Jeder kennt das Problem: wann ist es medizinisch so ernst, dass man sich mit dem Kind zum (Not-)Arzt begibt und wann nicht? Sicherlich sammeln Eltern schnell einige Erfahrungen, doch alles können wir nicht wissen. Zumal dann, wenn die Kinder selbst über Schmerz klagen und man das alles zusammen nicht einordnen kann.

Auf dem Weg

Folgende Situation, K1 und K2 tanzen miteinander. Es wird etwas ungestüm und ohne Absicht schlägt der Hinterkopf des Kleinen gegen ihre Nase. Diese macht leise „knack“ und schwillt einseitig an. Es wird gekühlt. Wir Eltern beraten uns und bitten einen benachbarten und befreundeten Arzt um seine Einschätzung. Die Nacht warten wir ab. Am nächsten Morgen, heute früh (der Tag an dem abends Luna Lovegood im Fernsehen Harry Potters Nase heilt), schmerzt es sie immer noch. Um Klarheit zu bekommen und weil wir Eltern es nicht ausreichend bewerten können, fahre ich mit ihr zur kinderärztlichen Ambulanz, dort bieten die Berliner Pädiater eine Wochenendsprechstunde an (übrigens eine wirklich tolle Möglichkeit).

Jetzt noch ein HNO Arzt.

Als wir ankommen ist es, wie so oft, voll -zumeist Jahreszeitbedingte Krankheiten. Die Anmeldeschwester fragt nach meinem Bericht den diensthabenden Arzt und er meint, wenn man Klarheit will, müssen wir zum HNO. Die nächste ambulante Sprechstunde für diese Fachrichtung in im Nachbarkrankenhaus, dort fahren wir nun hin. Mir ist bewusst, das es eine Lappalie sein könnte aber was wenn nicht. K1 und ich besprechen uns, sicher ist sicher entscheide ich. Dabei bin ich bereit mich für meine Kinder vor dem medizinischen Fachpersonal einzusetzen auch wenn diese vielleicht die Nase rümpfen.

Tweet Notaufnahme

Die Kindernotaufnahme

In der nächsten Klinik angekommen leitet uns der freundliche Pförtner (freundlich waren heute alle Beteiligten) zur Kindernotaufnahme, dort müsse man uns weiterleiten. Nach einem langen Schneckengang kommen wir an. Die Große meint nun sie habe keine Schmerzen mehr. Ich ziehe durch. Als wir auf die Dame der Anmeldung warten, kommt ein Kind mit Mutter per Rettungswagen. Diese wird vor uns befragt. Die junge Krankenschwester sagt ironisch in Richtung der Sanitäter „…und für eine Erkältung 400€ Rettungswagen fahren das lohnt…“, die bleiben gelassen. Ich bin peinlich berührt (noch mehr) und froh – es geht noch krasser. Wir werden aufgenommen. Die Schwester scheint so etwas gewohnt zu sein. Sie sagt vielleicht können wir dazwischen, denn wahrscheinlich müssen wir noch weiter zur HNO und zum Röntgen, dann wird es ein langer Tag. Alsbald, wir zwei lesen uns gerade Rätselfragen vor, kommen wir dran. Ärztin 1 bekommt die Technik nicht in den Griff. Eine 2. Kinderärztin übernimmt, sie sagt streng (und verständlicherweise) dies sei eine Notaufnahme und unseretwegen könnten vielleicht akute Fälle nicht zügig behandelt werden (insgesamt waren mit uns 5 Patienten bei zwei Ärztinnen sichtbar). Ich nehme die Kritik an und ernst (danke dafür).

Was Kinderrettungsstellen leisten  ist der Wahnsinn und wichtig

Frau Doktor untersucht gründlich und flott. Sie stellt eine Diagnose, die mir hilft es einzuordnen und entscheidet, dass wir nicht zum Röntgen müssen. Denn selbst wenn es eine angebrochene Nase wäre, würde man es so lassen wir es ist. Keine Belastung und Schonung der Nase sind die Therapie. Leider spinnt die Technik immer noch, so dass Sie lange für den verpflichtenden Bericht braucht. Bei der Verabschiedung bedanken wir uns und ich sage ihr noch einmal, dass es mir Leid tut, doch ich eine fachliche Einschätzung brauchte um es einschätzen zu können (und um dem Geheule von K1 wenn es noch eine Weile schmerzen sollte gegenüber gefeit zu sein). Nach zwei Stunden kommen wir bereits nach Hause. Ich bin froh, das jemand entschieden hat. Ich habe gehört das Pädiatrie eine Erfahrungsmedizin ist und dafür bin ich immer wieder dankbar bei unserem Hauskinderarzt und auch hier.

Wann ist es ein Notfall?

Wann ist es ein Notfall? Ich denke so ziemlich alle Eltern überlegen das, doch wenn sich die Unruhe und Ungewissheit und Überforderung breit macht ist es kaum auszuhalten, man braucht die Hilfe hoffentlich fähiger Fachleute. (Irgend worin sind wir alle hilfsbereite Fachleute, doch meist nicht in der Humanmedizin.) Ich bin dankbar für ein Gesundheitssystem, wo ich innerhalb von zwei Stunden eine Einschätzung der Sache habe (als Kassenpatient). Es tut mir leid, wenn ich damit auch einmal überflüssig agiere. Doch solche Dilemmata gibt es eben, sie lassen sich nicht auflösen. Das müssen alle aushalten können und dabei bitte so höflich und routiniert wie die medizinischen Mitarbeiter heute handeln.

Was denkt ihr?

Konsti

Notaufnahme PIN

10 Tipps wenn eure Kinder ins Krankenhaus müssen.

Kann man das nicht anders sagen? Über Krankheiten mit Kindern sprechen

Wenn man lange Zeit mit dem Kind im Krankenhaus ist „Familienfreundschaften“