Kann man Mutter-Kind-Kuren nicht ökologischer gestalten?| grossekoepfe
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Wieso kann man Mutter-Kind-Kuren nicht ökologischer gestalten?

Es ist 2019. Ich trage in meinem Rucksack einen Kaffeebecher, eine Flasche Wasser und eine Brotbox herum. Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich wieder eine Schülerin mit all meinen Dosen und Flaschen und meinem eigenen Besteck, aber gleichzeitig sind es für mich unersetzliche Dinge, die ich immer dabei habe und an die ich mich schnell gewöhnt hatte.

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Kaffeebecher am Meer!

Auch für die Kinder packe ich immer Becher, Dosen, Eislöffel usw. ein und auch wenn das große Kind manchmal jammert „Wir werden immer mehr öko“, dann spricht da auch ein gewisser Stolz aus ihrer Stimme, dass wir uns für unsere Umwelt interessieren. Auch zur Mutter-Kind-Kur, nach Rügen, habe ich wieder alles eingepackt und war sehr verwundert, als ich in der Kurklinik auf einige Ungereimtheiten gestoßen bin.

Lasst uns Alternativen finden!

Im Zimmer wartete eine Plastikflasche auf jeden Kurgast, eine tolle Geste um den Wasserhaushalt stetig zu füllen, aber warum muss es Plastik sein? Hätte man nicht eine Glasflasche nehmen können? Nur wenige Kurgäste benötigten diese wirklich und die restlichen Flaschen kamen direkt in den Müll – wieso? Überall in der Kurklinik sind zudem Wasserspender vorhanden, was ich wirklich toll finde, aber warum stehen da überall Plastikbecher? Kinder füllten sich immer wieder nur wenige Schlucke ein, wenn ich daran vorbeiging und schmissen dann sofort die Becher weg, das wurmte mich extrem. Im Speisesaal war es nämlich auch möglich Trinkbecher zu nehmen und diese wurden dann in der Spülmaschine gewaschen, warum ging das bei den Wasserspendern im Haus nicht? Seltsam war auch, dass es im Speisesaal auf jedem Tisch ein Mülleimer stand der nach jeder Mahlzeit mit einer neuen Mülltüte ausgelegt wurde! Das sind mehr als 60 Müllbeutel allein an unserem Esstisch!

Ich verstehe das einfach nicht.

Warum kann man die kleinen Eimer nicht einfach auswaschen? Ich habe im Laufe der Eltern-Kind-Kur angefangen den Mülleimer einfach nicht mehr zu benutzen um den Beutel nicht auswechseln lassen zu müssen. Das Gleiche galt auch für den Mülleimer im Zimmer. Jeden Tag wurde dort der Beutel gewechselt, egal ob Müll darin war oder nicht. Immer wieder entdeckte ich Dinge in der Mutter-Kind-Kur-Klinik, die ich einfach nicht verstand und mich deshalb näher mit den Hygiene-Vorschriften in Mutter-Kind-Kliniken beschäftigte.

Es gab zwar online einige Empfehlungen und Rahmenhygienepläne für Kurkliniken, aber nirgendwo stand was von dieser massiven Verschwendung die ich Tag für Tag dort auf Rügen erlebt habe. Allein der Papierverbrauch auf der Kur war einfach immens. Für jedes Seminar gab es Papier und für jeden Ausflug ebenfalls! Ich konnte gar nicht so viele Schmierblätter verwenden, wie mir in diesen drei Wochen ständig neu zur Verfügung gestellt wurden!

Erhebt Eure Stimmen, das muss so nicht weitergehen!

