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Mein Name ist Beuteltier. Über Frauenhandtaschen und Sammelleidenschaften

Ich habe zu wenige Handtaschen
Sicherlich, wir haben alle schon mal was von der Theorie der Jäger und Sammler gehört, aber  spätestens mit dem Blick in eine Frauenhandtasche und die Hosentasche eines Mannes, ist diese Theorie doch total überworfen. Ich meine, ich bin eine klassische Frau! Wir sammeln nicht, wir benötigen dringend! Ich habe zu wenig Kleidung und eigentlich auch zu wenig Taschen und Schuhe. Schon immer! Wer kennt das nicht? 

Der Rucksack und ich

In einigen Lebensphasen habe ich auf Rucksäcke und somit auf Stopftechniken zurückgegriffen, doch seit die harte Berufsrealität mich eingeholt hat, habe ich mehrere Tragevarianten daheim. Die erste Tasche ist meine Arbeitstasche. Die aktuelle Variante habe ich mal sehr günstig bei Vero Moda gekauft, sie ist weder aus Leder, noch aus Schuppen und fällt bereits nach wenigen Wochen Nutzung langsam, aber stetig, auseinander. In dieser Tasche befinden sich die täglichen Utensilien zum Überleben „Taschentücher, ein Lippenpflegestift, ein Kulli, Halsbonbons, Wimperntusche, ein Schlüssel, ein Handy Ladegerät, loses Kleingeld in Mengen (das ist dieses doofe Wechselgeld) und Flyer von Läden die ich auf dem Weg zur Arbeit, oder nach Hause eingesammelt habe. Kurz und knapp: Die Arbeitshandtasche ist eher seelenlos!  

Taschenliebe? Bis dato nicht.

Ich sammele nichts der Kinder darin, oder trage diese Dinge täglich zur Arbeit und zurück. 

Bis ich diesen Schritt erreicht habe, habe ich lange trainiert. Es liegen harte Jahre des täglichen Taschenkampfs hinter mir.  Fand ich früher immer noch einen Playmobil Arm, oder den Ersatz Schlüppi vom Kleinen in der Mittagspause, herrscht nun gähnende Leere. Der Trick ist, wenn man mit den Kindern unterwegs ist, einfach auf einen Stoffbeutel zurück zu greifen. Durch die Nutzung eines Stoffbeutels (der in Farbe und Beschaffenheit variieren kann) zwinge ich mich immer nach dem Eintreffen in heimischen Gefilde diesen SOFORT und ohne Verzögerungen auszuräumen. Ich weiß, der Trick erscheint fast zu simpel um zu funktionieren, aber es geht. 


Ich habe inzwischen mein Sammelsurium von Stoffbeuteln stark ausgebaut, ich kann eng an den Farben der Modesaison bleiben, oder Statements setzen als Beuteltier, alles wie ich es mag! 

Ich erspare mir so seit einiger Zeit die unliebsamen Funde in meinen Handtaschen. Vorbei das gruselige Zeitalter in denen man in Kaugummis, benutzte Taschentücher und spitzes Lego gefasst hat! Von meiner Mutter bekam ich eine wunderschöne faltbare Stofftasche. Das ist die Lösung! Ich schütte den Inhalt der Tasche zu Hause im Flur auf den Boden und sortiere dann die kleinen Schätze des Alltags zurück in die Nischen. Kein Entrinnen mehr. Ich gebe zu, es liegt sicher auch daran, dass ich im Gegenzug zu Frau Mierau einfach noch keine Traumtasche gefunden habe. Ich schlage mich seit Jahren mit den seelenlosen Arbeitstaschen herum. 

Aktueller Tascheninhalt,
Mein nächstes Etappenziel im täglichen Taschenkampf ist übrigens die tägliche Ausleerung der Hosentaschen vom Mann. Hier liegt noch großes Potential und vor allem finden sich sicherlich noch unentdeckte Schätze in den Tiefen seiner Taschen! Eieieiei.
Eure Alu
……


Er hat volle Hosentaschen – seine Sicht

Mir wird seit langem vorgeworfen meine Hosentaschen quöllen über. Jedermann könne es sehen, es sei nicht altersgemäß mit Beulen in den Taschen einen Vortrag zu halten und überhaupt (Frauen).
Dann kam ein typischer Verteidigungsreflex – bis heute.

Denn, wenn ich mir Gedanken über mein Beuteltiertum mache wird mir einiges klar.

Ich war bereits als Jugendlicher jemand, der ungerne unvorbereitet losging. Wenn ich mit Freunden durch den Wald stromerte und wir “Gotcha” mit Holzästen als Waffen spielten, gehörte eine Flasche Wasser und ein Riegel in die großen Hosentaschen der Armeehosen dazu. Zuerst noch unpraktisch geknöpft (Bundeswehr-oliv), später elegant durch Druckknöpfe behütet (Bundeswehr -flecktarn). So konnten mir auch die Jäger nichts anhaben, die ansaßen als wir ankämpften.(sammeln und jagen,jaja)
Ich erinnere mich auch noch an manchen langen Spaziergang, an dessen Ende ich Stolz war, nichts weiter mitgenommen zu haben außer die Schlüssel und ein Stofftaschentuch. Keine Kamera und noch nicht einmal das ansonsten obligatorische Trinken. Kleine Momente der Freiheit 5 km vom Elternhaus entfernt. Auf den Wiesen und in den Kiefernwäldern Berlins unterwegs. Diese kamen dann oft zufällig, unfreiwillig und höchstens zweimal gewollt vor.
Der Standard bei mir war jedoch bereits früh der Rucksack. Darin: Etwas zu schreiben, zu trinken, zu knabbern, zu lesen, zum Anziehen, später der Fotoapparat, ein Telefon oder Tabak. Von den Hosentaschen ganz zu schweigen. Egal wohin es ging, egal wie lange es dauerte – alles über 1h schien gefährlich zu werden ohne männliche Überlebenskit.
Ehrlich gesagt, ist es schlicht weg gelogen, wenn ich mich nun darüber ärgere, dass man(n) mit Kindern keinen Schritt mehr tun kann ohne bereits voll bepackt zu starten. Trinken, Knabberzeug, Wechselsachen, Spielzeug und vieles mehr sind nun stets dabei und wehe etwas wurde vergessen. Lieber gleich zwei Strumpfhosen einpacken.Lieber gleich mehr Äpfel mitschleppen. Für mich ist die einzige Änderung, dass ich jetzt für mehr als eine Person vorausschauend packe (Und schleppe).
Und da kommt das Gefühl auf, nun noch viel weiter von der Freiheit weg zu sein als früher. Mal wieder ganz ohne alles los zugehen. Nichts im Rucksack und in den Tadchen. Ich wünschte manchmal ich wäre ein Vogel, statt ein Beuteltier. Ganz nach Matthäus 6,19-34

… Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? 

Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln…


…zumindest ohne all die Taschen vollzupacken.

Euer
Konstantin

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1 Comment

  • Hanna Familiert
    20. Februar 2015 at 10:44

    Nach diesem Beitrag scheine ich irgendwie keine Frau zu sein. Ich besitze 2 Handtaschen. Und wenn ich aus dem Haus gehe, dann habe ich selten eine dabei. Eigentlich nie. Und wenn, dann ist Sommer. Und dann habe ich sie nur dabei, weil ich keine Jacke mit habe und Handy und Geldbeutel nicht in meine Hosentasche passen. Jetzt mit Kleinkind ist das anders. Da kann ich meine Sachen auch in der Wickeltasche lassen. Das ist ganz praktisch…

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