase sehr gut. Wobei ein Jahr länger Kindergarten sinnvoller gewesen wäre.
    Was man als Eltern tun kann, ist die Selbstständigkeit zu fördern. Kleine Wege alleine gehen lassen. Z.B. zum Spielkameraden um die Ecke, den Spielplatz zwei Straßen weiter und solche Dinge. Ein bisschen Eigenverantwortung für die eigenen Sachen. z.B. beim Turnen selbst an den Turnbeutel denken, alleine einpacken etc.
    Zumal die Schulzeit noch wirklich lang genug ist. Da muss es im Kindergarten nicht schon los gehen mit der „Verschulung“. Lasst die Kinder spielen, so lange wie möglich.

    LG
    Beatrice

  • Nanny Anny

    Mai 16, 05 2017 09:23:32

    Nun ja, was dem einen zuviel ist dem andren zu wenig. Man kann es eben nicht jedem Recht machen.

    Welcher Art Vorschulvorbereitung hattest Du denn im Auge? Die Vorstellungen mancher Eltern, wie das auszusehen hat klaffen auch weit auseinander.

    Viele erkennen gewisse Prozesse nicht an, als Vorbereitung, weil sie es sich nicht gewohnt sind, dass so „gearbeitet“ wird. Wie z.B: Spielen, malen, turnen, Rollenspiele.

    Ich habe in Deutschland in einer Vorschule gearbeitet und hier in der Schweiz in Krippen und komme wirklich zu dem Schluss: Man muss Kinder nicht trimmen mit Zahlen und Buchstaben in der Vorschule. Das kommt noch früh genug.

    Wichtig sind Fein und Grobmotorik, soziale Kompetenz und Konzentration. Und dafür braucht es keine speziellen geleiteten „Vorschulangebote“.

    Liebe Grüsse,

    Nanny Anny

  • Anja

    Mai 16, 05 2017 10:06:09

    Hallo Konsti,

    ich kann nur aus meinem Erfahrungsschatz der Vorschulzeit meiner Kinder sprechen. Wir leben hier in einer dörflichen Gemeinde, keiner Großstadt. Unsere 4 Kindergärten sind alle eine Kooperation mit den 2 örtlichen Grundschulen eingegangen. Das bedeutet, dass 2 mal im Monat eine Lehrerin in den Kindergarten kommt und für eine Stunde mit den Kindern malt, ihnen etwas aus der Schule erzählt, mit ihnen kleine Aufgaben löst. Dann dürfen die Kinder 2x im Vorschuljahr eine Doppelschulstunde mit den „Großen“ zusammen in der Schule „lernen“ und Sport machen.
    Das Vorschuljahr wird hier richtig zelebriert. Die Kinder dürfen im Kindergarten nun z. Bsp. auch alleine raus in den Garten. Sie bekommen Aufgaben die sie nur im Vorschuljahr bearbeiten dürfen, z. Bsp. die Arbeit am Webrahmen, oder ihre Kalenderblätter gestalten. Dann gibt es vermehrt Ausflüge in Museen, oder zum Kindertheater, die Polizei kommt und übt mit den Kindern an den Hauptstraßen das richtige Verhalten. Dieses Jahr bekommen die Kinder einen kleinen Erstehilfekurs für Kinder vom örtlichen DRK. Leider musste der Höhepunkt des Jahres, eine Nacht im Kindergarten schlafen auf Grund von rechtlichen Beanstandungen aufgegeben werden, aber stattdessen wird es wohl ein anderes Event für die Kinder geben.
    Na und zu guter letzt erfolgt kurz vor den Ferien der sogenannte „Rausschmiss“. Das ist hier ein Riesengaudi. Die Kinder feiern den letzten Tag im Kindergarten, mit Spielen und Party. Dann wird eine dicke Matte vor den Kindergarten gelegt und die Kinder werden an Händen und Füßen gepackt und von 2 Erziehern aus dem Kindergarten geschmissen.
    http://spinnliesl.blogspot.de/2015/07/der-rausschmiss.html

    Wir stecken nun mitten im Vorschuljahr vom Kind 2 und beobachten an ihm die riesigen Veränderungen, den Schub den es nochmal in diesem Jahr vor der Schule gibt.