Auf dem Rückmeldebogen der Klinik war dann aber doch sehr wenig Platz um seine Anmerkungen kund zu tun, daher schreibe ich auch diesen Text hier, und hoffe, dass einige Kurkliniken oder die Krankenkassen das Thema aufgreifen! Gerne bin ich bereit gemeinsam mit anderen gemeinsam auf das Thema aufmerksam zu machen. Sprecht Eure Kurkliniken darauf an wenn Euch solche umweltschädlichen Verhaltensweisen auffallen und versucht Müll zu vermeiden. Als Beispiel habe ich Euch ein paar Fundstücke direkt vom Strand von Glowe als Fotos mitgebracht.

Alu

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Mülltüten so weit das Auge reicht.

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Müll.

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Noch mehr Müll.

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12 Comments

  • Chris
    15. Februar 2019 at 13:52

    Als ehemals in einer Mutter Kind Klinik beschäftigter kann ich dir sagen, dass wir Glasflaschen ausprobiert hatten. Diese aber sehr oft von den Kindern fallengelassen wurden und so ständig überall alles voll mit Scherben war.
    Wir sind dann dazu übergegangen, jeder Familie eine Plastikflasche plus eine entsprechende Anzahl Gläser aufs Zimmer zu stellen. Wer mehr Flaschen wollte, konnte diese zum Selbstkosten Preis kaufen.
    Und Becher gab es nicht an den Wasserspendern, denn dort durften nur die von der Klinik zur Verfügung gestellten Flaschen befüllt werden. Dies ist tatsächlich aus dem Hygiene Konzept begründet, da es bei vielen anderen Flaschen doch zum Kontakt der Flasche mit der Befüll Öffnung gekommen wäre.

    Mülleimer hab es bei uns auch auf jeden Tisch. Aber ohne Beutel und diese kamen nach den Mahlzeiten in die Spülmaschine.
    Die Unmengen an Papier sind mir auch bekannt, wir sind bei aushängen dazu übergangen, die Vorlagen zu laminieren und man konnte sich mit Abwaschbaren stiften eintragen.
    Leider immer nur so lange bis Kinder das Wunderwerk Edding für sich entdeckt hatten

  • Kirsten
    15. Februar 2019 at 13:54

    Wir waren auch kürzlich zur Kur, dort hatten die Tischmülleimer keine Tüten. Im Zimmer wurde der Müll 2x wöchentlich geleert, die restliche Zeit konnte man ihn selbstverständlich selbst in den Containern entsorgen.
    Man konnte Wasserflaschen für die Wasserspender für eine geringe Gebühr erwerben. Diese waren allerdings aus Kunststoff. Sonst gab es an den Spendern aber auch überall Gläser und Tassen.
    Marmelade konnte man aus großen Gläsern in Waffelbecher abfüllen.
    Papier hatte ich kaum. Da scheint die Kurklinik schon deutlich weiter zu sein.

  • Mamaichundich
    15. Februar 2019 at 14:24

    Oh ja, wichtiges Thema. Wäre mir auch sauer aufgestoßen. Auf meiner Kur hab ich mir kaum Gedanken darüber gemacht, fällt mir gerade auf. Aber wohl auch, weil es bei uns anders lief. In der Klinik, in der ich war, gab es keine Plastikbecher. Bei den Wasserspender standen Gläser und Tassen, zum Umrühren Löffel und keine Ruhrstäbchen. Viele hatten auch Trinkflaschen zum Wiederbefüllen von zu Hause dabei. Wer keine hatte, konnte sich in der Klinik eine kaufen ( zwar Plastik, aber nur wer es auch brauchte). Für jedes Kind gab es bei der Betreuung eine Butterbrotdose ( aus Plastik), aber die wurde von allen Eltern genutzt um das Frühstück für die Kinder einzupacken für die Betreuungszeit.
    Mülleimer am Tisch konnte man sich nehmen, ansonsten wurde der Müll in den großen Mülleimer geschmissen nach den Essen. Aber es fiel wenig Müll an, nur das Butterpapier und Teebeutel.
    Selbst die Kleinen Becherchen für Medikamente wie z.B. Hustensaft wurden gereinigt und wiederverwendet. Und zu den Anwendungen, wie z.B. Massage gab es große Tücher und jeder hatte ein eigenes Fach, so dass die wieder benutzt wurden und kein Papier dafür verschwendet wurde.
    Und es war alles kein Problem.

