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Elternschaft in Wellen – Vereinbarkeitskrisen #Coronaeltern

Damit wir es hinbekommen unseren eigenen und dem Leben der Kinder gerecht zu werden, leben wir in Zyklen. Dabei sind diese mal länger mal kürzer. Oft gibt es Wochen, in denen ich mehr arbeite und andere in denen ich mehr die Kinderorganisation übernehme, bei Alu ist dies ähnlich.

Elternschaft in Wellen - wie Eltern Mentalload teilen

Dabei haben wir zuerst gehofft es anders hinzubekommen, denn diese Art und Weise belastet uns beide gleichermaßen.

Doch leider funktioniert bei uns arbeitstechnisch wie privat keine fließende Gleichmäßigkeit. Seit Jahren hoffen wir, dass sich unser Alltag irgendwann rhythmisiert. So dass wir dann regelmäßig an den gleichen Tagen lange ins Büro können oder verlässlich stets den gleichen Termin mit einem der Kinder absolvieren. Doch dies ist nicht in Sicht zu unkalkulierbar bleiben die Lebensereignisse unserer Familie. Darüber hinaus haben wir zu wenig Leerlauf.

Daher muss nahezu alles engmaschig in den Kalender eingepasst werde und das bedeutet Stress.

Übrigens ein weiteres Ergebnis davon ist, dass wir nahezu abwechselnd denken unsere eigenen persönlichen Belange als erwachsene Einzelpersonen kämen zu kurz.

 

Schließlich kann ich ehrlich sagen, dass die Paarbeziehung vor allem zu kurz kommt. Mittlerweile befürchte ich sogar, dass es sehr schwer wird sich weniger Dinge aufzuladen. Dafür ist unser Leben im Allgemeinen wohl zu dynamisch. Gleichwohl sollten wir uns etwas einfallen lassen, damit wir nicht immer an der Grenze der Belastbarkeit entlang schrammen.

Die Frage ist: Wie kann das Gelingen? Welches Modell muss Eltern fahren, wenn Sie gleichberechtigte Elternschaft versuchen zu leben?

Eine Möglichkeit, die wir auch in unserem Freundeskreis erleben ist diese: Beide Partner sind nur in Teilzeit tätig, d.h. jede/r mit 75%. Diese Idee können wir uns theoretisch vorstellen, doch derzeit finanziell nicht leisten.

Mentalload und Vereinbarkeit

 

Trotzdem wäre solch eine Lösung langfristig vorbereitet wohl hinzubekommen. Ebenfalls wäre es möglich, dass nur ein Teil voll arbeitet und der andere Elternteil dafür in großen Teilen die Care-Arbeit übernimmt. Für uns ist hierbei jedoch schwer vorstellbar, wie die gleichberechtigte Beteiligung am Familienleben dort gelingen kann. An sich hat dieses Modell besonders für mich ihren Reiz. Denn die Vorstellung, Hausmann zu sein, finde ich spannend und würde diese gerne mal wieder probieren zu leben (so wie damals in einjähriger Elternzeit in 2011).

Kurzum: Ich kenne kaum noch Familien wo ein Gehalt ausreichen würde, um auch mit Einschränkungen über die Runden zu kommen.

Somit hoffe ich auf die glänzende Karriere der Frau. Es bleibt Ratlosigkeit und die Elternschaft in Wellen. Jedoch immer mit dem Risiko, dass einer von beiden nicht mehr aus dem Tal herauskommt.

 

Bisher reiten wir die Wellen – und ich hoffe heimlich irgendwie von der Hohen Frequenz herunterzukommen. Alu und ich haben auch noch einige Dinge vor, für die es gut ist, wenn die Partnerin/ der Partner mitziehen würde.

Doch erst einmal, wie gesagt, brauchen wir etwas Besinnung und Entschlackungszeit.

Wie macht Ihr es? Was wäre eurer ideales System? Wie reitet ihr die Wellen?

Konsti

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3 Comments

  • 2xMama
    5. Oktober 2021 at 18:27

    Wellenreiten ist eine gute Beschreibung für das, was wie hier tun.
    Jede Woche denkt man, dass die nächste ruhiger wird, aber dann wirds doch wieder stressig. Welche Termine stehen an? Wer bringt/holt wann, welches Kind. Wann muss ich länger arbeiten und passt das zur leider absolut unflexiblen Arbeitszeit des Mannes? Was, wenn nicht? Oder was, wenn ein Kind krank wird? Was, wenn morgen jemand in Quarantäne muss?
    Und “immer ich”…ist ein gerade häufiger Gedanke…ich arbeite nur Teilzeit, verdiene wenig, werde nie eine vernünftige Rente bekommen und bin doch diejenge, die den meisten Familienterminstress irgendwie bändigen und organisieren muss und selbst dabei untergeht. Stimmt vermutlich nicht, fühlt sich aber oft so an und macht mich wütend auf den Mann, die Situation, wen auch immer, mich selbst…
    Ich kenne nur wenige, die das scheinbar gut hinbekommen und habe keine Ahnung, wie es bei uns anders werden könnte. Zum Heulen, aber irgendwie muss man ja weitermachen.

  • Dresden Mutti
    7. Oktober 2021 at 07:46

    Nach 4 Jahren in Vollzeit nehme ich jetzt wieder 75 % Wellen. So eine 30-Stunden-Woche reicht ja eigentlich an Arbeitszeit neben zwei Kindern, gerade weil mein Mann mit seiner Ausbildung auch Vollzeit ausgelastet ist. Und unflexibel ist seine Arbeit leider auch wegen fester Arbeits- und Berufsschulzeiten … Also: jetzt probiere ich 75 %. Finanziell ist es natürlich dumm. Eigentlich wollten wir erst nach der Ausbildung in 2 Jahren (beide) reduzieren, aber ich brauchte es doch jetzt. Und nun freue ich mich auf (hoffentlich) weniger Stress.

  • Jenny
    11. Oktober 2021 at 16:53

    Ich bin beim Wellenreiten untergegangen (schwere Depression),. Mein Mann hat mich an den Strand gezogen. Jetzt lerne ich wieder zu schwimmen. Wir hatten bis zum dritten Kind und Corona die traditionelle Rollenverteilung: Er 60 Stunden, ich 20 Stunden Erwerbesarbeit, dafür ich 3/4 Kinder, Haushalt und Pflege des Kindes mit Behinderung. Eigentlich waren unsere Wellen schon vor Corona zu groß. Wir könnten es uns finanziell leisten, dass ich “nur” Care-Arbeit machen würde. Aber ich muss arbeiten, um glücklich zu sein. Ein Luxusproblem, aber dennoch eine Herausforderung…

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