    Liebe Grüße,
    Anja

  • Magda

    Mai 16, 05 2017 10:45:58

    Hier wird nicht Schule gespielt, aber ich glaube, die Vorbereitung ist trotzdem gut. Vor allem, dass die Kinder schon öfter in der Schule waren bzw. in einer anderen Kita zukünftige Mitschüler kennen lernten, finde ich sehr hilfreich. Das schafft Vertrauen.
    Schulregeln wie ordentlich sitzen und melden lernt sich sicher eh am besten in der Schule selbst.

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 08:58:54

    Vielen Dank für deine Hinweise!
    LG
    Konsti

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 09:00:48

    Liebe Beatrice, vielen Dank für deine Sicht. Ich stimme dir zu, nur muss man als Eltern ab und an innehalten und sich das selbst sagen: „Unsere Kinder sind größer und selbständiger als wir denken“.
    LG
    Konsti

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 09:03:04

    Liebe Nanny Anny,
    ich denke dabei auch eher an Grundkompetenzen.
    Für mich ich Kita und somit Vorschule ein Freiraum.
    Doch eine Elternversammlung mit den Eltern der Vorschulkinder und eine Art von Konzept, egal wie klein es ist hätte mir bei K2 geholfen.

    Es grüßt
    Konstantin

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 09:05:09

    Liebe Anja,
    manchmal wünsche ich mich in ein Dorf oder eine Kleinstadt.
    Ich glaube solche Rituale des Großwerdens helfen vielen Kindern.
    Bei uns ist irgendwie immer alles und jeder gleich, vielleicht ist das auch meine Skepsis daran.
    Beste Grüße
    Konsti

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 09:05:56

    Liebe Magda,
    ja das klingt ebenfalls gut.
    Danke für deinen Kommentar
    LG
    Konstantin

  • Kallenbach, Viola

    Mai 16, 05 2017 09:41:00

    Lieber Konsti,

    ich habe jetzt 2 Kinder durch das Vorschuljahr begleitet. Es ist derselbe Kindergarten, aber die/der Erzieher der Vorschulgruppe hat gewechselt.
    Was mir aufgefallen ist: Bei Kind 1 (jetzt 9) wurde doch einiges für die Schulereife (so nenne ich das mal) getan.
    Am Ende dieses Jahres hatte das Kind konzentriertes Arbeiten über einen längeren Zeitraum, Zuhören ohne ständiges Dazwischenreden und hervorragende Tischmanieren gelernt. Über das gesamte Jahr wurde als Projekt von jedem Kind ein Steckenpferd selbst genäht. Mit diesem Steckenpferd ritten dann die Kinder nach dem Abschlußgottesdienst (evg. Kindergarten) von der Kirche zur nahegelegenen Grundschule (in die 99 Prozent der Kinder eingeschult wurden. Als Rahmenprogramm machten die Kinder unendlich viele Ausflüge, Polizei, Feuerwehr, etc. Am Ende des Vorschuljahres konnte das Kind seinen (recht langen) Vornamen schreiben.

    Bei Kind 2 haben wir nun ein anderes Bild. Der neue Betreuer hat einige Änderungen eingeführt. War bei Kind 1 die Zeit von 8.00 – 13.00 Uhr Schulähnlich gestaltet (also mit Anwesenheitspflicht, Gruppenarbeit und auch kleinen Lerneinheiten) ist das jetzt nicht so. 1 Tag in der Woche ist jetzt Waldtag. Es wird mit der gesamten Gruppe mittels Bus in ein nahegelegenes Waldstück gefahren, dort auch Mittag gegessen, geschnitzt ansonsten …. Freies Spiel. Ausflüge gibt es reichlich, die Kinder nennen Wunschziele – z.B. Museen, und das wird über das Jahr verteilt ermöglicht. Das Steckenpferd wurde auch gebastelt (man muss ja schließlich von der Kirche in die Schule kommen).