  • Cornelia Zeumer
    15. Februar 2019 at 15:43

    Guten T ag,
    Wer bei anderen mosert kann ja, wie sie es bereits tun, bei sich anfangen.
    ToGobecher, statt Plastik. Füllen Sie Ihren Becher auf, statt wegwerfbecher zu nutzen. Vorbild macht Schule. Zu meinen dass Spülklmaschinen, (Hygienemascchinenl, ein Ökosternchen sind, ist aber wohl naiv..
    Wer Papier als Schmierzettel bezeichnet, sollte sich überlegen es liegen zu lassen. Abfotografieren zB…. Oder die Kinder auf der anderen Seite malen lassen.

    Unsere Kurklinik hat Trennmüllbehälter, keine Mülltüten, Gläser und Hand outs nur für wirklich Interessierte… Zingst/AWO… Es ist also nicht “das Problem aller Kurkliniken”

    Und wie überall Vorbild macht Schule und wenn Ihnen der Platz auf dem Rückmeldebogen zu Wenig ist, hat sicher niemand ein Problem damit, wenn Sie zusätzliche Schmierzetttel nutzen

    MfG
    C.. Z.

  • Conny
    15. Februar 2019 at 18:39

    Ich frage mich oft, wie es “früher” war. Noch vor 20 Jahren sind wir ohne diese Plastikflut ausgekommen. Dieser Zeit wird vieles mit Hygiene begründet. Vermutlich ist es eher Bequemlichkeit verbunden mit ökonomischen Interessen. Denn jemand verdient ja an den vielen Wegwerfartikeln und Arbeitskräfte bzw. -zeit spart man an der Stelle wo man nur wegschmeißen muss statt zu reinigen. Oder sehe ich das zu plakativ?
    In jedem Fall teile ich Deine Einstellung, und werde bei unserer bevorstehenden Kur auch darauf achten.
    Danke für Deine Gedanken und Euer Engagement*

  • Alu und Konsti
    15. Februar 2019 at 20:42

    Das finde ich großartig wenn Sie das bereits umsetzen. Gibt es denn ein Siegel bereits in diesem Bereich? Ich fände das ja sehr wichtig und gut. Die Rückmeldebögen habe ich sehr gut genutzt und auch darüber gesprochen. lg Alu

  • Alu und Konsti
    15. Februar 2019 at 20:44

    Toll, wo warst Du denn da? Hat die Klinik ein Siegel dafür? Das würde mich sehr interessieren. lg Alu

  • Alu und Konsti
    15. Februar 2019 at 20:44

    Das finde ich sehr toll! In welcher Klinik war das?

  • Alu und Konsti
    15. Februar 2019 at 20:45

    Das finde ich sehr gute Alternativen! Wo war das denn? lg Alu

  • L.F.
    15. Februar 2019 at 20:57

    Ich wundere mich vor allem warum von “Mutter-Kind-Kur” und nicht “Mutter/Vater-Kind-Kur” gesprochen wird…

  • Alu und Konsti
    15. Februar 2019 at 21:12

    Ich habe aus meiner Erfahrung geschrieben, spreche aber explizit von Eltern!

  • Kerstin Schmidt
    15. Februar 2019 at 21:24

    Selbiges Problem in einer Kinderklinik .

    Hygienevorschriften, gerade beim Frühstück und Abendessen , alles in kleinstportionen (a la einkaufsladen für kiddies) in Plastik verpackt…..schlimmer noch/auch, alles was offen aufgetischt wurde, nicht verbraucht wurde flog ohne Umwege in den Müll….Fleischsalat, mett….

    Tja….irgendwann REGELN wir uns mit Regeln zu und benötigen Regeln zur Umgehung von Regeln…

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