    Der Unterschied macht sich deutlich bemerkbar. Der Waldtag gefällt nach anfänglicher Begeisterung nur noch wenigen Kindern (8 Stunden Wald bei Dauerregen und feuchter Kälte ist auch im Schneeanzug nicht jede Woche ein Dauerspaß). Wir hoffen, dass der Spaß mit dem irgendwann beginnenden Frühling/Sommer wieder einsetzt. An der konzentrierten Arbeit über einen gewissen Zeitraum arbeiten wir spielerisch zu Hause verstärkt, auch am Schreiben des eigenen Vornamen sind wir selber dran (Das müssen die Kinder vom ersten Schultag an leider können).

    Eigentlich ist kein allzu großer Unterschied zur vorherigen Kindergartengruppe zu spüren, nur das in dieser Gruppe alle Gleichaltrig sind.

    Ich finde das trotzdem völlig in Ordnung – das ist Kindergartenzeit und nicht Schulzeit. Aber man merkt deutlich bei einigen Eltern, dass sie von der Vorschulgruppenzeit erwarten, dass ihr Kind 45 min. ohne Probleme „still und konzentriert“ sitzen kann (das erwartet keine Grundschule von Erstklässlern und trägt dem auch Rechnung). Gerne hätte man, wenn das Kind bereits fließend lesen und rechnen könnte.

    Wenn ich mich zurückerinnere, als ich mit 6 eingeschult wurde konnte ich weder lesen noch schreiben (noch nicht einmal meinen Namen). Aber ich war wild darauf es zu lernen, weil ich endlich alleine lesen wollte und nicht ständig jemanden bitten wollte, mir etwas vorzulesen. Dementsprechend schnell habe ich es auch gelernt. Und habe am Ende ein Abitur mit der Note 1,2 und 2 übersprungenen Schuljahren hingelegt.

    LG Viola

  • Alu und Konsti

    Mai 16, 05 2017 10:03:12

    Liebe Viola,
    vielen Dank für den Einblick in euer Leben.
    Dein Abitur ist auch ein wenig angeberisch… .
    Grüße vom 3,1 Abi-Mann

  • Nanny Anny

    Mai 17, 05 2017 06:42:18

    Hallo Konstantin

    Leider beantwortet das meine Fragen nicht wirklich. Klar, ein Konzept, ein Fahrplan. Doch was genau sollte da drin stehen? Wie genau hättest Du Dir die „Förderung“ vorgestellt? Grundkompetenzen werden auch in der Kita vermittelt, das steht so in den meisten Konzepten drin, wo der Schwerpunkt der jeweiligen Krippe / Kindergarten liegt.

    Konzentration lernen die Kinder durchs spielen, sich vertiefen im Spiel. Sozialkompetenzen und Konflitkbewältigung lernen sie im Freispiel und im Rollenspiel mit anderen Kindern. Durch malen, basteln wird die Feinmotorik geschult, (Stifte halten, schneiden mit der Schere) durch turnen draussen im Wald,

    Spielplatz ect. wird die Grobmotorik unterstützt und ausgebildet. Manieren und Umgangsformen werden auch vermittelt, wie mit Messer und Gabel essen, Bitte, Danke sagen. Zuhören und Aussprechen lassen auch.

    Was genau fehlt euch da, was das Kind an Kompetenzen noch für die Schule bräuchte, damit euch geholfen wäre?

  • Alu und Konsti

    Mai 17, 05 2017 09:53:08

    Guten Abend,
    du schreibst genau das was mir fehlt. Ein zielführendes Gespräch in dem uns mitgeteilt wird, wie die aktuelle Arbeit mit den großen Kitakindern den Weg zur Schule fördert. All das was du schreibst wurde mir nie erklärt. Es geht mir dabei kaum darum einen einzig richtigen Weg aufgezeigt zu bekommen, als viel mehr überhaupt einmal in Ruhe mit allen Beteiligten darüber zu reden was Schule bedeutet.
    Herzlich
    Konstantin

  • Laura

    Mai 24, 05 2017 11:31:39

    Hallo Konstantin, bei uns ist alles ganz ähnlich wie bei euch. Mein Sohn ist der einzige Vorschüler im Kindergarten und vielleicht auch aus dem Grund passiert da überhaupt nichts. Ich finde Schule spielen, Zahlen und Bögen üben oder Melden lernen nicht so wichtig, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Erzieherinnen mit ihm Schuhe binden üben, weil mein Sohn das zuhause total verweigert. Wie für euch gehören für mich Wege in die Selbstständigkeit zu einer guten Vorbereitung dazu. Mittlerweile sehe ich es aber trotzdem locker und denke mir, dass er bei uns all dies schon lernen wird. Der Kindergarten hätte mich bei Dingen wie den Schuhen ein wenig mehr unterstützen können, aber im Großen und Ganzen ist mir zu wenig Vorbereitung viel lieber als zu viel. Wie du stelle ich mir aber manchmal die Frage, ob in anderen Kindergärten, in denen „kleine Wissenschaftler“ gefördert werden, diese Vorbereitung nicht über das Ziel hinaus geht und ganz elementare Dinge wie auch die Herzensbildung dagegen zu kurz kommt. Liebe Grüße von Laura

  • Alu und Konsti

    Mai 26, 05 2017 08:06:43

    Danke für Deine Gedanken. viele Grüße

  • Tina

    Juni 22, 06 2017 10:24:14

    Guten Abend, hab jetzt nicht alle Kommentare gelesen und hoffe, ich wiederhole keinen. Aber ich kann dazu sowohl etwas aus pädagogischer Sicht als auch als aktuell betroffene Mama sagen. Im Berliner Bildungsprogramm, an welchem sich die Kindertageseinrichtungen/ Kinderläden in Berlin orientieren sollen, ist es mittlerweile so festgelegt, dass es gar KEINE Vorschule in dem Sinne mehr gibt. Den Kitas ist es im Prinzip selbst überlassen, wie sie es gestalten. In der Theorie liegt der Schwerpunkt auf der pädagogisch. Begleitung zur Selbständigkeit des Kindes, aber von Anfang an… das wird natürlich unterschiedlich ausgelegt und be“arbeitet“. Kinder sollen ganzheitlich und mit allen Sinnen lernen (sehr kurz gefasst jetzt)- dieser gewünschten Ganzheitlichkeit steht als allererstes die Realität im Wege! Dazu zählt der gegebene Personalschlüssel, die permanente Überlastung, der hohe Krankheitsstand, fehlende Erzieher, den völlig unterschiedlichen Konzepten und Qualitätsansprüchen und auch einfach die pädagogischen Persönlichkeiten. Die Spanne reicht von Fingernagelstudioerzählerinnen über einfühlsame Naturexperten bishin zu hysterischen Leitungspersonen, alles ist möglich… Mein Sohn kommt auch dieses Jahr in die Schule und hat in seiner Standard-120-Kind-Kita inkl. DDR-Ostbratzenerzieher (aber die meisten mit dem Herz am rechten Fleck) einmal die Woche Vorschule gemacht. Es ging um Stifthaltung, Schuhe zubinden, Straßenverkehr, Ernährung, Projekte wie Berufe der Eltern, viele soziale Themen: Freundschaft und Familie… mir ging es gut damit, dass es statt fand und ihm auch. Ich denke es ist wichtig, die Kinder an bestimmte Themen heranzuführen; das allerwichtigste ist aber die soziale Komponente! Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es ohne Vorschule für die meisten Kinder ein Schubs ins kalte Wasser wäre, das in-die-Schule-kommen. Ich selbst arbeite in einer kleinen bilingualen Kita, in der (orientiert am frz Bildungssystem) sehr viel Vorschule stattfindet. Nun versuche ich grad durchzusetzen, dass es für die Kinder wichtiger wäre die Kitajahre vor allen Dingen zum Spielen zu erhalten. Soziale Kompetenzen sollen sie auch größtenteils selbst entwickeln und wie am Anfang erwähnt, Selbständigkeit von Anfang an lernen. Ich setze es zum Beispiel durch, dass die Kinder im letzten Kitajahr schwimmen lernen und, dass es eine Kooperation zwischen Grundschulen und Kita gibt (Lesekinder, Unterrichtsbesuche…). Auch dafür braucht man entsprechend Personal und Zeit etc… Meine Bedingungen sind glaube ich etwas besser momentan als die von anderen. Es ist meines Erachtens sehr komplex und erfordert viel Empathie und Aufmerksamkeit für einen Erzieher, in dem heutigen System (explizit in Berlin) seinen Weg der Hinführung der Kinder zur Schule zu finden. Das Wichtigste ist es auf jeden Fall, dass Gespräch mit den Pädagogen zu suchen! Mal sehen, was die Schule jetzt so bringt……

  • Tina

    Juni 22, 06 2017 10:50:05

    Guten Abend, hab jetzt nicht alle Kommentare gelesen und hoffe, ich wiederhole keinen. Aber ich kann dazu sowohl etwas aus pädagogischer Sicht als auch als aktuell betroffene Mama sagen. Im Berliner Bildungsprogramm, an welchem sich die Kindertageseinrichtungen/ Kinderläden in Berlin orientieren sollen, ist es mittlerweile so festgelegt, dass es gar KEINE Vorschule in dem Sinne mehr gibt. Den Kitas ist es im Prinzip selbst überlassen, wie sie es gestalten. In der Theorie liegt der Schwerpunkt auf der pädagogisch. Begleitung zur Selbständigkeit des Kindes, aber von Anfang an… das wird natürlich unterschiedlich ausgelegt und be“arbeitet“. Kinder sollen ganzheitlich und mit allen Sinnen lernen (sehr kurz gefasst jetzt)- dieser gewünschten Ganzheitlichkeit steht als allererstes die Realität im Wege! Dazu zählt der gegebene Personalschlüssel, die permanente Überlastung, der hohe Krankheitsstand, fehlende Erzieher, den völlig unterschiedlichen Konzepten und Qualitätsansprüchen und auch einfach die pädagogischen Persönlichkeiten. Die Spanne reicht von Fingernagelstudioerzählerinnen über einfühlsame Naturexperten bishin zu hysterischen Leitungspersonen, alles ist möglich… Mein Sohn kommt auch dieses Jahr in die Schule und hat in seiner Standard-120-Kind-Kita inkl. DDR-Ostbratzenerzieher (aber die meisten mit dem Herz am rechten Fleck) einmal die Woche Vorschule gemacht. Es ging um Stifthaltung, Schuhe zubinden, Straßenverkehr, Ernährung, Projekte wie Berufe der Eltern, viele soziale Themen: Freundschaft und Familie… mir ging es gut damit, dass es statt fand und ihm auch. Ich denke es ist wichtig, die Kinder an bestimmte Themen heranzuführen; das allerwichtigste ist aber die soziale Komponente! Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es ohne Vorschule für die meisten Kinder ein Schubs ins kalte Wasser wäre, das in-die-Schule-kommen. Ich selbst arbeite in einer kleinen bilingualen Kita, in der (orientiert am frz Bildungssystem) sehr viel Vorschule stattfindet. Nun versuche ich grad durchzusetzen, dass es für die Kinder wichtiger wäre die Kitajahre vor allen Dingen zum Spielen zu erhalten. Soziale Kompetenzen sollen sie auch größtenteils selbst entwickeln und wie am Anfang erwähnt, Selbständigkeit von Anfang an lernen. Ich setze es zum Beispiel durch, dass die Kinder im letzten Kitajahr schwimmen lernen und, dass es eine Kooperation zwischen Grundschulen und Kita gibt (Lesekinder, Unterrichtsbesuche…). Auch dafür braucht man entsprechend Personal und Zeit etc… Meine Bedingungen sind glaube ich etwas besser momentan als die von anderen. Es ist meines Erachtens sehr komplex und erfordert viel Empathie und Aufmerksamkeit für einen Erzieher, in dem heutigen System (explizit in Berlin) seinen Weg der Hinführung der Kinder zur Schule zu finden. Das Wichtigste ist es auf jeden Fall, dass Gespräch mit den Pädagogen zu suchen! Mal sehen, was die Schule jetzt so bringt…… Gute Nacht! Tina

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